The Binding of Isaac

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
HeadUp Games
Erscheinungsjahr
2011.09
Systeme
PC, Mac
System im Test
Mac
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Düsteres Abenteuer in einem Keller voller Monster
Gruppenleiter
Tobias Hübner
Georgs-Gaming-Group
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Spielbeschreibung:
Die Hauptfigur des Spiels ist Isaac, ein ganz gewöhnlicher und glücklicher Junge. Eines Tages hört seine religiös-fanatische Mutter jedoch die Stimme Gottes, die ihr befiehlt, ihr Kind zu opfern. Daraufhin flieht Isaac in eine Kellerlucke und damit in einen fiktiven Alptraum, in der er um sein Leben kämpft. "The Binding of Isaac " ist in unterschiedliche Verliese unterteilt, welche sich relativ schnell durchspielen lassen. Die Spieldauer beträgt ca. 1 Stunde. Bei jedem Neustart wird die Spielwelt jedoch völlig neu generiert, weshalb kein Durchlauf wie der andere ist und es durchaus Spaß macht, das Spiel mehrmals neu zu spielen. Hierbei sieht der Spieler das Geschehen aus der Vogelperspektive und kann Laufen, auf Gegner schießen und Gegenstände einsammeln. Gerade durch die eingeschränkten Möglichkeiten ist das Spiel sehr schwer und erfordert viel Konzentration, Geschick und Treffergenauigkeit vom Spieler.

Pädagogische Beurteilung:
Simple Steuerung
Die Steuerung des Spiels war für die meisten Tester aus unserer Gruppe, die erfahrene PC-Spieler sind, ziemlich einfach zu erlernen. Gespielt wird hierbei lediglich mit der Tastatur. Besonders Situationen, in denen der Spieler schnell reagieren muss, erfordern daher eine gewisse Erfahrung der Spieler. Die meisten der jugendlichen Tester waren hierbei enttäuscht, dass "The Binding of Isaac " keine anderen Eingabegeräte unterstützt. Es gibt zwar Mittel und Wege das Spiel mit einem Joypad zu steuern, aber es ist nicht klar, warum das Spiel diese Eingabegräte nicht nativ unterstützt.

Einfache, aber stimmungsvolle Präsentation
Die Grafik ist komplett in 2D und sehr einfach gehalten. Auf animierte 3D Sequenzen wurde hierbei komplett verzichtet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Spiel quasi im Alleingang von Edmund McMillen programmiert und gestaltet wurde, selbiger ist unter anderem für Spiele wie Super Meat Boy verantwortlich. "The Binding of Isaac" ist jedoch aller Einfachheit zum Trotz anzumerken, dass die Szenen sehr aufwändig gezeichnet wurden. Die Comic-Grafik beweist viel Liebe zum Detail und ist „schön“ anzusehen. Doch schön trifft es hier eher nicht, da das komplette Spiel vor alptraumhafter Elemente nur so strotzt. Die Gegner haben Reißzähne, blutige Münder oder leere, klaffende Augenhöhlen und auch mit Kothaufen oder Blut-und Urinpfützen wurde nicht gespart. Dazu kommt, dass auch die Endgegner einem makabren Alptraum entsprungen zu sein scheinen. Auch die Soundeffekte unterstützen die unheilvolle Atmosphäre, die durch einen sehr eingängigen und stimmungsvollen Soundtrack noch ergänzt wird.

Langzeitmotivation
Besonders auffällig ist der recht hohe Schwierigkeitsgrad des Spiels. Sobald Isaac stirbt, muss der Spieler wieder ganz von vorne beginnen. Eine Zwischenspeicherfunktion suchten die Tester vergebens. Doch gerade hier überzeigte die Tester das Spiel: „Das ist zwar schwer, aber man möchte es direkt noch einmal versuchen, da die Level nicht so groß sind“ (Tester 16 Jahre). Sobald die Tester das Spiel mehrmals durchgespielt hatten, wurden ebenfalls neue Power-Ups, spielbare Charaktere oder neue Gegner freigeschaltet. Das auf den ersten Blick sehr einfach anmutende Spiel, entwickelte so mit der Zeit immer mehr spielerischen Tiefgang. Das mehrmalige Durchspielen wurde den Testern hierbei auch nie langweilig, da die Spielwelt jedes Mal zufällig generiert wird: „Die Level und die Stockwerke sehen jedes Mal anders aus, man findet immer unterschiedliche Gegenstände und trifft auf verschiedene Gegner“ (Tester 16 Jahre).

Makabere Thematik
Die Geschichte des Spiels besitzt viele makabere Anspielungen und eine gehörige Portion schwarzen Humor, der allerdings in erster Linie für Erwachsene verständlich sein dürfte. Es ist jedoch interessant zu wissen, dass das Spiel nicht etwa wegen der dargestellten Gewalt oder der Verwendung von Blut eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen hat, sondern wegen blasphemischen Inhalten. In dem Prüfgutachten der USK heißt es: „Gegen diese weitergehende Freigabe sprach jedoch die biblische Hintergrundthematik. Hierbei kann durch die tendenziell blasphemische Botschaft eine Beeinträchtigung vor allem religiöser Kinder unter 16 Jahren nicht ausgeschlossen werden (Quelle: gamersglobal.de). Die religionskritische Thematik des Spiels kann durchaus verstörend auf Kinder wirken, da die Spielfigur (in Anlehnung an die biblische Geschichte von der Opferung Isaaks) gleich zu Beginn des Spiels von der Mutter getötet beziehungsweise geopfert werden soll. Neben der Hintergrundgeschichte finden sich noch viele weitere religiöse Konnotationen beispielsweise Power-Up Gegenstände wie die Bibel oder den Dornenkranz oder aber Endbosse wie die 4 apokalyptischen Reiter oder Satan.

Fazit:
"The Binding of Isaac" ist ein motivierendes Actionspiel mit ansprechender Spielmechanik und hohem Wiederspielwert. Aufgrund der düsteren Story und der dargestellten (Comic-)Gewalt wird eine gewisse Reflektionsfähigkeit gefordert, die in der Regel erst ab 16 Jahren gegeben ist. Die Stimmung des Spiels ist insgesamt betrachtet sehr makaber und blutrünstig mit vielen religiösen Anspielungen. "The Binding of Isaac " wurde allein am PC über 2 Millionen Mal verkauft, nicht zuletzt weil der Entwickler seit „Gish“ und „Meat Boy“ einen ausgezeichneten Ruf in der Gamesbranche hat.

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Spieletester
Georgs-Gaming-Group
Bocholt
Bewertung Spielspass