Tekken 5

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2005.02
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Fortsetzung eines Kampfspiel-Klassikers
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Die Story ist schnell erzählt. Die besten Kämpfer aus allen Vorgängerspielen der „Tecken“-Reihe sind zu einem ultimativen Kampfturnier, dem „King of Iron Fist 5“, eingeladen. Es gilt herauszufinden, wer der wahre Meister ist.
Mit Einstieg ins Spiel stehen dem Spieler 20 Kämpferfiguren zur Verfügung, weitere Charaktere können im Laufe des Spiels freigespielt werden. Hat man sich für einen Charakter entschieden, gilt es nun sich als Karatemeister, Kickboxer oder Capoeirakämpfer in zahlreichen Kampfduellen zu behaupten.
Doch zuvor kann sich der Spieler im Trainingsmodus erst einmal mit der Steuerung und den speziellen Eigenschaften seines Charakters vertraut machen. Während bestimmte Schläge und Tritte bei allen Figuren gleich sind, lassen sich bei entsprechender Tastenkombination eine Fülle von Kampfbewegungen ausführen. So lernt der Spieler, dass jede Figur über eigene und ganz spezielle Kampftechniken verfügt, die es zu beachten gilt, will man auf Dauer erfolgreich sein. Die unterschiedlichen Kampfstile und Spezialtricks der einzelnen Kämpfer sorgen dafür, dass der ansonsten recht eintönige Spielverlauf dennoch spannend und abwechslungsreich bleibt. Und wer mit seiner Spielfigur enger in Beziehung treten möchte, der kann im Story- oder Arcade-Kampf die ganz persönliche Biographie des jeweiligen Charakters in einer detaillierten Comic-Videosequenz erfahren. Diese sowie eine neue Kämpferfigur werden freigeschaltet, sobald man eine bestimmte Anzahl an Gegnern besiegt hat. Zusätzlichen Anreiz bietet die Möglichkeit Geld zu verdienen und dieses für individuelle Kleidung der eigenen Figur auszugeben.

Im Team-Kampf Modus können zwei Spiele als Team nacheinander gegen verschiedene Feinde kämpfen. Ansonsten aber gelten die selben Spielregeln.
Das Kernstück des Spiels bildet der VS-Modus, der insbesondere auf die jugendlichen Spieler eine unübersehbare Faszination ausübte. In diesem Modus treten zwei Spieler an einem Bildschirm duellartig gegeneinander an. Reaktionsschnelligkeit und das Kombinieren von immer neuen Schlägen sind notwendig, um sich durchzusetzen. In unseren Testergruppen fieberten die Jugendlichen bei den Kämpfen mit und feuerten ihre Spielfigur lautstark an. Gerade wenn ein Kampf sehr knapp verloren oder gewonnen wurde, was anhand der Gesundheitsanzeige auf dem Bildschirm verfolgt werden kann, waren sie auf ihren Stühlen nicht mehr zu halten und forderten sofort eine Revanche.

Die elektronische Musikuntermalung, gemischt mit Kampfgeschrei und Schmerzenslauten gibt die Atmosphäre von Sportkämpfen wieder.
Die grafisch ansprechend gestalteten Szenarien mit ihren bunten und zum Teil witzigen Hintergrundszenen, sorgen nicht nur für zusätzliche Unterhaltung und Abwechslung, sondern tragen auch dazu bei, dass das ansonsten recht kämpferisch ausgerichtete Spiel in seiner Aggression gebrochen wird. Positiv ist ebenfalls anzumerken, dass auf übertriebene Gewaltdarstellung, wie z. B. Blutspritzer, verzichtet wird.
Auch wenn „Tekken 5“ von der USK mit einer Alterskennzeichnung ab 16 Jahren freigegeben wurde, zeigte sich in den Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen dennoch, dass das Spiel schon von jüngeren Altersgruppen gespielt wird. Was nicht verwundert, da die einfach gehaltenen Spiel- und Handlungsforderungen recht schnell zu erlernen sind. Eine gute Auge-Hand-Koordination und reaktionsschnelles Handeln garantieren erste und schnelle Erfolge im Spiel und lassen sich mit entsprechendem Training ausbauen. Die kämpferische und duellhafte Ausrichtung kommt besonders pubertierenden Jungen entgegen. Oft empfinden diese Kinder und Jugendlichen die eigenen Lebensumstände als unsicher und erleben sich selber als wenig handlungsmächtig und genießen es deshalb, sich in einem spielerischen Wettkampf zu beweisen. Können sie sich hier doch mit anderen gefahrlos messen, eigene Fähigkeiten stetig ausbauen und im wahrsten Sinne des Wortes ihre Durchschlagskraft schnell und erfolgreich unter Beweis stellen.

Erwachsene sollten deshalb solche Spiele nicht vorschnell aburteilen, sondern vielmehr verstehen lernen, warum besonders Jungen von Spielen dieser Art fasziniert sind. Im Gespräch mit ihnen könnten die unterschiedlichen Sichtweisen erörtert und möglicherweise Alternativen aufgezeigt werden, die den jungen Spielern ähnliche Erfolgsrückmeldungen garantieren.