MotoGP 3 URT

Genre
Rennspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
THQ
Erscheinungsjahr
2005.09
Systeme
Xbox
System im Test
Xbox
Kurzbewertung
herausfordernde Rennsimulation, vor allem für Fans des Motorradsports
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Beschreibung des Spiels: Das Anhängsel „URT“ im Titel des Motorradrennspiels „MotoGP“ steht für „Ultimate Racing Technologie“. Diese Rennspiel-Version wartet im Vergleich zu ihrem Vorgänger neben der bereits bekannten MotoGP-Meisterschaft noch mit einer Extreme-Meisterschaft in drei verschiedenen Leistungsklassen, nämlich 600ccm , 1000ccm und 1200ccm, auf. Das Besondere an dieser Spielvariante sind nicht nur die drei verschiedenen Klassen, sondern vor allen Dingen die neuen Strecken, die fernab der bekannten Pisten liegen. Denn statt auf den bekannten Rennstrecken der MotoGP-Meisterschaft seine Runden zu drehen, fährt man im „Extreme-Mode“ u. a. auf deutschen Autobahnen, im Stadtbild von Tokio oder in einer Alpenlandschaft.
Um auf dem virtuellen Asphalt seinen Vorbildern nacheifern zu können, stehen dem Spieler alle Strecken, Fahrer und Motorräder der vergangenen Motorrad-Meisterschaftssaison zur Verfügung. In vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, die Neulingen im Motorradgenre den Spieleinstieg erleichtern und die Frustrationstoleranz nicht schon von Beginn an auf die Probe stellen, hat man die Möglichkeit durch Siege einen Zusammenschnitt der wirklichen Rennen der Saison 2004 freizuschalten.
Während der Meisterschaft baut man sich so ein Videoarchiv aller Wettbewerbe der Saison 2004 auf, auf das man jederzeit zugreifen kann. Zudem kann man durch gewonnene Meisterschaftspunkte die Fertigkeiten seines Fahrers verbessern, das Motorrad tunen oder direkt auf ein neu freigeschaltetes und besseres Motorrad zurückgreifen.
Bei der grafischen Umsetzung des Spiels fällt besonders der schon erwähnte „Extreme-Mode“ auf. Denn während die Strecken der Meisterschaftsrennen eher detailarm und karg wirken, erscheinen die Extreme-Strecken wesentlich bunter und abwechslungsreicher, was auch die jugendlichen Tester, ausschließlich Jungen, als positiv bewerteten.

Pädagogische Beurteilung: Im Vordergrund des Motorradrennspiels steht natürlich zunächst das sichere Erreichen des Ziels, im besten Falle einhergehend mit einer guten Platzierung. Im einfachsten Schwierigkeitsgrad reicht es, wenn das Motorrad mittels Beschleunigen und Bremsen sicher über den Asphalt gesteuert wird. Die Kurvenart und der Richtungsverlauf werden dem Spieler dabei auf dem Bildschirm angezeigt. Er ist gefordert, die Wechselbeziehung zwischen seiner Geschwindigkeit und der bevorstehenden Richtungsänderung richtig einzuschätzen, um die Kurve optimal nehmen zu können und auf die Konkurrenten keine Zeit zu verlieren. Agiert der Spieler hier zu aggressiv, endet die Fahrt meistens im Kiesbett und die Konkurrenz zieht fast uneinholbar davon. Konzentration und Disziplin des Spielers sind also während des gesamten Rennens ständig gefordert. Ebenso steht der verantwortungsvolle und sichere Umgang mit der teils halsbrecherischen Kraft der Zweiräder im Vordergrund der Spielanforderung. Ein draufgängerischer und unkontrollierter Fahrstil wirkt sich im Spielverlauf eher nachteilig aus, besonders in höheren Schwierigkeitsstufen. Will man hier ein Rennen als Sieger abschließen, reicht einfaches Bremsen und Beschleunigen nicht mehr aus. Vielmehr geht es darum, Geschwindigkeit, Bremskraft, Aerodynamik und Körpergewicht des Fahrers so gefühlvoll und geschickt aufeinander abzustimmen, dass eine optimale Fahrleistung erreicht wird. „Fast schon akrobatisch.“ (Sven, 11 Jahre). Die Auge-Hand-Koordination wird dabei genauso trainiert, wie die Fähigkeit unterschiedliche Verkehrssituationen richtig einschätzen zu lernen. Der Spieler bekommt so ein Gefühl davon, wie schwierig es sich gestaltet, reale Motorräder durch reale Kurven zu steuern. Eine Tatsache, die dazu beiträgt, dass das Spiel für Kinder und Jugendliche realistische Bezüge erhält.
Die Rennsimulation könnte deshalb z. B. in Jugendeinrichtungen zum Anlass genommen werden, um mit Motorrad interessierten Jugendlichen eine entsprechende Trainingsgruppe unter geschulter Fahrlehrerleitung einzurichten. Die Jugendlichen könnten so das sichere Handling eines Motorrads erlernen und vor möglichen Unfallgefahren mit dem Motorrad besser geschützt werden. Auch könnten sie das Fahrverhalten von Motorrädern mit anderen Fahrzeugen vergleichen und analysieren lernen. Diese technischen Aspekte ließen sich auch an Hand der vielfältigen Veränderungsmöglichkeiten am Motorrad, die der Spieler in der Simulation vornehmen kann, aufgreifen. Wie wirkt sich z.B. ein verlängerter Radabstand oder weicher eingestellt Federn auf das Fahrverhalten eines Motorrads aus? Oder wie bremse ich optimal eine Kurve an, um eben so optimal wieder heraus steuern zu können? Mit einem solchen oder ähnlichen Angebot erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Freizeitinteresse (das Computerspiel) mit realen Lebenswünschen (eine eigene Maschine fahren zu dürfen) verknüpfen zu können.