Star Wars: Knights of the Old Republic II: The Sith Lords

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
LucasArts
Erscheinungsjahr
2004.12
Systeme
PC, Xbox
System im Test
PC
Kurzbewertung
Abwechslungsreiches & spannendes Rollenspiel mit vielen Lösungswegen
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Die Spielgeschichte des Science Fiction-Action- und Rollenspiel-Abenteuers knüpft an den im Jahr 2002 erschienenen ersten Teil der Filmreihe an und bietet inhaltlich wenig Neues. Noch immer steht die Republik, eine Föderation verschiedener außerirdischer Nationen im Konflikt mit den streitsüchtigen Sith. Verteidigt wird die Förderation von Jedi-Rittern. Handlungsorte sind Raumschiffe und Planeten in einer fremden Galaxie. Da im Spiel die Vorgeschichte und die Charaktere des ersten Teils verständlich eingebunden werden, können auch Neueinsteiger den zweiten Teil ohne Vorkenntnisse problemlos angehen. Aufgabe des Spielers ist es einen Jedi-Charakter zu übernehmen und dessen Fähigkeiten im weiteren Spielverlauf auszubauen. Zur Auswahl stehen männliche und weibliche Jedi-Hüter, Jedi-Gesandte und Jedi-Wächter mit jeweils unterschiedlich ausgeprägten Grundfähigkeiten.

Über Maus und Tastatur übernimmt der Spieler also die Kontrolle über eine vorher von ihm gestaltete Spielfigur, deren Geschicke er im weiteren Geschehen des Spiels lenkt. Vor Einstieg ins eigentliche Spielgeschehen, kann er in einem speziellen Tutorial die Spielsteuerung und notwendigen Grundfertigkeiten beim Lösen von kleineren Problemen erlernen. So lenkt man zunächst einen kleinen Roboter durch ein kaputtes Raumschiff, lernt Türen zu öffnen, Computer zu reparieren, entschärft Mienen und erweckt schließlich die eigentliche Spielfigur aus einem unfreiwilligen Schlaf.
Der Spieler ist nun gefordert, die Grundfähigkeiten des noch unreifen Charakters einzusetzen, um Aufgaben zu erfüllen und den Status seines Jedi-Schülers zu verbessern. Was im einzelnen zu tun ist, erfährt man rollenspielüblich durch Gespräche mit teils mysteriösen Personen, denen man im Spiel begegnet. Durch geschickte Gesprächsführung erhält der Spieler Informationen für sein weiteres Vorgehen und findet neue Begleiter. Dadurch verbessert er zunehmend die Fähigkeiten und Fertigkeiten seiner Spielfigur. So lernt sie z.B. neue Waffen im Kampf gegen die dunkle Seite zu nutzen, ihre Geschicklichkeit zu verbessern, Einfluss auf andere Spielfiguren zu nehmen, die Computerterminals zu bedienen und spezielle Jedi-Tricks. Die Vielfalt der Möglichkeiten im Spiel Einfluss auf den Gesprächsverlauf zu nehmen sowie die große Auswahl an erlernbaren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talenten zur stetigen Verbesserung der Spielfigur auf dem Weg zum ausgereiften Jedi-Ritter sind umfangreich und äußerst komplex. „Da kann man einfach alles machen“ und „Man muss viel denken“ (Kevin 13 und Maurice 15) lauten die Aussagen zweier jugendlicher Spieltester, die gerade diese Vielfältigkeit als besonders reizvoll hervorhoben. Anderen waren die Spiellevels wiederum zu unübersichtlich und die Gespräche zu langatmig. Wer sich jedoch gerne mit Rollenspielen beschäftigt und die grafisch und akustisch ansehnlich gestaltete Atmosphäre von Raumschiffen, fremden Planeten und mysteriösen außerirdischen Lebensformen genießt, wird in diesem Spiel seine Herausforderung finden. Zumal man im weiteren Spielverlauf nicht nur die eigenen Geschicke, sondern auch die von weiteren Begleitern durch die abwechslungsreichen Levels lenken muss.

Komplexes Denken, folgerichtiges Handeln, Probleme lösen und geschicktes Taktieren im Kampf sowie bei der Koordination der einzelnen Spielfiguren, die auch miteinander agieren, sind wichtige Voraussetzungen, die dem Spieler abverlangt werden.

Hervorzuheben ist, dass der Spieler die Entscheidungsmöglichkeit besitzt, sich anderen Charakteren gegenüber freundlich oder feindlich zu verhalten. Entsprechend seiner Einstellung verlaufen nicht nur die Gespräche für ihn günstig oder ungünstig, sondern entscheidet sich auch, welche weiteren Charaktere sich der eigenen Spielfigur anschließen. Dies auszuprobieren, war für die jungen Spieler eine besondere Herausforderung, konnten sie hier doch gefahrlos ausprobieren, welche Folgen bestimmte Verhaltensweisen zwangsläufig mit sich bringen. Was im richtigen Leben vielen Menschen oft schwer fällt, nämlich Einsicht zu entwickeln, sein Handeln kritisch zu überdenken und entsprechend zu korrigieren, ließ sich hier folgenlos umsetzen.

Trotz der Möglichkeit, auch weibliche Charaktere führen zu können, haben sich ausschließlich Jungen für dieses Weltraumabenteuer entschieden. Den Mädchen war die Story zu abgehoben und uninteressant. Was die männlichen Genre-Fans ab 12 Jahren völlig anders bewerteten. Auch wenn der zweite Teil ihrer Meinung nach nicht wirklich etwas Neues beinhaltet, bietet das Spiel dennoch genügend Herausforderung und Abwechslung.