Need for Speed: Most Wanted

Genre
Rennspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2005.11
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox, Xbox 360, GameCube, Nintendo DS
System im Test
PC
Kurzbewertung
rasantes Autorennspiel rund um illegale Straßenrennen
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Spielbeschreibung:
In dieser “Need for Speed”-Version stehen einmal mehr wilde Autorennen im Mittelpunkt des Spielgeschehens. Allerdings nicht auf ausgewiesenen Rennstrecken, sondern in den Straßenschluchten amerikanischer Städte. Die Gegner: Autotuner, die mit ihren aufgemotzten Schlitten illegale Wettkämpfe veranstalten und um den ersten Platz auf einer sogenannten „blacklist“ kämpfen. Auf dieser „blacklist“ werden die erfolgreichsten Teilnehmer der verbotenen Rennen geführt.

In der Einstiegsszene schlüpft der Spieler in die Rolle eines solchen Wettkampfteilnehmers und nimmt mit einem schnellen Wagen an illegalen Rennen teil. Doch schon nach ersten erfolgreichen Rennen wird er an die Polizei verraten und verliert sein Fahrzeug. Aufgabe des Spielers ist es nun, sich mit einem normalen Wagen in der illegalen Rennszene hochzuarbeiten. Dies gelingt u. a. dadurch, dass er sie auf sein eigenes Fahrkönnen aufmerksam macht und möglichst rasant und verkehrswidrig fährt. Hat er z.B. eine Radarfalle entdeckt, heißt es hier im Spiel, entgegen der gängigen Praxis im wirklichen Straßenverkehr, Vollgas geben. Wurde der eigene Wagen dann mit entsprechend überhöhter Geschwindigkeit geblitzt, bekommt der Spieler einen Anruf von einem der „blacklist“ Kandidaten und wird zum ersten illegalen Rennen herausgefordert. Wird der Wettkampf gewonnen, folgen weitere Rennen mit neuen Herausforderern.

Neben der ständigen Verbesserung der eigene Platzierung in der „blacklist“, kann man nach jedem gewonnen Rennen mit sogenannten „Tuning Kids“ zusätzlich die Fahrleistung des eigenen Wagens, wie z.B. einem Turboboost (kurzzeitige Turbobeschleunigung), kontinuierlich ausbauen. Auch muss der Spieler aufpassen, dass er nicht von ständig herumfahrenden Polizeifahrzeugen entdeckt wird. Denn ist man mit seiner Raserei einmal aufgefallen, so hilft nur noch die Flucht und es kommt zu „spannenden“ Verfolgungsjagden mit den Gesetzeshütern.

Pädagogische Beurteilung:
Wie nicht anders zu erwarten, interessierten sich zumeist Jungen für dieses Rennspiel. Ihrer Meinung nach, ist die beste Spielumsetzung, was Grafik und Detailgenauigkeit betrifft, auf den Systemen für XBOX 360 und PC zu finden. Eine stimmige Soundkulisse mit Motoren-, Fahr- und Bremsgeräuschen sowie ein Soundtrack mit flotten Rock- und Hip-Hop Songs sorgen für eine unterhaltsame Spielatmosphäre. Entsprechend der Systemvoraussetzung wird allein und/oder im Multiplayer-Modus online oder vor dem Bildschirm gegeneinander gespielt.

Für einen erfolgreichen Spielverlauf ist reaktionsschnelles Handeln gefordert, wobei es gilt mit Rasanz und Geschick Hindernisse zu umkurven und die Rennstrecke ständig im Blick zu haben. Mit jedem Sieg, wächst die Herausforderung und die Gegner werden stärker. Nun sind ebenso Frustrationstoleranz und Geduld notwendig, um ein schon verloren gegangenes Rennen doch noch gewinnen zu können.

Auch wenn aus pädagogischer Sicht sicherlich kritisch anzumerken ist, dass im Spiel ein aggressiver Fahrstil belohnt wird, der andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, unterscheidet sich dieses Rennspiel dennoch nicht groß von anderen Spielen dieser Art. Im Vordergrund der Spieldynamik steht der Wettkampf mit anderen Fahrern. In dem Spiel können sie relativ schnell erfolgreich sein, Durchsetzungskraft beweisen und rasant agieren, ohne groß gefährdet zu sein. Wie die Rückmeldungen in den Spieletests deutlich machten, wissen die Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren sehr genau, wie gefährlich zu schnelles und verkehrswidriges Fahren sein kann. Und es ist interessant zu hören, welche Geschichten sie hierzu erzählen können. Da gibt es den Freund eines Freundes, dessen Vater mal geblitzt wurde, den Bekannten der Familie, der einen Unfall erlebt hatte oder den Autofahrer vor ihnen, der noch bei Rot über die Ampel gefahren ist. Oder einfach nur das Fernsehen, wo sie solche Verkehrsverstöße regelmäßig sehen.
Im Bewusstsein, wie anstrengend und gefährlich das Autofahren im wirklichen Leben sein kann, genießen sie umso mehr den Geschwindigkeitsrausch im virtuellen Spiel. Das dabei auch mal die Grenzen überschritten werden, schafft zusätzlichen Spielreiz. „Sich im Spiel mit der Polizei ein Rennen zu liefern, ist spannender als im Film, denn hier muss ich selbst zeigen, ob ich schneller bin. Und es macht Spaß, dass nicht immer alles gleich bestraft wird.“ (Sven, 13 Jahre).