Fluch der Karibik - Die Legenden des Jack Sparrow

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2007.09
Systeme
PC, Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
wenig gelungene, lieblos wirkende Filmadaption ohne rechten Spielspaß
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung
"Fluch der Karibik: Die Legende des Jack Sparrow" wurde von den jugendlichen Testern euphorisch aufgenommen und sofort gespielt. Denn der Haupttitel lehnt sich an die zwei erfolgreichen gleichnamigen Kinofilme an. Johnny Depp und Orlando Bloom, in den Filmen als Jack Sparrow und Will Turner bekannt, finden sich in Form ihrer Filmcharaktere im Spiel wieder.
Die Veröffentlichung dieses Action-Adventures fällt mit dem Start des zweiten Films zusammen, hat jedoch inhaltlich wenig mit diesem zu tun. Die Hauptfigur des Spiels kämpft mit dem Schwert gegen verschiedene Gegner und muss dabei diverse, wenig komplexe Aufgaben erfüllen. Der versierte Spieler kann einige Filmszenen aus dem ersten Teil wie auch einige Charaktere wieder erkennen, die in die Spielhandlung integriert wurden. Im Verlauf des Spiels sammelt der Spieler Gold aus Truhen, die er auf seinem Weg entdeckt. Das Gold aus den Truhen wird in die Verbesserung der Angriffsfertigkeiten gesteckt. Je besser die Fähigkeit, desto mehr Gold muss man dafür bezahlen.

Pädagogische Beurteilung
Die jugendlichen Tester erkannten die im Spiel verstreuten Filmszenen, doch nach anfänglicher Begeisterung wurden die Gamepads schnell zur Seite gelegt. Das Spiel "ist so wie die alten Spiele, wo man nicht überall hingehen kann" (Lukas, 14). Es ist auffällig, dass in diesem Spiel die Bewegungsfreiheit der Figur stark eingeschränkt ist. Das Genre der Adventure im Allgemeinen zeichnet sich hingegen durch ein hohes Maß an Handlungsfreiheit aus, was im Spieler an dieser Stelle falsche Erwartungen weckt. Bei "Fluch der Karibik" kann nur der vorgesehene Weg abgegangen werden. Auch ist es nicht möglich "auf Steine oder Fässer zu springen oder viele Dinge zu bewegen wie bei Oblivion". Das sehr lineare Spiel birgt keine Überraschungen und ist daher wenig abwechslungsreich, weil "man nur immer den Weg lang läuft" (Calvin, 12).
Dazu kam, dass die Erwartungshaltung der Spieler an das Spiel nicht erfüllt wurde. "Die kämpfen im Film ja nicht so viel und sind auch mehr lustig" (Pascal, 13) sagte einer der Tester. Film und Spiel sind von der inhaltlichen Gewichtung her divergent. Ausgehend vom Film erwarteten die Jugendlichen ein Adventure mit Kampfszenen und "lustigen Sprüchen", spielten aber ein monotones (Schwert-) Kampfspiel mit einem Adventure-Background. Der Zwei-Spieler-Modus, in dem zwei Tester im gleichen Szenario kämpfen konnten, brachte nur kurzzeitig neuen Schwung in das Spiel.
Trotz leicht zu erzielender Erfolgserlebnisse im Handlungsablauf ließ sich das Gros der Spieler nicht länger als eine Stunde für das Spiel begeistern, bis sie es, enttäuscht vom monotonen Handlungsablauf, bei Seite legten. Frustration kam zu keiner Zeit auf, da es die Spieler weder geistig noch motorisch forderte.

Unter dem Strich gab es jedoch auch Tester, die das Spiel akzeptabel fanden. Der Großteil war allerdings enttäuscht, nicht zuletzt auf Grund der Begeisterung über die Filme, die das Spiel nicht aufs Neue wecken konnte. "Fluch der Karibik: Die Legende des Jack Sparrow" ist in erster Linie ein Marketingartikel zum Start des zweiten Films. Die 12 bis 15jährigen männlichen Tester, geschlossen Fans der Filme, waren durch den linearen, monotonen Aufbau des Spiels schnell gelangweilt und unterfordert. Die sporadischen Rätsel im Spiel wurden auf Grund ihrer Einfachheit als uninteressant wahrgenommen, worunter der Spielspaß zusätzlich litt.