The Evil Within

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Bethesda Softworks
Erscheinungsjahr
2014.10
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Extrem hartes Psycho-Horror-Spiel, das sich ausschließlich an Erwachsene richtet
Autor
Ingmar Böke
Einzeltest
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Seit den wegweisenden Genre-Titeln Resident Evil 1 und 4 (Link zur Beurteilung) gilt der Japaner Shinji Mikami als Horror-Koryphäe. Nun kehrt er mit "The Evil Within" zu seinen Wurzeln zurück und liefert ein blutrünstiges wie verstörendes Spiel der härtesten Sorte. Von einem Gefühl permanenten Psycho-Terrors begleitet, muss der Spieler Unmengen deformierter Albtraumwesen töten, um sein eigenes Überleben zu sichern. Aufgrund begrenzter Munition und teilweise übermächtiger Gegner stellt auch das Verstecken vor den bizarren Kreaturen ein wiederkehrendes Spielelement dar. Selbiges gilt für das Lösen von recht simplen Rätseln.
Inhaltlich dreht sich "The Evil Within" um den Polizisten Sebastian Castellanos. Dieser wird zu Beginn des Spiels in eine Psychiatrie geschickt, in der ein Massenmord stattgefunden hat. Bereits nach kurzer Inspizierung des Tatorts wird Sebastian niedergeschlagen und findet sich nach seinem Erwachen in einem Schlachthaus wieder. Dort zerkleinert ein blutverschmierter Mann unzählige Leichen und trachtet schon bald auch Sebastian nach seinem Leben. Panisch flieht er vor dem menschlichen Monster, das ihn mit einer Kettensäge zu töten versucht, und gelangt nach seiner Flucht in eine bizarre Parallelwelt. Diese wird von den verschiedensten Sorten grauenhafter Wesen bewohnt. Gegen diese gilt es sich nun zur Wehr zu setzen. Gefangen in einem surrealen Albtraum, bleibt Sebastian Castellanos keine andere Wahl, als den zunächst unbegreiflichen Vorgängen auf den Grund zu gehen und verzweifelt um sein Überleben zu kämpfen. 

Pädagogische Beurteilung:
Überleben um jeden Preis
Aus der Schulterkameraperspektive wird Sebastian durch eine große Anzahl furchteinflößender Schauplätze gesteuert. Diese bewegen sich nicht selten im Bereich des Surrealen. Mit verschiedenen Waffen - zum Beispiel einem Messer oder einer Pistole - gilt es verschiedene Kreaturen zu töten, bevor sie dem Protagonisten ein grausiges Ende bereiten. Auch wenn das Spiel wiederkehrende Abschnitte bietet, in denen mit roher Gewalt Horden von Gegnern abgewehrt werden müssen, erweist sich der lautlose Weg oft als ebenso probates Mittel. Immer wieder muss sich Sebastian von hinten an seine Widersacher heranschleichen und sie möglichst unauffällig mit einem Messer aus dem Weg räumen. Als besonders adrenalintreibend erweisen sich Verfolgungssequenzen, in denen sich der Spieler – den nahenden Tod vor Augen – vor seinen erbarmungslosen Gegnern verstecken muss. Für spielerische Abwechslung sorgen darüber hinaus diverse Rätsel. Diese bieten einerseits nur eine geringe Herausforderung, ermöglichen anderseits aber dringend benötigte Durchschnaufpausen. Wie man es insbesondere aus Rollenspielen kennt, können an bestimmten Stellen des Spiels individuelle Fähigkeiten des Charakters aufgewertet werden.

Permanentes Gefühl der Bedrohung
"The Evil Within" unterscheidet sich deutlich von vielen anderen USK18-Action-Spielen. Das bloße Töten von Gegnern ist nicht das übergeordnete Ziel. Stattdessen steht das Wort Überlebenskampf über allem. Angst und Panik erweisen sich dabei als permanente Begleiter. Durch den hohen Schwierigkeitsgrad und den stets knappen Vorrat an Munition wird Sebastian viele Tode sterben. So kann sich der Spieler nur selten zurücklehnen. Unterstützt wird das intensive Erleben von "The Evil Within" nicht zuletzt durch eine bedrückende Farbgebung, brillante Soundeffekte sowie beeindruckend kreative Schreckensschauplätze. Für Frust sorgen hingegen einige zu schwere Spielabschnitte, eine teilweise unglückliche Kameraführung sowie eine ungenaue Steuerung. Eine gewisse Leidensfähigkeit wird vorausgesetzt, um nicht vor Beendigung des Spiels das Handtuch zu werfen. 

Flache Figuren
Wer bei den Charakteren des Spiels nach Identifikationspunkten sucht, wird sie wohl nicht finden. Zu blass und stereotyp bleiben die Figuren. Auch der Plot glänzt - trotz dem durchaus vorhandenen Unterhaltungswert - nicht eben mit Stringenz oder Plausibilität. Da die Entwickler den Fokus allerdings ohnehin auf andere Elemente gelegt haben, erweist sich dieser Punkt nicht als besonders schwerwiegend.

Sammelsurium aus Grausamkeiten
Sämtliche Lebewesen in "The Evil Within" werden wie Schlachtvieh behandelt. Die Grausamkeit, mit der sowohl Sebastian als auch die Gegner ihr Leben verlieren können, wandert dementsprechend von einem Gewaltexzess zum nächsten. Dass dem Protagonisten der Kopf abgehackt wird, erweist sich in der Welt des Shinji Mikami dabei noch als vergleichsweise harmlos. So ist das Spiel voll von verstörenden Elementen, die vielen Spielern tief unter die Haut gehen dürften. Seien es die Todesarten, die Schauplätze, das Kreaturen-Design, bizarre Fallen oder das übergeordnete Psycho-Terror-Feuerwerk. Demensprechend handelt es sich bei "The Evil Within" um einen Titel, der sich ausschließlich (!) an hartgesottene Erwachsene richtet.

Fazit:
Trotz des einen oder anderen Makels bietet "The Evil Within" eine beeindruckend intensive Spielerfahrung, in der das Wort Überlebenskampf über allem steht. In einem regelrechten Adrenalin-Feuerwerk erweisen sich Angst und Panik dabei als ständige Begleiter. Da das Spiel an jeder Ecke mit neuen Grausamkeiten und verstörenden Bildern aufwartet, versteht sich allerdings von selbst, dass es nicht in die Hände von Jugendlichen gehört. Verdeutlicht wird dies durch den Umstand, dass "The Evil Within" selbst einigen volljährigen Spielern stark an die Substanz gehen dürfte.