Blood Will Tell

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Sega
Erscheinungsjahr
2005.02
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Kampfbetontes Action-Adventure mit ungewöhnlicher Geschichte
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Mit dem auch hierzulande größer werdenden Interesse an japanischen Manga-Comics, kommen neben Zeichentrickserien im Fernsehen auch immer mehr Computer- und Konsolenspiele auf den deutschen Markt, die sich eines Manga-Themas bedienen. „Blood will tell“ ist ein solches Spiel. Die filmisch in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln präsentierte Geschichte ist schnell erzählt.
Der junge Samurai Hyakkimaru ist in seiner frühesten Kindheit von Dämonen seines Körpers beraubt worden. Ein Arzt zog ihn auf, gab ihm Ersatzkörperteile und lehrte ihn asiatische Kampftechniken. Als Erwachsener erfährt er seine Lebensgeschichte und begibt sich auf die Suche nach den Dämonen, die ihm diese Bürde auferlegt haben.
48 Körperteile, die einst von den Dämonen geraubt wurden, müssen nun in zahlreichen Kämpfen zurückerobert werden.

In der ersten Mission wird der Spieler mit den vielfältigen und zahlreichen Steuerungs- und Kombinationsmöglichkeiten der Kämpferfigur, die er aus der Kameraperspektive der dritten Person sieht, vertraut gemacht. Hiebe, Tritte, Sprünge und Schüsse stehen dem Spieler zunächst im Kampf gegen Kreaturen, Untote und Dämonen zur Verfügung. Viele Möglichkeiten erschließen sich dabei durch Ausprobieren und reaktionsschnelles Handeln. Im weiteren Spielverlauf gilt es Gefahren in Form von Fallen frühzeitig zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren sowie mit Springen und Klettern, wie in einem Jump&Run-Spiel, die Landschaft zu durchqueren. Übersicht im Handlungsverlauf, Einfallsreichtum bei der Suche nach neuen Waffen und Munition und Kombinationsfähigkeit beim Lösen von Rätseln sind wichtige und entscheidende Spielforderungen.
Die vielen Feinde sind mehr oder weniger schwer zu besiegen, wobei am Ende eines jeden Levels ein Endgegner wartet, der es in sich hat und der meist nur mit einer ganz bestimmten Taktik, die es herauszufinden gilt, erledigt werden kann. Ist ein Endgegner besiegt, erhält die Spielfigur ein Körperteil zurück und man gelangt in den nächsten, schwierigeren Level.
Der Weg durch die Level ist zumeist vorgegeben und in den Bewegungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Ein selbstständiges Erkunden der Karte ist nicht möglich.
Als interessante Variante im Spiel beurteilten die Spieletester den kleinen Begleiter, der der Kämpferfigur in den Kämpfen zur Seite steht und unterschiedliche Aufgaben wahrnimmt, z. B. durch Labyrinthe kriechen oder Feinde bekämpfen. Zumeist vom Computer befehligt, muss man in einigen Levels die Steuerung des Gefährten selbst übernehmen, was die Abwechslung und Spannung im Spiel zusätzlich fördert. Hier kam es auch schon mal vor, dass kurzfristig ein zweiter Spieler die Steuerung des Begleiters vornahm. Ein eigener Multiplayer-Modus ist ansonsten im Spiel nicht vorgesehen.

„Blood will tell“ ist ein kampfbetontes Action-Spiel mit Elementen aus Jump&Run-Spielen, mit dessen Steuerung und Handlungsanforderungen sicherlich schon 12jährige zurecht kommen, das jedoch auf Grund des Spielinhalts und der zahlreichen Gewalteinlagen, wenn auch in comicartiger Inszenierung, eher erst Jugendlichen ab 14 Jahren zugemutet werden sollte.

Aufmerksamkeit erzeugte die ungewöhnliche Spielgeschichte, nämlich dass die Figur als künstliches Wesen ins Abenteuer zieht und von Kampf zu Kampf sich sprichwörtlich menschlicher gestaltet. Und so richtig Farbe ins Spiel kommt erst dann, wenn der Samurai sein natürliches Augenlicht zurückerhält. Die Jungen deuteten diesem Umstand mit ihrer ganz eigenen Logik: „Das ist doch am Anfang ein Roboter ohne Gefühle! Deswegen ist auch alles so grau und deswegen kämpft er auch so brutal. Wie er wieder menschlicher wird, wird auch die Gegend bunt.“ (Malte, 15)