Battalion Wars

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2005.12
Systeme
GameCube
System im Test
GameCube
Kurzbewertung
comic-artiger Genremix aus Strategie und Action
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels: Kurz vor seinem Abdanken möchte der Herrscher der Tundraner noch einen Militärschlag gegen die Westlichen Alliierten ausführen. Diese sind jedoch vorbereitet und ergreifen selbst die Initiative. Mit Gewehr, Bazooka und anderen militärischen Waffen führt der Spieler zu Fuß oder auch mal mit Panzer seine Truppen in die jeweilige Schlacht. Die 3D-Action-Strategie-Mischung wird in Echtzeit gespielt und bietet dem Spieler in 20 Missionen unterschiedliche Aufgabenstellungen und Herausforderungen, wie das erfolgreiche Absolvieren einer Truppenschule, das Befreien von Gefangenen sowie eine rasante Fahrt mit einem Jeep unter Zeitvorgabe. Mal ist es seine Aufgabe, die feindlichen Truppen schnellstmöglich ohne Feindberührung zu passieren, in anderen Situationen dagegen muss er sie gezielt ausschalten.

Pädagogische Beurteilung: Die militärisch eingekleidete und martialisch anmutende Geschichte verliert durch ihre comic-artige Darstellung und den slapstickhaft anmutenden Inszenierungen deutlich an Ernsthaftigkeit. Die Überzeichnung der Spielfiguren und der im Spielverlauf präsentierte „schwarze Humor“ schaffen eine eindeutige Distanz zu realen Bezügen. Auf Grund ihrer medialen Vorerfahrungen können ältere Kinder ab 12 Jahren das Spiel dementsprechend wohl auch einordnen. Sie beurteilten den Genre-Mix als „total lustig“, da die Figuren zumeist ungeschickt durch die Landschaften laufen und in ihren Darstellungen klischeehaft und nicht ernst zu nehmen erscheinen, wie zum Beispiel der Oberbefehlshaber der Westlichen Allianz, ein kleiner übergewichtiger Typ mit cholerischen Zügen.

Von der comic-artigen Gestaltung, dem Spielthema und den actionreichen Missionen fühlten sich ausschließlich Jungen angesprochen. Um in den Missionen erfolgreich zu sein und die Kämpfe für sich entscheiden zu können, mussten sie sich entsprechende Taktiken zurecht legen, mittels einer Übersichtskarte Marschrouten austüfteln und strategisch ihre Truppen formieren. Aus gemachten Fehlern konnten sie lernen und mit Spielverlauf ihre Wirkungsmächtigkeit nach und nach ausbauen. Kombinationsfähigkeit, langfristiges Planen und das Durchschauen von Wechselwirkungsprozessen waren dabei ebenso gefordert, wie die Fähigkeit, sich in schwierigen Situationen auch mal zurückzuziehen, sie neu zu überdenken und mit einem anderen Plan erneut anzugehen. Kam im Spiel zum Beispiel der Gegner einmal zu nahe oder wurde das eigene Fahrzeug zu stark beschädigt, dann erwies es sich als sinnvoll, auch mal den Rückzug anzutreten und schnell eines der „Medipacs“ zu suchen und aufzusammeln, um mit neuen Kräften und neuen Ideen das Spiel fortzuführen.
Dass die Sprachausgabe des Spiels in Englisch erfolgt und die deutsche Übersetzung per Text eingeblendet wird, beurteilten die jugendlichen Experten als „Nintendo typisch“ und störte sie dementsprechend auch wenig. Ihre Kritik galt vielmehr dem Preisleistungsverhältnis in Bezug zur Spieldauer: „Dafür, dass man „Battalion Wars“ in wenigen Stunden durchgespielt hat, ist es einfach zu teuer.“