Tomb Raider: Legend

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Eidos Interactive
Erscheinungsjahr
2006.04
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, Xbox 360, GameCube, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation 2
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Action-Abenteuer für ältere Jugendliche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
1996 machten Computerspieler in aller Welt erstmals Bekanntschaft mit Lara Croft. Weitere Spiele sowie zwei Spielfilme und ein gewaltiger Werberummel trugen gezielt dazu bei, dass seitdem die virtuelle Abenteurerin, Archäologin und geheimnisumwitterte Aristokratentochter nicht nur bei Kindern und Jugendlichen Kultstatus genießt.

In ihrem neuesten Abenteuer heißt es wieder einmal rund um den Erdball reisen und sich bei der Suche nach einem mysteriösen Artefakt an die abgelegensten Orte der Welt begeben. Gleichzeitig erfährt der Spieler in Form von zahlreichen Rückblenden von einem dramatischen und mysteriösen Geheimnis aus Laras Kindheit, an dessen Geschehnisse sich die Heldin nur bruchstückhaft erinnern kann. Mit der Bewältigung der Abenteuergeschichte versucht der Spieler das virtuelle Kindheitstrauma zu lösen.

Außer eines neuen Erzählstranges, in dem nun das Verschwinden der Mutter im Vordergrund steht, hat sich ansonsten, was das Spielprinzip betrifft, nur wenig geändert. Aus der Sicht der "Verfolger-Kamera-Perspektive" (oder auch Third Person Perspektive) lenkt man den weiblichen "Indiana Jones" durch acht Levels und erkundet verschiedene Landschaften und Örtlichkeiten, beschreitet unwegsame Dschungelpfade, dunkle antike Steintempel und klettert Steilwände hinauf. Des Weiteren gilt es archäologische Schätze zu bergen, Höhlen zu erforschen und die Pläne von miesen Betrügern zu durchkreuzen. Die Abenteuerreise führt von London aus zunächst nach Bolivien und im weiteren Verlauf des Spiels an verschiedene Schauplätze in Europa, Südamerika und Afrika.

Mit Hilfe des Spielers bewegt sich Lara geschmeidig wie eine Katze und beweist dabei erstaunliche Bewegungsvielfalt. Sie kann z. B. von Liane zu Liane schwingen, Doppelsalti drehen, über reißende Bäche springen und glitschige Abgründe heruntersurfen. In Kombination mit akrobatischen Klettereinlagen und einem Magnethaken, der sich an verschiedenen Stellen befestigen lässt, muss die Heldin Wege und Zugänge in Höhlen, Tempeln und modernen Häuserschluchten finden und zahlreiche knifflige Rätsel lösen. Häufig handelt es sich hierbei um versperrte Türen, die sich nur durch das geschickte Verschieben von Kisten und anderen Gegenständen aktivieren und öffnen lassen. Bei ihren Erkundungstouren stößt die Abenteurerin immer wieder auf Gegner, die sie mit verschiedenen Waffen bekämpfen und erledigen muss.

Pädagogische Beurteilung:
Das Action-Adventure mit Jump&Run-Einlagen bietet eine detailreiche, realitätsnahe Grafik, die eine dichte Atmosphäre schafft und zu jedem Zeitpunkt die Lösung der Rätsel unterstützt. Die Geschichte ist spannend, aber nicht immer stimmig erzählt und wird in computeranimierten Filmen während und nach Abschluss eines Levels weitererzählt. Diese Präsentationsform macht den Spieler neugierig und motiviert ihn zugleich sich Level für Level neu anzustrengen, da zur Belohnung spannende und unterhaltsame Filmsequenzen auf ihn warten. Von der grafischen Qualität der Filmsequenzen waren einige Spieler so beeindruckt, dass sie teilweise das Gefühl hatten, "in einem interaktiven Film mitzuwirken". Das Spiel selbst empfanden sie als detailreich und abwechslungsreich animiert. Farbenprächtige Dschungellandschaften mit schönen Panoramen wechseln sich mit Höhlenlabyrinthen oder Unterwasserlandschaften ab.
Jedes Level ist gespickt mit unterschiedlichen Herausforderungen an das spielerische Können. Um sie erfüllen zu können, bedarf es neben einer guten Auge-Hand-Koordination auch intensiver Überlegung, wie die jeweiligen Schwierigkeiten gelöst werden können. Der Spieler muss Lara durch komplex aufgebaute Höhlensysteme steuern, Rätsel lösen, ihre verschiedenen Fortbewegungsmöglichkeiten (u. a. rennen, klettern, schwimmen, springen) geschickt und angemessen einsetzen und zahlreiche Gegner erledigen. In solchen Konfliktfällen heißt es dann: Töten oder getötet werden! Zur Bewältigung dieser Aufgabe finden sich Schrotflinten, Sturmgewehre, stationäre Geschütze oder Granaten, mit denen man effektvoll, martialisch und teilweise sogar in Zeitlupe agieren kann. Solche Spielinszenierungen sind für jüngere Spieler ebenso wenig geeignet, wie die diskriminierenden und vulgären Funksprüche der Teammitglieder und Gegner. Zu bemängeln ist auch, dass die Spielhandlung in den Action-Sequenzen keine Alternativen anbietet, um Kämpfe zu vermeiden oder Gegner auszuschalten, ohne sie zu "töten".
Ältere Spieler hingegen können mit solchen Spielinszenierungen zumeist reflektierter umgehen und sie dementsprechend mit der notwendigen Distanz einordnen. Ihrer Einschätzung nach wirken die Gewaltdarstellungen und rüden Kommunikationsformen nicht übertrieben aufdringlich, eher "unterhaltsam" bis "platt", die man "nicht wirklich ernst nehmen kann". Die genreerfahrenen Jugendlichen, ausschließlich Jungen, kritisierten dafür ganz andere Aspekte des Spiels. Sie empfanden die Geschichte, trotz zahlreicher Denkherausforderungen und Bewährungssituationen, insgesamt als nicht besonders schlüssig und bei ca. 12 Stunden als viel zu schnell durchgespielt.