Soulcalibur 3

Genre
Beat 'em Up
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Namco
Erscheinungsjahr
2005.11
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Beat´em-Up-Spiel mit hohem Herausforderungspotenzial
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels: Die ersten Spiele der „Soulcalibur“-Reihe sowie das Genre der Beat´em-Up-Spiele überhaupt, wurden anfänglich für die Arcade-Games (Automaten-Spiele) in Spielhallen entwickelt. Mittlerweile findet sich der Spieltyp in den verschiedensten Präsentationsformen auch auf den heimischen Spielekonsolen wieder.
Wie für das Genre der Kämpferspiele üblich, stehen im Mittelpunkt der Spielhandlung Kämpferfiguren, die sich in artistischer Art und Weise bekriegen. Trotz verschiedener Spiel-Modi und einer Spielgeschichte, besteht auch in „Soulcalibur 3“ das eigentliche Spielziel einzig und allein darin, unzählige Gegner mit den unterschiedlichsten Techniken und Waffen, wie Schwerter, Dolche, Speere, Lanzen, etc., zu besiegen. Mit jedem siegreich abgeschlossenen Kampf kann der Spieler seine Ausrüstung und seine Kampftechniken bzw. die seiner Spielfigur erweitern, neue Features freischalten und sich stärkeren Gegnern stellen.

Pädagogische Beurteilung:
Auf den ersten Blick erscheint ein solches Spiel als äußerst problematisch und ablehnungswürdig, da Spielinhalt, Handlungsmuster, Spielziel und Spielfiguren als aggressiv und bedrohlich erscheinen. Warum aber sind gerade Jungen von dieser Spielform fasziniert und was finden sie in diesen Spielen?
Über die körperliche Auseinandersetzung versuchen sie einen Teil ihrer Identität und Männlichkeit zu definieren, zumal sie noch nicht über die Möglichkeiten und Machtmittel, die Erwachsene besitzen, verfügen. Im Gegensatz zum realen Leben, wo solche Konflikte oft uneindeutig und gefährlich sind, erscheint ihnen im virtuellen Spiel die aggressive Auseinandersetzung als eindeutiges Regelwerk, das mit Geschick und Training erlernt und beherrscht werden kann. In den Computergruppen ließ sich immer wieder feststellen, dass auch die Jungen sich auf solche Spiele einlassen, die ansonsten realen körperlichen Auseinandersetzungen eher ausweichen. Die Kampfspiele haben für sie die Funktion, Identitätsbestimmungen in einer virtuellen Welt möglich zu machen, da sie die Spielfiguren als Symbole für Geschicklichkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Stärke betrachten. Auch „Soulcalibur 3“ kommt dem Wunsch der Spieler, Durchsetzungskraft und Stärke zu beweisen, entgegen.
Der Spieleinstieg ist recht einfach, spezielle Tricks lassen sich relativ schnell erlernen und ermöglichen dem Spieler erste und schnelle Spielerfolge. Diese Erfolge können fortgeführt werden, indem man seine eigenen Fähigkeiten durch gezieltes Training mehr und mehr ausbaut. Für die Spieletester ist „Soulcalibur 3“ kein stupides Prügelspiel, sondern eine ernst zu nehmende Herausforderung, in der man unentwegt gefordert ist, angemessen zu handeln: „Der Gegner kennt so viele Tricks, der gibt sich nicht so schnell geschlagen, da muss ich ständig reagieren und besser und schneller sein“ (Asran, 13 Jahre).
Trotz der aggressiven Einkleidung ist Soulcalibur 3 eher ein Geschicklichkeitsspiel, in dem es nicht um die Ausübung von Gewalt und Tötung geht, sondern vielmehr um die erfolgreiche und akrobatische Auseinandersetzung mit märchenhaften Figuren in einer fantastischen Welt. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die farbenprächtige Gestaltung der Spielfiguren und Szenarien und deren Einbettung in eine fiktionale Spiellandschaft.
Unsere Spieletester im Alter von 12 bis 15 Jahren, denen der Unterschied zwischen realer und virtueller Gewalt sehr wohl bewusst ist, waren vom Spielangebot begeistert, was sich darin zeigte, dass ihr Spielinteresse auch nach Wochen nicht abflaute. Es gefiel ihnen immer wieder neue der zahlreichen Spezialtechniken erlernen und in der Auseinandersetzung mit stärkeren Gegnern erproben zu können. Und es gefiel ihnen, dass ihre Geschicklichkeit und ihr Können von den anderen Mitspielern mit Anerkennung und Beifall kommentiert wurde.