Rise of Nations: Rise of Legends

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2009.03
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Komplexes Strategiespiel für geübte Spieler
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Beschreibung des Spiels
Im Gegensatz zum historischen Szenario der recht erfolgreichen Vorgängerversion "Rise of Nations", spielt die Story von "Rise of Legends" in einer fantastischen Welt, in der Magie, Roboter und Fabelwesen aufeinander treffen.
Comicartig wird die Geschichte von Giacomo erzählt, einem Adligen der Vinci-Sippe, einer europäisch anmutenden Kultur, die auf Wissenschaft und Technik setzt. Der junge Mann begibt sich auf einen Rachefeldzug und dringt dabei in unterschiedlichste Gebiete einer Phantasiewelt vor, um sich dort mit zwei fremdartigen Völkern, den Cuotl und den Alin, kämpferisch auseinander zu setzen. Um siegreich zu sein, muss er sich gegen uralte Riten, Artefakte, Zauberei und Drachen behaupten.
Wie in Strategiespielen dieser Art üblich (s. a. "Age of Empires 3") muss der Spieler sich schwerpunktmäßig um den Ausbau und die Erweiterung seines Stützpunktes (Basis), den Abbau von Rohstoffen, den Aufbau einer schlagkräftigen Armee kümmern und diese mit der richtigen Strategie siegreich gegen andere Völker ins Feld führen. Hierbei stehen ihm unterschiedliche Figuren (Helden) mit individuellen Eigenschaften zur Verfügung, die im Laufe der Spielgeschichte durch animierte Zwischensequenzen eingeführt werden. Des Weiteren kann er Handel und Forschung betreiben.
Das Spiel kann alleine, aber auch im Netzwerk oder Internet mit mehreren Mitspielern gespielt werden. Ein umfangreicher Editor bietet die Möglichkeit, eigene Karten und Szenarien zu entwerfen und durchzuspielen.

Pädagogische Beurteilung
"Rise of Legends" bietet im Gegensatz zum Vorgänger und anderen vergleichbaren Action-Strategiespielen wie "Warcraft 3" oder "Age of Empires 3" wenig Neues. Im Grunde genommen wird den Spielern ein altbekanntes Spielprinzip in einer neuen Verkleidung präsentiert.
Durch seine strategische Tiefe und die vielen Handlungsoptionen richtet sich das Spiel in erster Linie an Spieler, die bereits Erfahrungen mit anderen Spielen dieses Genres besitzen. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar einstellbar, jedoch auch auf niedrigster Stufe für ungeübte Spieler immer noch eine Herausforderung.
Vom Spielgenre sowie der Spielgeschichte, sich strategisch und militärisch mit anderen zu messen, fühlten sich ausschließlich männliche Jugendliche angesprochen. Die, die sich auf das Spiel einließen, empfanden das fantasievolle und fernab vom üblichen Fantasygewand angesiedelte Weltdesign als interessant und abwechslungsreich. Die detailreiche Grafik unterstützt dabei dieses Spielgefühl und wurde von den Testern durchweg als "gut" bewertet.
Die Story des Einzelspielermodus dagegen wurde von den Jugendlichen als nicht sonderlich spannend und stellenweise auch als unlogisch beurteilt: "Nur wegen der Story würde ich nicht weiterspielen!" (Spieler 14 Jahre).
Durchweg positiv wurden die verschiedenen Mehrspielermodi angenommen. Die variablen und umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten sorgten hier für lange Motivation und spannende Schlachten. Die drei unterschiedlich gestalteten Völker benötigen jeweils eine vollkommen eigene Taktik, um das Spielziel zu erreichen. Dass die Unterschiede der Kulturen sich nicht nur im Design der Einheiten zeigen, sondern sich auch unterschiedlich spielen lassen, fanden die Jugendlichen sehr gelungen. "Die verschiedenen Rassen sind einfach cool!" (Spieler, 15).
Aufschlussreich waren auch die Einschätzungen der Jugendlichen zu den alternativen Lösungswegen im Spiel. Ihrer Meinung nach gibt es zwar das Angebot, eigene Missionen auswählen zu können, "jedoch ist der Weg durch die vorhandene Story doch irgendwie vorgegeben und Handlungsfreiheit wird eigentlich nur vorgetäuscht". Und im Multiplayer-Modus besteht die Möglichkeit mit neutralen Städten Handel zu treiben, aber auch hier liegt der Schwerpunkt eindeutig im Aufbau einer Armee und der Konfliktlösung in Form einer Schlacht.
So bildeten denn auch die Jugendlichen im Mehrspieler-Modus mit großer Motivation immer wieder neue Teams, die gegeneinander antraten. Das Besiegen von menschlichen Mitspielern stellte für sie eine größere Herausforderung und Abwechslung dar, als das Spiel gegen den Computer. Im gemeinsamen Spiel probierten sie immer neue Strategien aus, wechselten die Völker und analysierten erstaunlich genau ihre in den vorausgegangenen Partien gemachten Fehler.
Wer das Spiel und somit die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten und Spezialfertigkeiten der verschiedenen Kulturen wirklich beherrschen will, der muss nicht nur strategisch fit sein, sondern auch Ausdauer und Konzentration unter Beweis stellen. Eine gute Koordination und schnelles Handeln sind ebenso gefragt. Wer dies nicht aufbringen kann oder will, der wird, insbesondere im Mehrspieler-Modus, schnell an seine Grenzen stoßen und voller Frust das Spiel abbrechen.
"Rise of Legends" ist ein komplexes und grafisch abwechslungsreiches Strategiespiel für geübte Strategen ab 12 Jahren, dessen Spielspaß sich größtenteils aus dem gelungenen Mehrspielermodus ergibt.