The Bard’s Tale

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2005.06
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, iOS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Spannendes & humorvolles Action-Rollenspiel
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels: Mit „Bard's Tale“ kehrt eines der Erstlingswerke im Bereich des Rollenspiel-Genres wieder zurück. In einem mit Witz und sarkastischem Humor gespickten Abenteuer begleitet der Spieler einen schottischen Barden. Dieser ist eher ein Lebemann, der sich gerne Wein, Weib und Gesang widmet, als ein typischer Held. Und nicht Kampf und Ehre stehen im Vordergrund seiner Handlungen, sondern vielmehr kleine Gaunereien und Betrügereien. Seine Unternehmungen an das Geld anderer heranzukommen wirken wenig durchdacht, sind nicht immer erfolgreich und lassen ihn oft sprichwörtlich über seine eigene Beine stolpern.
Im Verlauf der ungewöhnlichen Abenteuergeschichte wird der Spieler immer wieder vor knifflige Rätsel und Herausforderungen gestellt, die es zu lösen gilt. Gleichzeitig muss er in Gesprächen mit anderen Personen taktisches Gespür zeigen und sich je nach Situationslage mal lieb und nett oder auch mal hämisch und böse verhalten, um Erfolg zu haben und seinem Spielziel näher zu kommen. Die vom Spieler jeweils getroffene Handlungsweise kann so den weiteren Verlauf der Geschichte begrenzt beeinflussen und ihn einfacher oder schwieriger geraten lassen. Neben seinen Waffenkünsten hat der musikalische Held natürlich auch einige Zaubertricks auf Lager. Bösewichte gilt es mit Magie und, wie es sich für einen Barden geziemt, natürlich auch mit Gesängen zu besiegen, welche im Spielverlauf erlernt werden können. So besitzt er beispielsweise die Fähigkeit, mit seiner Laute illusionäre Gestalten und Kräfte, wie z. B. einen Riesen, eine Spinne, einen Bogenschützen oder Blitz und Feuer an seiner Seite erscheinen zu lassen, die ihn in seinen Kämpfen tatkräftig unterstützen. Im Verlauf des Abenteuers kann der Spieler so bis zu vier Kreaturen gleichzeitig Befehle erteilen.

Pädagogische Beurteilung: Die detailreiche Grafik überzeugt mit einer farbenfrohen Fantasy-Landschaft. Untermalt wird das Spielgeschehen durch schottische Folklorelieder, die mit viel Witz und Charme präsentiert werden.
Anders als in den sonst typischen Rollenspielen, steht in diesem Spiel nicht das Ausbilden verschiedener Charaktere und das Ansammeln eines umfangreichen Inventars an Waffen im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, mit der Figur des Barden Aufgabe für Aufgabe zu erledigen und so den Verlauf der Geschichte in Gang zu halten. Von den Testern wurde bemängelt, dass das Spiel nicht mit mehreren angegangen werden kann. Auch steht nicht das Sammeln und Austauschen zahlreicher unterschiedlicher Gegenstände und Waffen innerhalb eines Inventarsystems im Vordergrund, wie es oft in anderen Rollenspielen üblich ist, sondern Aufgesammeltes wird entweder sofort verwendet oder aber in Gold gewandelt. Dies zwang die genreerfahreneren Spieler zum Umdenken. Trotz dieser Kritik waren sowohl die Jungen als auch einige Mädchen von der Aufmachung und Präsentation der Spielgeschichte positiv beeindruckt. Besonders den Älteren gefiel es, das Genre Rollenspiel einmal in witziger Form zu erleben und mit einem ungewöhnlichen, aber sympathischen Helden herausfordernde und abwechslungsreiche Abenteuer zu bestehen.
In seiner Spieldynamik wirkt die Geschichte wie eine Komödie, garniert mit einem Hauch von schwarzem Humor. In der Erprobung des Spiels zeigte sich, dass Jüngere diesen ironischen und sarkastischen Humor oft nicht verstanden, was ihren Spielspaß aber nicht im Geringsten minderte.