The Matrix - Path of Neo

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Atari
Erscheinungsjahr
2005.11
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, Xbox 360, GameCube
System im Test
PC
Kurzbewertung
in eine Filmhandlung eingebettetes Beat em Up
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels: Vorlage für dieses Spiel ist die gleichnamige „Matrix“-Spielfilm-Triologie, in der die Frage gestellt wird, ob die Welt eine komplexe Illusion ist, die nur in manipulierten Gehirnen existiert?
Die Matrix ist eine Art virtuelle Welt, die über vernetzte Computer entstanden ist und von diesen kontrolliert wird. Neo, Trinity und Morpheus haben einen Weg gefunden, in diese Welt zu gelangen und wollen der Herrschaft von Maschinen und Robotern dort ein Ende bereiten, um die echte Welt, also die Menschen, vor einer Übernahme durch die künstliche Computerwelt (der Matrix) zu schützen.

Mit der Spielfigur des Neo bewegt sich der Spieler durch die Matrix und kann, im Gegensatz zur Filmvorlage, den Handlungsverlauf im Spiel teilweise variieren. Das eigentliche Ziel, die Zerstörung der Matrix, bleibt jedoch auch im Spiel erhalten. Um es zu erreichen, muss man eine große Anzahl an Gegnern erledigen, denn Soldaten, Ordnungshüter und feindliche Agenten konfrontieren ständig den virtuellen Helden auf seinem Weg durch die Matrix. Um siegreich bleiben zu können, helfen Tritte, Schläge und andere spezielle Kampf- und Tötungsattacken, die erlernt und kontinuierlich ausgebaut werden können.

Die Atmosphäre des Spiel ist geprägt durch dunkle und düstere Szenen in schwach beleuchteten Gebäuden, der Originalmusik aus dem Soundtrack, zahlreichen Filmszenen und dem unverwechselbaren Outfit der Filmcharaktere, die zumeist lange schwarze Mäntel und Sonnenbrillen tragen.

Pädagogische Beurteilung: Während die Film-Trilogie versucht, den Zuschauern nicht nur eine actionreiche, sondern auch interessante Filmgeschichte anzubieten, reduziert sich das Spiel ausschließlich auf kämpferische Inhalte. Die Geschichte selbst ist für das eigentliche Spielziel unbedeutend. So ist auch nicht verwunderlich, dass sich wieder einmal ausschließlich männliche Jugendliche von dem Angebot der kämpferischen Auseinandersetzung angesprochen fühlten. Ihnen gefiel es, sich als Superheld Neo gegen scheinbar übermächtige Gegner durchzusetzen, wobei ihnen in den zahlreichen Kampfsituationen jede Menge Schuss- und Stichwaffen zur Verfügung stehen, mit denen sie wirkungsvoll auch zahlenmäßig überlegene Gegner zur Strecke bringen können. Wie in diesem Genre üblich, müssen die Spieler dabei in erster Linie ihre Reaktionsschnelligkeit und Fingerfertigkeit an der Steuereinheit unter Beweis stellen. Gleichzeitig erleben sie sich als geschickt, erfolgreich, cool und durchsetzungsfähig.
Im Unterschied zu den sonst üblichen „Beat em Up“-Spielen, ist hier festzuhalten, dass die Spielhandlung trotz einer fiktiven Geschichte recht realitätsgetreu inszeniert wurde. Kritisch anzumerken ist, dass die Kämpfe dabei nicht nur realitätsnah, sondern sehr ausgiebig und sogar in Zeitlupe in Szene gesetzt sind. Einzelne und spezielle Kampf- und Tötungshandlungen werden so bewusst in den Vordergrund gestellt und bieten dem Spieler zusätzliche Faszination und Spannung. Die Jugendlichen jedenfalls waren angetan von der Möglichkeit, die Zerstörungs- und Vernichtungseffekte bei Gegnern und Gegenständen so betont ausführlich miterleben zu können.
Auch wenn sich laut Filmvorlage und Spielgeschichte die ausgeübte Gewalt nur gegen Roboter in menschlicher Gestalt richtet und die fiktionale Handlung mit ihren speziellen Charakteren von älteren Jugendlichen sicherlich auch so differenziert eingeordnet werden kann, muss dies für jüngere Spieler allgemein bezweifelt werden. Dafür wirkt das Spiel insgesamt zu düster, zu kämpferisch ausgelegt und die Spielfigur zu realitätsnah.
Trotz einer Alterskennzeichnung ab 16 Jahren durch die USK wissen wir, dass das Spiel durchaus von Jüngeren gespielt wird. Und es bestätigte sich, dass die meisten von ihnen gar nicht wussten, um was es in der Geschichte eigentlich geht. Vielmehr bemängelten sie die, ihrer Meinung nach, nicht immer gelungene grafische Umsetzung in bestimmten Kampfszenarien. Die Figur des Neo fanden sie auf alle Fälle „cool“.
Interessant war zu hören, dass besonders die älteren Spieler meinten, dass für sie das Spiel wesentlich spannender und abwechslungsreicher wäre, wenn Spielgeschichte und Spielforderung mehr Handlungsalternativen als nur bloßen Kampf anbieten würden: „So bleibt es halt nur ein Prügelspiel mit einer interessanten Filmgeschichte“.