Dungeon Siege 2

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2005.08
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Kampforientiertes Rollenspiel
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Beschreibung des Spiels: Wie schon im ersten Teil, muss auch in der Fortsetzung dieses Action-Rollenspiels wieder einmal die Welt gerettet werden. Entsprechend dem Prinzip Gut gegen Böse wandelt sich in dieser Geschichte die Spielfigur vom Raubritter zum geläuterten Recken, der sich tapfer Lord Valdis und seinen zahlreichen Schurken entgegenstellt. Mit bis zu fünf Mitstreitern und einigen Haustieren streift man durch die mystische Welt von Aranna und erfüllt genretypische Aufträge, also kämpfen, suchen, aufsammeln und sich ständig besser ausrüsten.

Pädagogische Beurteilung: Im Gegensatz zum Vorgänger wirkt die Fortsetzungsgeschichte trotz linearen Spielverlaufs auf Grund zahlreicher Zwischensequenzen und zahllosen Dialogen wesentlich komplexer. So zumindest sehen es die Spieletester. Ihrer Erfahrung nach sind Auftragsherausforderungen und grafische Umsetzung wesentlich anspruchsvoller geworden und der Rollenspielanteil hat mehr an Bedeutung gewonnen. Wer sich einmal in einem Rollenspiel ausprobieren möchte, findet hier einen leichten Zugang. Der Einstieg in die Spielgeschichte ist filmähnlich aufbereitet und motiviert zum Losspielen. Als unerfahrener Söldner tritt man in die Dienste Valdis ein und lernt alles, was zum Handwerk eines richtigen Helden gehört. Doch schon bald stellt sich heraus, dass man auf der falschen Seite gekämpft hat. Valdis richtet sich gegen seine eigenen Männer und bringt einen Gefährten um. Plötzlich ist man Gefangener des zuvor gegnerischen Naturvolkes der Drayden. Um sich an Valdis rächen zu können, muss zunächst das Vertrauen der Drayden gewonnen werden. Und schon befindet man sich im Abenteuer und baut mit seiner Spielfigur nach und nach die eigenen Fähigkeiten sowie die Anzahl der Mitstreiter aus.
Das kampforientierte Rollenspiel bietet zahlreiche Herausforderungen, die insbesondere Jungen ansprechen. In jedem Kampf können sie sich bewähren und beweisen, dass sie Manns genug sind, um mit jeder noch so bedrohlichen Situation spielerisch fertig zu werden. Und wie im richtigen Leben, kann man auch im Spiel durch Erfahrungen stärker, intelligenter und geschickter werden und an Macht gewinnen. Wer umsichtig agiert und sein Handeln kritisch reflektiert, den erwarten zahllose Belohnungen in Form von Waffen, Rüstungen, Items oder Gold. Das motiviert sich ständig verbessern zu wollen. Überall im Spielverlauf sind darüber hinaus Truhen und Fässer mit Gegenständen verstreut. Die gefundenen Rüstungsgegenstände müssen klug verwaltet und den jeweiligen Gruppenmitgliedern passend zugeordnet werden. Ebenso wichtig ist es für den Spielerfolg, jedes Gruppenmitglied auf eine Kampfart bzw. Fähigkeit zu spezialisieren. „Es ist spannend, weil man im Team arbeiten muss, allein kann man das gar nicht schaffen.“ (Kevin, 12 Jahre)
Auch der Handel und Tausch von Rüstungsgegenständen untereinander ist bedeutsam und so fand unter den Spielern oftmals ein reger Tauschhandel statt: „Ich habe nicht einmal eine Rüstung. Wer kann mir helfen?“ – „Guck, was ich alles eingesammelt habe.“ – „Brauchst Du ein Schwert? Ich habe genug zum tauschen.“ Das Spiel bietet verschiedene Schwierigkeitsstufen, die erst freigeschaltet werden können, wenn es in der einfachsten Spielstufe einmal bestanden wurde. Stärkere Gegner und die Möglichkeit, die fiktionale Geschichte mit mehr Teammitgliedern angehen zu können, sorgen für neue Herausforderungen und Spielreize.
Die gelungene Hintergrundmusik und die ansprechende 3D-Grafik passen stimmig zur mystisch erscheinenden Atmosphäre des Spiels. Obwohl das Rollenspiel in seiner Präsentation nie überzogen brutal oder düster erscheint, ist dennoch festzuhalten, das Spielforderung, Spieldynamik und Spielthema eindeutig von kampforientierten Ausrichtungen bestimmt werden. Die medienpädagogische Arbeit zeigt, dass Kinder ab 12 Jahren in der Lage sind , die Präsentation solcher Abenteuer- und Kämpfergeschichten mit der nötigen Differenziertheit betrachten und einordnen zu können.