The LEGO Movie Videogame

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Warner Interactive
Erscheinungsjahr
2014.05
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, Nintendo 3DS, Playstation Vita
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
LEGO Spiel, das besonders für jüngere Spieler geeignet ist
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
LEGO-Spiele sind generationsübergreifend bei jungen und alten Spielern beliebt. Bezogen sich die Vorgänger noch auf bekannte Filmreihen, ist "The LEGO Movie Videogame" die Adaption des gleichnamigen Films. Hierzu wurde eine völlig neue Welt mit neuen Charakteren geschaffen. In dieser muss der Spieler in bewährter Manier Level laufend und hüpfend passieren, LEGO Objekte zerstören und anders zusammenbauen, verschiedene Sammelgegenstände finden und Gegner besiegen. Doch ob dieses altgediente Prinzip auch diesmal begeistern kann, haben die Spieletester der Stadtbibliothek Köln Kalk versucht herauszufinden.

Pädagogische Beurteilung:
Ein Stein gleicht dem anderen
Zu Beginn des Spiels lernen wir Emmet, einen freundlichen und leicht naiv wirkenden Bauarbeiter kennen. Sein Leben verändert sich schlagartig, als er zufällig auf einer seiner Baustellen das „Stück des Widerstands“ entdeckt. Wie der Zufall es so will, sind natürlich zwei Parteien hinter diesem mysteriösen LEGO-Stein her: die Schurken und Ganoven, die zukünftig versuchen Emmet das Leben schwer zu machen und die Liga der außergewöhnlichen Legohelden, welche Emmet zukünftig begleiten und bei seiner rasanten Reise unterstützen und beschützen. Bis zu diesem Punkt entspricht die Geschichte der filmischen Vorlage. Doch anders als diese schafft es das Spiel nicht, die richtige Atmosphäre einer waghalsigen Verfolgungsjagd entstehen zu lassen, obwohl während des Spiels zahlreiche Originalausschnitte des Films gezeigt und Spielinhalte dadurch angereichert werden. Das mag daran liegen, dass die Herausforderungen und Aufgaben der jeweiligen LEGO-Titel sich von Spiel zu Spiel ständig wiederholen und kaum bis gar keinen Raum für Phantasie und Kreativität lassen. Klar, es macht wie immer Spaß – allerdings auf die ständig gleiche Art und Weise: „Kennst du ein Spiel, kennst du alle Spiele“ (Felix, 12 Jahre). 
Und viel entscheidender: Die Botschaft des Films lautet unter anderem, dass eine lineare und vereinheitlichte (LEGO-) Welt nicht erstrebenswert ist, dabei ist das Spiel lediglich eine Neuauflage der alten Titel in neuem Gewand. Die Spieletester hätten sich frei erkundbare, offene Welten mit Sandbox-Modus und viel Kreativität wahrlich gewünscht. Die wenigen Boni und Easter-Eggs sind schnell entdeckt und eingesammelt und bieten nur ein kurzes zusätzliches Spielvergnügen.

Optische Darstellung
Auch wenn der Film und das Spiel aus Computeranimationen bestehen, schneidet "The LEGO Movie Videogame" deutlich schlechter ab. Die Grafik des Spiels ist gestochen scharf und gemessen am Qualitätsmaßstab einer Playstation 4 absolut sauber - doch ist genau dies nicht immer gewünscht. Schon gar nicht, wenn es sich um ein Spiel zum Film handelt und dieser ganz andere Maßstäbe vorgibt. Da der Film den Eindruck erweckt, im Rahmen eines aufwändigen Stop-Motion Verfahrens entstanden zu sein, erscheint die Grafik des Spiels einfach zu glatt. Besonders den Testern, die den Film kannten, fiel dies negativ auf. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu früheren LEGO-Titeln die Spielzeit spürbar verkürzt wurde. 

Bauen nur nach Anleitung

Eine Neuerung sind die Szenarien, in denen unser Protagonist Emmet im weiteren Verlauf des Spiels verschiedene Modelle strikt nach Bauanleitung baut. Die Art der Anleitung ist Jung und Alt wohl bekannt: sie unterscheidet sich nicht im Geringsten von den Bauanleitungen, die seit jeher den LEGO-Verpackungen beigefügt werden, nur dass sie in diesem Fall digital sind. Stein für Stein setzen wir die jeweiligen Modelle zusammen, wählen dazu aus dem Menü die entsprechenden Bauteile und sind darüber nicht sehr erfreut: „Mein kleiner Bruder hätte Spaß daran, mich beeindruckt nicht einmal die Bauanleitung von LEGO-Technik“ (Damian, 13 Jahre).
Dieser Eindruck bleibt während der gesamten Testphase bestehen. Es gibt keinerlei Überraschungen und nichts, was dem Spiel einen Alleinstellungscharakter verleiht. Anscheinend gab es einstmals einen Masterplan, der seitdem konsequent verfolgt wurde. Die mangelnde Risikobereitschaft seitens der Hersteller dämpft die Erlebnis- und Unterhaltungsqualität des Spieletests - es wurden einfach schon zu viele LEGO-Titel getestet, als dass irgendwer spürbar überrascht wäre. 

Fazit:
Die Spieletester kannten das Spiel! Sie kannten es, noch bevor der runde Silberling in den Tiefen der Konsole verschwand. Und sie mochten es! Sie mochten es, wie sie seit jeher jedes Spiel der LEGO-Reihe mögen. Ein sicherer Kandidat in jedem Kinderzimmer: Eine Welt ohne Gewalt und Schmerz, eine Welt, in der es zwar auch spannend und chaotisch zugeht, aber vor allem am Ende des Tages alles gut ist. So eine Welt entspricht jedoch nicht dem spielerischen Anspruch der Spieletester - zu reif empfinden sie sich für derart „seichtes Spielvergnügen“. Die Botschaft des Films sich gegen die „Vereinheitlichung der Welt“ zu erwehren, passt so gar nicht zu den durchweg linearen Verläufen des Spielaufbaus. Diese Ambivalenz wurde teils rege von den Spieletestern diskutiert. Daher scheint sich die Gruppe einig zu sein: Für Kinder, die den Film lieben, ist das Spiel ein Hit. LEGO-Titel Veteranen werden jedoch nicht sonderlich überrascht oder gefordert.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass