SingStar Party

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2004.11
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Gelungenes Karaoke-Party-Spiel
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„Willkommen bei „Singstar Party“, dem Spiel mit dem du dafür sorgst, dass deine Partys der absolute Renner werden.“ - Das zumindest behauptet der Begrüßungstext im beiliegenden Handbuch. Und wie sich bei unseren Spieletests mit Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren zeigte, scheint dieser Werbetext nicht zu übertreiben.
Entsprechend dem Prinzip des Vorgängerspiels „Singstar“ (siehe Beurteilung in diesem Ratgeber) ist auch diese Version als Gruppenerlebnis gedacht. In „Singstar Party“ geht es darum, am Bildschirm angezeigte Liedtexte zusammen mit den Originalinterpreten zu singen. Sind die dem Spiel beiliegenden Mikrofone inkl. Eye-Toy-Kamera angeschlossen und die Spielerfotos geschossen, kann man seine Sängerqualitäten in 3 verschiedenen Modi unter Beweis stellen.
Im Solo-Modus singt ein Spieler alleine einen ganzen Song oder einen Teil eines Duetts. Für die Qualität, das heißt richtige Tonhöhe und richtiges Timing, gibt es Punkte.
Im Party-Modus wählt man zwischen drei Optionen: „Gib das Mikro weiter“ für bis zu vier Spieler, die anwechselnd singen. „Duell“, wobei zwei Spieler gegeneinander um Punkte singen oder zusammen im „Duett“. Der Freestyle-Modus funktioniert ohne jede Wertung und dient sozusagen als Trainingsmodus.
Zur Auswahl stehen 32 Songs aus den letzten 40 Jahren Musikgeschichte. Von Elvis „Way Down“ über Bob Marley, Little Richard, Duran Duran, Rio Reiser und der Spider Murphy Gang zu modernen Bands wie Maroon5, Pink, Kylie Minogue oder den Spice Girls.
Ist die Titelauswahl getroffen und der Spielmodus gewählt, kann es los gehen. Auf dem Bildschirm wird nun vor dem Hintergrund des Musikvideos der Text eingeblendet. Zur richtigen Einsatzzeit verändern die Worte ihre Farbe. Unterschiedlich hohe und lange Balken zeigen dem Spieler an, wie hoch er singen und wie lang er die Töne halten muss. Auch hier wird durch Farbe kenntlich gemacht, ob er den Ton trifft oder daneben liegt. Je nachdem wie gut das gelingt, gibt es am Ende jeder Zeile eine positive Bewertung in Form eines „OK“, „gut“ sowie „cool“ oder bei schlechter Tonlage und Timing eine negative wie „mies“ oder „grausam“. Gleichzeitig wird die Gesangsleistung mit Punkten belohnt, die den Platz in den Charts bestimmen.
Will man seine Gesangskünste wirklich verbessern, bleibt einem die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad höher zu setzen. Das führt dazu, dass die Abweichungstoleranz der Töne kleiner wird und man genauer singen muss, um den „goldenen Ton“ zu treffen. Nach jedem virtuellen Auftritt hat man die Möglichkeit, sich seinen eigenen Gesangsvortrag oder den der Anderen noch mal anzusehen und anzuhören.

Wer an der Singstar Party teilnehmen möchte, der sollte Spaß am Singen und Lust auf Musik haben. Und er sollte nicht allzu empfindlich sein, was seine eigenen Sängerqualitäten betrifft. Denn schief singen steht bei diesem Gruppenerlebnis eindeutig im Vordergrund. Das Ablesen des Liedtextes und im Idealfall das Vorablesen der nächsten Liedzeile verlangen ein gewisses Lesevermögen, zumal ein Großteil der Songs nicht allen Teilnehmenden bekannt sein dürfte. Die Tatsache, dass nur drei der 32 Titel von deutschen Interpreten stammen, macht es Spielern, die die englische Sprache nicht oder nur wenig beherrschen etwas schwerer. Da aber weniger die Perfektion des Gesangs, als mehr der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund stehen, sollte dies kein Problem sein. Vielleicht ein erster Schritt, das Englischvokabular zu erweitern. Singstar ist ein Karaoke-Spiel für Jung und Alt. Das befand sogar die „Stiftung Warentest“, die das Spiel in ihrer März-Ausgabe 2005 mit dem Test-Kommentar versah: „Sehr empfehlenswertes Karaoke-Spiel, das Stimmung noch in die müdeste Party bringen kann.“ (siehe Artikel „Computerspiele als Stimmungsmacher für Partys“ aus der Zeitschrift Test von März 2005 in der Rubrik Theorie, Presse/TV).
Die Mädchen und Jungen in den Testergruppen jedenfalls stimmten dieser Einschätzung unwidersprochen zu. Sie erlebten jede Menge Spaß und hatten teilweise sogar den Eindruck, dass mit diesem Spielerlebnis das Gruppengefühl gestärkt wurde. Anfängliche Hemmungen einzelner wurden mit positiven Ermunterungen innerhalb der Gruppe recht schnell abgebaut. Obwohl der größte Spaß darin bestand, zu hören, wie schief man selbst oder andere singen, gab es auch respektvolle Anerkennung, wenn sich ein wahres Sangestalent herauskristallisierte. Dies zeigte sich besonders bei den jüngeren Mädchen, die das Spiel schon mehr wie einen kleinen Casting-Wettbewerb angingen und sich entsprechend auf ihren Vortrag konzentrierten.