Peter Jackson's King Kong

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.04
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox 360
System im Test
PC
Kurzbewertung
Action-Adventure mit Filmhandlung
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Beschreibung des Spiels: Wie in der gleichnamigen Neuverfilmung des Kino-Klassikers „King Kong“, reist Jack Driscoll auf die sagenumwobene Insel „Skull Island“, um einen Film zu drehen. Dort muss die Filmcrew gegen zahlreiche Dinosaurier und anderes Getier kämpfen, die hübsche Ann Darrow aus den Händen des Riesenaffen retten, ihn einfangen und schließlich nach New York verschiffen, um ihn dort zur Schau zu stellen.
Der Spieler steuert zunächst Jack Driscoll aus der Ego-Perspektive. Level für Level kämpft er sich gegen unliebsame Kreaturen den Weg frei, indem er sie mit Speeren oder Schusswaffen erledigt. Um in den jeweils nächsten Spielabschnitt gelangen zu können, muss man mit der Spielfigur spezielle Holzstangen suchen und mit ihnen die entscheidenden Tore zum nächsten Level öffnen. Die Stangen sind dabei nicht nur gut versteckt, sondern zumeist erst über Umwege zu erreichen. Beispielsweise muss Feuer gefunden werden, um Gestrüpp abbrennen zu können, damit ein zugewachsener Dschungelpfad freigelegt wird, oder es warten halsbrecherische Kletterpartien an Felswänden auf den Spieler.
Ab einer bestimmten Stelle im Spielverlauf wechselt der Spieler ein über das andere Level die Spielfiguren und steuert zeitweise auch King Kong. Aus Sicht der Verfolger-Kamera-Perspektive kämpft er mit ihm gegen Raptoren und klettert Felswände entlang. Beim Showdown in New York wirft er Autos durch die Häuserschluchten und klettert als letzten Ausweg auf das Empire-State-Buildung, wo King Kong zwar einige angreifende Flugzeuge abwehren kann, am Ende jedoch, genau wie im Film, verwundet vom Hochhaus stürzt und stirbt.

Pädagogische Beurteilung:
Die Spieletester waren vor allem zu Beginn des Spiels von der guten Grafik und dem Filmambiente beeindruckt, das das Spiel ihnen bot. Die Geschichte wird in aufwendigen computeranimierten Filmsequenzen mit den Original-Synchronsprechern des Kinofilms erzählt und nach jedem gemeisterten Level in den Handlungsverlauf eingespielt. Die Spieler empfanden die eingespielten Szenen als eine Art Belohnungsstatus für die vorab im jeweiligen Level geleistete Arbeit.
Die Hauptaufgabe des Spielers besteht darin, den richtigen Weg durch einen Spielabschnitt zu finden, Dinosaurier und anderes Getier aus dem Weg zu räumen und mit den gefundenen Stangen das Tor zum nächsten Level zu öffnen. Gegen die Kreaturen helfen zielsicher geworfene Speere und Gewehrschüsse, wobei die dafür nötigen Patronen sehr rar gesät sind. Für die meist männlichen Tester in unseren Erprobungen ging der Reiz zunächst vorwiegend von der Spielperspektive und den damit verbundenen Spielaufgaben aus. Meist kennen Kinder und Jugendliche diese Form der Computerspiele aus Ego-Shootern, bei denen eine Person aus der Blickperspektive gesteuert wird und sich der Gegner vor allem mit Schusswaffen entledigt. In Bezug auf „King Kong“ meinten die Spieler, dass in diesem Spiel einfach nur Ballern auf Dauer wenig Erfolg verspricht. Ihrer Meinung nach ist es viel wichtiger, sich darauf zu konzentrieren, die Orientierung im Spiel zu behalten, damit man die richtigen Wege frei räumt und die Stangen findet, um die Tore zu öffnen. Reizvoll fanden die Spieler die Möglichkeit, dass in zahlreichen Situationen die Kreaturen auch umgangen oder mit Ködern ausgetrickst werden konnten. Diese alternative Spielform wurde aber nur selten genutzt, da sich dadurch u. a. der Spielerfolg schwieriger gestaltete. Auf alle Fälle war es interessant zu sehen, dass manche Spieler sich darum bemühten, zu erfahren ob man das Spiel auch ohne Konfrontation angehen kann. Ein Grund hierfür mag vielleicht die Erkenntnis der Spieler sein, dass, wenn die Spielfigur im Kampf zu oft von Gegnern getroffen wurde, der Bildschirm verschwamm und unscharf und rot wurde. Spätestens jetzt hieß es für die Tester die eigene Spielfigur schnell in Deckung bringen, damit sie sich für ein paar Sekunden erholen konnte. Wer hier nicht aufpasste, musste mit seiner Spielfigur vom letzten Speicherpunkt aus neu beginnen.
Freude kam auf, als die Spieler zum ersten Mal die Möglichkeit hatten, King Kong zu steuern. Aus dem Action-Adventure wurde nun plötzlich ein Jump&Run-Spiel mit ganz anderen Handlungsforderungen. Der ständige Perspektivwechsel in den folgenden Spielabschnitten sorgte für große Abwechslung im Spielfluss. Sind im Action-Adventure-Teil eher Orientierung, Vorsicht, Taktik und zielsicheres Handeln gefordert, geht es im kämpferisch ausgerichteten Jump&Run-Teil mehr um Geschicklichkeit und reaktionsschnelles Bedienen des Steuergerätes. „Als King Kong ist es viel einfacher. Hier muss man nicht so viel nachdenken.“ (Malte, 12 Jahre).
Wie für eine Spielumsetzung eines Kinofilms üblich, bleibt die Filmhandlung auch im Spiel erhalten. Für unsere Spieletester, die den Film oder zumindest die Geschichte kannten, war somit klar und für sie auch erst einmal logisch, dass die Figur des King Kong auch im Computerspiel am Ende sterben muss: „Das Ende musste wie im Film sein!“ (Bastian, 12 Jahre). Dennoch gaben sie sich reichlich Mühe, dieses logische Ende zu verhindern, indem sie mit dem Riesenaffen so viele Flugzeuge wie möglich aus der Luft zu schlagen versuchten. Hier entstand unter den Spielern eine Art Wettbewerb, in dem jeder erproben wollte, ob man dem vorbestimmten Schicksal nicht vielleicht doch entkommen könnte. Als sie später erfuhren, dass es tatsächlich ein alternatives Spielende gibt, bei dem King Kong überlebt, wofür aber zuvor eine sehr hohe Punktezahl erspielt werden muss, waren sie wenig motiviert, dies auszuprobieren. Sie begründeten es damit, dass das Spiel und die Geschichte so spannend nun auch wieder nicht wären, um sich noch einmal erneut herausgefordert zu fühlen.
So handelt es sich bei diesem Spiel nicht nur um ein Spiel zum Film, sondern viel mehr um einen Film zum Mitspielen, der durch seine dichte Filmatmosphäre und die abwechslungsreichen Spielforderungen vor allem Jungen ab 12 Jahren in seinen Bann zieht. Negativ bewerteten die Spieletester die relativ kurze Gesamtspielzeit, die zumindest bei geübteren Spielern um die 10 Stunden beträgt.