Star Wars III - Die Rache der Sith

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Lucas Arts
Erscheinungsjahr
2005.05
Systeme
Playstation 2, Xbox, Nintendo DS, Gameboy Advance
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
kampfbetontes Action-Abenteuer in der Star Wars-Welt
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Beschreibung des Spiels:
"Möge die Macht mit dir sein!". So oder so ähnlich haben es Millionen von Jugendlichen vor fünfundzwanzig Jahren als auch in der heutigen Zeit bedeutungsschwer über die Kinoleinwand schallen hören. Der Mythos "Star Wars" fasziniert damals wie heute Jung und Alt. Mittlerweile gibt es zu jedem Film-Mythos werbewirksam auch das entsprechende Merchandising-Produkt. Der Computerspielemarkt folgt dieser Vermarktungsstrategie und bietet regelmäßig zu jedem neuen Teil der Kino-Serie die dazugehörigen virtuellen Spiel-Adaptionen.
In "Star Wars III - Die Rache der Sith", einem Genre-Mix aus Action-Adventure und Rollenspiel, übernimmt der Spieler die Rolle der Filmhelden Anakin Skywalker oder Obi-Wan Kenobi, mit der Aufgabe den entführten Kanzler Palpatine, der Anführer des Guten und Rechten, aus den Fängen des teuflischen Droidenführers General Grievous zu befreien. Von Mission zu Mission kämpft man sich, mit Hilfe der "Macht" und des berühmten Laserschwerts durch das Science-Fiction-Territorium der Star Wars-Saga, von hochtechnisierten Gegnern belagert, auf dem Weg zur Rettung des gefangenen Kanzlers.

Pädagogische Beurteilung:
"Star Wars III - Die Rache der Sith" bietet dem Spieler einen leichten Einstieg. Ständige Erklärungen zur komplizierten Steuerung per Joystick, das Aufweisen der Missionen und deren Ziele sind ein guter Ersatz für das sonst in anderen Spielen angebotene Tutorial. Des Weiteren ist eine Vorauswahl zwischen den Schwierigkeitsstufen leicht, mittel und schwer zu treffen, die sich auf die Anzahl und Besiegbarkeit der Gegner auswirkt. Das Manko der grafisch nicht mehr auf dem neusten Stand stehenden Xbox kommt nicht zur Geltung. Die Grafik und damit die Science-Fiction-Welt sind sehr detailverliebt und anspruchsvoll animiert worden und lassen schnell den Gedanken an das Original vor der Kamera aufkommen. Damit in Einklang steht der Sound und die Spielmusik, die jeder Kinogänger in den Ohren hat. Die einzelnen, kampfbetonten Missionen sind mit vielen actiongeladenen Videosequenzen unterlegt, damit die Nähe zum aktuell dritten Teil der Filmreihe sichtbar bleibt. Dies schafft eine weitere Motivation für den Spieler. Gerade bei geringen Handlungsmöglichkeiten im linearen Spielverlauf bleiben dadurch Spannung und Spielspaß erhalten.

In den Spieletestergruppen zeigte sich eine besondere Begeisterung für den Kooperationsmodus. Trotz des anfänglichen Ärgernis, diesen erst im Einzelspiel freischalten zu müssen, war das Spiel zu zweit besonders gefragt, da eine Vielzahl von Robotergegnern lauern, die bei aller Konzentration und Geschick gerne in Zusammenarbeit erledigt wurden. Auch das Spiel gegeneinander ist möglich, dient aber, wegen seiner begrenzten Mittel innerhalb dieses Modus, mehr als Trainingsmöglichkeit. "Hier kann ich alle Machtenergien und mein Laserschwert testen, ohne dass ich gleich von Gegnern überrollt werde" (Marc, 15).

Losgelöst vom filmischen Hintergrund gehört diese Star Wars-Variante einem Spiel-Genre an, das vielen Konsolenspielern vom Prinzip her mehr als bekannt ist. Dennoch bietet es mit der Alternative der Machtausübung, das heißt, Gegner nicht mit der Laserschwertwaffe, sondern mit der Kraft der Seele auf vielen Wegen zu besiegen und sich selbst ungeahnte Kräfte und Athletik zu verleihen, eine ganz star-wars-spezifische Eigenschaft. Dies findet vor allem bei den männlichen Fans dieser Reihe Anklang. Der Spieler hat die Möglichkeit nach jeder einzelnen Mission die "Macht" in mehreren Punkten individuell zu steigern, je nachdem wie gut er in der vorherigen Mission abgeschnitten hat. Mit dieser Sonderausstattung schafft "Star Wars III" die Nähe zum Rollenspiel und vor allen Dingen eine mystische Variante, die vielen Gegner zu besiegen, was motorisches Geschick und Reaktionsschnelligkeit erfordert.

Den Jungen ab 12 Jahren fiel es leicht, die Hintergrundgeschichte und die Kämpfe im Spiel als auf den Film basierende fiktionale Angebote und Handlungen zu durchschauen. Vor allem auch deshalb, da fast alle Gegner selbst pure Technik sind und der Sieg über diese Gegner nur mit Fantasieelementen zu schaffen ist. Hinsichtlich der Bewältigung der Spielforderungen war bei den jüngeren Spielern zwischen 12 und 14 Jahren festzustellen, dass die hohe Anzahl an Optionen und die komplexe Steuerung in Verbindung mit der ständigen Belagerung und Schwere der Spielgegner (besonders die Endgegner) oftmals zu einer Überforderung führten. Ein sichtlich frustrierter Spielabbruch, insbesondere im Einzelspielermodus, war hier nicht selten. Umso beliebter war denn auch der Kooperationsmodus, in dem man gemeinsam mit anderen Mitspielern wesentlich erfolgreicher agieren konnte, was die eigene Motivation zusätzlich steigerte und den Frust deutlich verminderte.