Th3 Plan

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Monte Christo
Erscheinungsjahr
2007.04
Systeme
PC, Playstation 2
System im Test
PC
Kurzbewertung
Action-Adventure mit veralteter Grafik und misslungener Steuerung
Gruppenleiter
Helge Schölzel
OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit dem Spiel "th3 Plan" erhält man eine Mischung aus Splinter Cell und dem Film Oceans 11. Die Handlung ist dabei jedoch recht simpel und schnell erklärt:
Der Meisterdieb Robert Taylor wurde vor fünf Jahren von seinem Komplizen Stephen Forster bei einem großen Einbruch sitzen gelassen und landete daraufhin im Gefängnis. Nun will er Rache nehmen, die alte Beute zurückstehlen und Stephen bei seinen jetzigen Aufträgen im kriminellen Milieu zuvorkommen. Doch um dies zu bewerkstelligen, muss er zunächst aus dem Gefängnis ausbrechen.
Genau hier setzt die Handlung des Action-Adventures, welches mit der Steuerung verschiedener Charaktere auftrumpfen will, an.


Pädagogische Beurteilung:
In die Vorgeschichte eingeführt wird der Spieler mittels eines Videos im Comicstil. Das ist "sehr ordentlich gemacht" (Spieler, 13) und baut eine spannende Atmosphäre auf die aber leider kurz darauf durch die schlichtweg veraltete Grafik wieder zu Nichte gemacht wird. Hölzerne Bewegungen, eine nach dem Intro fehlende Sprachausgabe und 08/15 Musik tragen ihren Teil dazu bei. 
Spielerisch gesehen gibt es leider auch nicht besonders viele Höhepunkte. Die Idee, mehrere Charaktere mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten simultan befehligen zu können, ist zwar sehr gut, doch nicht besonders erfolgreich umgesetzt. Als "zu abgedroschen" (Spielerin, 13) bezeichneten die Tester die einzelnen Spielmerkmale. So stehen dem Spieler schon bei der Befreiung Taylors aus dem Gefängnis zwei solcher Charaktere zur Verfügung. Eine junge Dame, die die Wachen in Gespräche verwickeln und damit ablenken kann, sowie ein Spezialist fürs Schlösserknacken. Im Laufe der 13 Missionen des Spiels sammeln sich so 6 verschiedene Kriminelle mit ähnlich charakteristischen Eigenschaften um den Protagonisten.
Ziel dieser Aufträge, die an verschiedenen Orten wie z.B. in einem Nachtzug, im tschechischen Prag oder in London stattfinden, ist es stets jemanden zu befreien oder bestimmte Gegenstände zu ergaunern. Vorher müssen jedoch Alarmanlagen ausgeschaltet, Wachposten umgangen oder gegebenenfalls mit Waffengewalt aus dem Weg geschafft werden. Vonstatten geht das Ganze in Echtzeit und aus der Sicht von gleichzeitig maximal drei Personen (daher wahrscheinlich die "3" im Titel). Der Charakter, der gerade gesteuert wird, ist in der oberen Hälfte des Bildschirms zu sehen. Die beiden anderen teilen sich die untere Hälfte. Es kann stets zwischen den Komplizen hin und her geschaltet werden um die Aktion zu koordinieren. Doch automatische Aktionen, wie z.B. das Auffinden eines auf der Karte markierten Punktes klappen nur bedingt. Zu häufig bleiben die nun computergesteuerten Komplizen einfach an herumstehenden Gegenständen hängen. Passiert dies, muss wieder umgeschaltet und selbst die Kontrolle in die Hand genommen werden. Ein weiterer nervender Punkt ist das ständige Nachjustieren der Kamera. Sie ist hinter den Personen montiert (Third-Person-Perspektive) und muss stets mit der Maus korrigiert werden. Denn die ohnehin schon ungenaue Steuerung wird aufgrund der ungünstigen Kamerapositionen noch weiter erschwert. Dementsprechend sind viele Aktionen nur nach einigen Versuchen zu meistern. Der Taschendiebstahl, bei dem man mittels Steuerungstasten die dargestellte Hand ruhig halten muss, wird genauso zum Glücksspiel wie das schlichte Umlegen eines Schalters. So kam es den Testspielern als "rein zufällig [vor], wann man richtig steht" (Spieler, 15). Solche Erlebnisse in Kombination mit den festgelegten und nicht frei wählbaren Speichermöglichkeiten führten dazu, dass selbst Jugendliche mit einer hohen Frustrationstoleranz das Spiel nach einiger Zeit beiseite legen wollten.
Auch der integrierte Mehrspielermodus konnte die jugendlichen Tester nicht wirklich begeistern. Denn dieser unterstützt nur das Spielen an einem PC, mittels der normalen Maus-Tastatur Steuerung und zweier Gamepads und nicht zeitgemäß via Netzwerk. Dabei kann es schon als Frechheit bezeichnet werden, dass die Mehrspielerfunktion erst im Einzelspielermodus freigespielt werden muss. Nach einer erfolgreich absolvierten Mission hat der Spieler die Möglichkeit, selbige gemeinsam mit bis zu zwei Freunden erneut zu bewältigen. Dadurch verliert der sogenannte Multiplayermodus, der für Jugendliche immer eine große Motivation darstellt, jedoch komplett seinen Reiz.
Die Intelligenz der vom Computer gesteuerten Personen (die Künstliche Intelligenz) lässt ebenfalls häufig zu wünschen übrig. Die Wachen haben zwar Augen und sehen alles in ihrem in der Karte markierten Sichtbereich, aber scheinbar keine Ohren. Was hinter ihrem Rücken passiert nehmen sie also nicht wahr. Betritt man jedoch ihr Blickfeld, so schießen sie ohne Warnung, auch wenn man gar keine Waffe trägt. Blut fließt dabei zwar nicht aber als moralisch bedenklich kann man solche unreflektierten Handlungen ohne jegliche gewaltfreie Interaktion auf jeden Fall bezeichnen. Abgesehen davon, dass derart berechenbares weil gleichförmiges Verhalten der Computergegner dem Spielspaß nicht zuträglich ist.
Allgemein ist die Handlung für jüngere Spieler nicht geeignet. Es sind nämlich immer noch Kriminelle, welche der Spieler verkörpern soll. Und nicht nur kleine Gaunereien und Gefängnisbefreiungen gehören zu ihren Aufgaben, sondern auch der Einsatz von Waffen und Gewalt. So sollten Eltern bedenken, dass auch wenn gewisse positive Fähigkeiten, wie vorausschauendes Planen und kooperatives Handeln, bei diesem Spiel wichtige Anteile darstellen, diese jedoch stets in illegale Aktionen eingebettet sind. Jugendliche ab 14 Jahren dürften allerdings in der Lage sein, die dargestellten Handlungen ausreichend zu reflektieren und dabei den Abenteueraspekt der Geschichte, ähnlich den Mission-Impossible-Filmen, in den Vordergrund heben.

Fazit:

Th3 Plan ist ein Spiel mit einer wirklich guten Grundidee, welche jedoch in der nicht optimalen Umsetzung verloren geht. Eine veraltete Grafik und ungenaue Steuerung lassen das durch die Story vorhandene Potential schnell verschwinden. Aufgrund der häufigen Frustrationsmomente und der bedenklichen Handlung sollte das Spiel erst von Jugendlichen ab 14 Jahren gespielt werden.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass