Scaler

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Take 2
Erscheinungsjahr
2004.12
Systeme
Playstation 2, Xbox
System im Test
Xbox
Kurzbewertung
Keine neuen Spielideen, dafür aber originell
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Bobby Jenkins ist ein aufgeweckter Junge mit schnellen Reflexen, der gern Skateboard fährt und eine Vorliebe für Echsen hat. Durch Zufall entdeckt er eine Verschwörung. Echsen halten in einer Parallelwelt, dem Multiversum, den Wissenschaftler Leon gefangen und planen von dort aus die Übernahme der Weltherrschaft. Um dies zu verhindern, begibt sich Bobby ebenfalls ins Multiversum und verwandelt sich in die Echse Scaler.

Im farbenfroh gestalteten Multiversum gibt es für den Spieler bzw. Scaler jede Menge Herausforderungen. Hochgezüchtete Echsen haben nämlich überall ihre überdimensionalen Eier abgelegt und deren ausbrüten würde den Untergang der Welt bedeuten würde. Also muss man sich mit Scaler auf den Weg begeben und alle 100 Eier finden. Bei ihrer Suche durchstreift die kunterbunte Eidechse eine abwechslungsreiche Fantasiewelt mit Inseln, Flüssen und riesigen Pflanzen und muss neben Eiern auch Kristalle und sogenannte „Klokkies“, die Lebensenergie geben, einsammeln.

Der Spieleinstieg ist leicht zu handhaben, zumal die notwendigen Tastenkombinationen zur Steuerung der Spielfigur ausreichend erklärt werden. Der Spieler muss auf seinem Weg durchs Multiversum stetig aufmerksam sein und notwendige Vorsicht walten lassen. Da schnappen Pflanzen nach ihm, verschiedene Monster greifen an und Hindernisse wie Kakteen und Rutschbomben erschweren das Weiterkommen. Um erfolgreich seinen Weg bestreiten zu können, sind vor allem Konzentration und reaktionsschnelles Handeln gefordert. Bei der Orientierung hilft eine entsprechende Karte. Die Möglichkeit des Abspeicherns bietet auch Jump&Run-Neulingen einen relativ stressfreien Spielverlauf und schnelle Spielerfolge.

Der Spieler muss Gefahren ausweichen und blitzschnell feindliche Angriffe mit den richtigen Bewegungen abwehren. Da ist es hilfreich, dass die Echse im Laufe ihrer Mission zusätzliche Verteidigungs- und Angriffsmöglichkeiten sowie Verwandlungsfähigkeiten erlernen kann. Neben Zungen-, Klauen- und Elektrobombenangriffen kann sich Scaler in bestimmten Situationen per Knopfdruck in ihrer Erscheinung verändern und spezielle Fähigkeiten nutzen bzw. einsetzen. Als „Swoon“ ist es möglich zu schwimmen und einen Turbo-Angriff zu starten, als „Doozum“ kann die Figur fliegen und Sonar-Schallwellen betätigen und als „Fruzard“ lässt sich das Abschießinstrumentarium verbessern.

Die Spiellandschaft ist detailreich animiert und wirkt auf den Betrachter äußerst bunt und farbenfroh. In Kombination mit den abwechslungsreichen Handlungsmöglichkeiten entsteht eine lebendige und spannende Spielatmosphäre. Die kämpferischen Auseinandersetzungen gegen Monster und pflanzenähnliche Kreaturen werden auf Grund der comicartigen Präsentation in ihrer aggressiven Darstellung deutlich gemindert.
Bei der Beurteilung des Spiels sorgten giftgrüne Schlingpflanzen, auf denen Scaler dahingleiten kann, für besonderes Spielvergnügen. „Das ist ja wie bei einer Achterbahn.“ (Kevin, 8 Jahre). In den Computergruppen wurde das Spiel an mehreren Bildschirmen gleichzeitig gespielt und so passierte es regelmäßig, dass sich die Mädchen und Jungen in kniffligen Spielsituationen nicht nur gegenseitig Tipps gaben, sondern auch mal den Rechner wechselten, um den anderen Spieler in einer schwierigen Passage tatkräftig zu unterstützen.

Trotz der Tatsache, dass sich auch einige Mädchen auf das Spiel einließen, wurde es mehrheitlich doch von Jungen gespielt. Sich durch eine fiktive und abenteuerliche Landschaft zu bewegen, sich in kämpferischen Auseinandersetzungen zu bewähren und dabei seine Fähigkeiten nicht nur steigern, sondern, wie Superman, auch noch verändern zu können, erlebten sie als spannend, unterhaltsam und motivierend. Dennoch merkten sie kritisch an, dass im Vergleich zu ähnlichen Spielen hier die Spielanforderungen weniger anspruchsvoll sind und das Spiel insgesamt nichts wirklich Neues an Spielideen bietet.