Guild Wars

Genre
Onlinespiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
NCsoft
Erscheinungsjahr
2005.04
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Reines Online-Rollenspiel in Fantasy-Welten
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Dieses typische Rollenspiel kann nur Online im Internet gespielt werden. Der Spieler taucht in die epische Welt von Ascalon ein und versucht sich mit Gleichgesinnten (der Gilde) in einem fantasievollen und gefährlichen Reich zu behaupten. Wer will, kann auch erst einmal alleine losziehen und in kleinen Missionen die Regelwelt des Spiels nach und nach erkunden.
Bevor die Reise beginnt, werden, wie in Rollenspielen üblich, zuvor noch Charakter und Aussehen der Spielfigur bestimmt. Zur Auswahl stehen u. a. der Typ des Kriegers (kämpfen), des Waldläufers (kann Tiere zähmen), des Mönchs (heilen) oder des Magiers (zaubern). Will man im Spiel auf Dauer erfolgreich sein, ist es notwendig, dass man sich im Handlungsverlauf mittels Internet mit anderen Charakteren zusammenschließt und deren Fähigkeiten mit seinen eigenen so aufeinander abstimmt, dass sie sich vor allem in kämpferischen Auseinandersetzungen wirkungsmächtig entfalten können. Für den Fall, dass man keine Gilde mit Mitspielern aus Fleisch und Blut zusammenbekommt, bietet das Programm so genannte NPCs (Non-Player-Characters) an, also Computer gesteuerte Spieler, die diese Aufgabe dann übernehmen.
Im Spiel liegt das Hauptaugenmerk der Spieler auf der ständigen Verbesserung der Spielfiguren. Dies wird einerseits in Kämpfen durch gewonnene Erfahrung erreicht und andererseits durch das Sammeln und den Einsatz von Gegenständen, wie Waffen, Zaubertränken oder Rüstungen. Je besser die Spielfigur sich entwickelt, desto einfacher können Kreaturen erledigt und Kämpfe gegen Mitspieler gewonnen werden. Die Aufgaben (Quests), die in „Guild Wars“ erfüllt werden müssen, reichen vom Transport von Gegenständen oder dem Einfangen und Eskortieren von Spielfiguren, über das Eliminieren von gefährlichen Kreaturen bis hin zu Kämpfen gegen andere Gilden, wobei letzteres erst ab einer bestimmten Erfahrungsstufe der Charaktere möglich ist. Generell kann der Spieler auch mehrere Quests gleichzeitig annehmen, die er dann nacheinander abarbeitet. Stirbt die Spielfigur im Kampf, so erwacht sie auf einem Friedhof und kann von dort aus mit allen ihren Gegenständen weiterspielen. Dies wurde von den jungen Spieler als besonders motivierend erlebt, da die mühsame und zeitintensive Ausgestaltung der Spielfigur erhalten blieb und man den Handlungsverlauf weiter fortsetzen konnte.

Pädagogische Beurteilung: Gemeinsam mit anderen Spielern aus aller Welt zu spielen und sich in ein Reich voller Magie, bösen Kreaturen und mächtigen Kriegern entführen zu lassen, sind attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche, um sich auf das Spiel einzulassen. Von den kämpferischen Auseinandersetzungen mit vielfältigen und gefährlichen Gegnern, fühlen sich dagegen vornehmlich Jungen angesprochen. Obwohl die kampfbetonten Inhalte in einer Fantasy-Welt stattfinden und auch nicht unverhüllt brutal und aufdringlich in Szene gesetzt werden, scheint das Spiel, unserer Einschätzung nach, eher etwas für Jugendliche ab 14 Jahren zu sein.
Trotz der thematischen Einkleidung bietet das Spiel auf der metaphorischen Ebene interessante Anknüpfungspunkte zu Lebenswünschen von Jugendlichen, wie die eigenen Fähigkeiten und Kräfte auszubilden, sich in der Gruppe stark zu fühlen und von ihr geschützt zu werden, Bewährungssituationen zu bestehen und Herausforderungen zu meistern. Wie im richtigen Leben besitzen auch im Rollenspiel die einzelnen Charaktere unterschiedliche Stärken und Schwächen, die es konstruktiv im Team zu nutzen gilt. In dieser Spieldynamik liegt der besondere Reiz von Online-Rollenspielen. Denn auf sich alleine gestellt kann das Spiel nicht gewonnen werden. Vielmehr müssen sich die einzelnen Charaktere sinnvoll zu einer schlagkräftigen Truppe zusammenschließen und gemeinsam gegen andere Gilden und Computer generierte Figuren antreten. Jeder Spieler hat seinen Platz in einer Gruppe und unterstützt diese mit seinen speziellen Fähigkeiten. So muss beispielsweise im Spiel eine Heilerin in kämpferischen Situationen sich vorrangig im Hintergrund halten und dafür Sorge tragen, dass verletzte Gildenmitglieder versorgt und geheilt werden. Nur die, die ihre Fähigkeiten taktisch klug wählen und ausspielen und sich dabei auf Bündnispartner verlassen können, haben auf Dauer Erfolg im Spiel. Inwieweit eine solche Einstellung auch für das wahre Leben gilt, könnte man beispielsweise mit den jungen Spielern in unterschiedlichen Angebotsformen näher beleuchten.

Erwähnenswert ist noch, dass, im Gegensatz zu anderen Online-Rollenspielen, bei „Guild Wars“ keinerlei Online- oder Spielgebühren anfallen, nachdem man das Spiel gekauft hat.