Tomb Raider

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Eidos Interactive
Erscheinungsjahr
1996.10
Systeme
PC, Playstation, Sega Saturn, DOS
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Anniversary-Edition und Mobile-Version erhältlich
Kurzbewertung
Erster Teil der beliebten Serie
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Nostalgiker, Fans der Serie, Action-Fans
Sprache
Deutsch
Grafik
frühe 3D-Grafik
Sound
CD-Qualität, hauptsächlich Hintergrundgeräusche

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Power-Frau Lara Croft
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschicklichkeit, räumliches Denken, logisches Denken
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Gewalt als Form der Konfliktlösung, Darstellung des weiblichen Körpers
Gruppenleiter
Max Krueger
Retro-Tester MNGE Bielefeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Tomb Raider" ist eine der bekanntesten Spieleserien überhaupt und die Protagonistin Lara Croft eine wahre Ikone der Videospiel-Geschichte. In mittlerweile über 20 Spielen rennt, hüpft, rätselt und kämpft sich die ebenso toughe wie aufreizende Archäologin durch Ruinen auf der ganzen Welt, um antike Artefakte und Schätze zu finden. Bei dem vorliegenden Titel handelt es sich um den ersten Teil, der 1996 für den PC, die Sony PlayStation und den Sega Saturn erschien. Er sollte nicht mit dem gleichnamigen Reboot der Serie aus dem Jahre 2013 verwechselt werden, der für den PC, die Xbox 360 und die PlayStation 3 erschien.
Im Jahr 1996 war "Tomb Raider" aus mehreren Gründen eine Sensation. Zunächst wäre da die Tatsache, dass ein Action-Spiel eine Frau als spielbare Hauptfigur anbot, anstatt eines vor Muskeln strotzenden Kerls. Weiter ging es mit der, für damalige Verhältnisse, detaillierten 3D-Grafik, die einen schnell in die Spielwelt eintauchen ließ. Und zu guter Letzt kam dann noch die Kombination der Spielmechaniken aus Spielwelt erkunden, Rätsel lösen, Geschicklichkeitspassagen meistern und Kämpfe bestreiten dazu, welche bis heute das Genre des Action-Adventures prägt.
Die Handlung dreht sich um ein antikes Artefakt, den sogenannten „Scion“, den Lara für die Unternehmerin Natla finden soll. Diese hat allerdings finstere Absichten, die Lara im Laufe des Spiels aufdeckt und zu verhindern gedenkt. Ihre Reise führt sie dabei durch Peru, Griechenland, Ägypten und schließlich Atlantis. Jede dieser Welten ist in mehrere große Level unterteilt, die in einer festgelegten Reihenfolge durchgespielt werden. In jedem Level gibt es ein Hindernis, welches das Vorwärtskommen stoppt und das es zu überwinden gilt. Dafür müssen Schalter umgelegt, Blöcke oder Kisten verschoben, Zahnräder eingesetzt oder Mechanismen konstruiert werden. Nur gelegentlich werden Kämpfe gegen wilde Tiere wie Wölfe, Bären oder Fledermäuse, und später auch Fabelwesen und Dinosaurier eingestreut.

Pädagogische Beurteilung:
Schwieriger Einstieg
Neben der Grafik verrät der Einstieg in das Spiel am stärksten, wieviel sich in 20 Jahren Videospiel-Geschichte getan hat. Es gibt zwar eine voll vertonte Videosequenz, die den Einstieg in die Geschichte des Spiels darstellt, aber dann kommt es zu einem Bruch. Der Spieler wird einfach an den Anfang des ersten Levels gesetzt, ohne Hinweise zur Steuerung oder dem nächsten oder allgemeinen Ziel. Ein Tutorial ist zwar vorhanden, muss aber vor dem Start eines neuen Spiels im Hauptmenü gesondert ausgewählt werden, was nach Einschätzung der Tester viele junge Spieler übersehen könnten. Ohne diese und andere Hilfen, wie einer Karte oder einem Wegweisern, „wird man ziemlich in das Spiel geworfen“. Die Spieler mussten durch Ausprobieren oder Lesen der Anleitung selber herausfinden, was als nächstes zu tun ist und wie man Lara überhaupt steuert.

Tank-Controls á la 1996
Die Steuerung erfolgt in der PC-Version über die Tastatur. Gamepads werden zwar theoretisch unterstützt, allerdings nur solche, die im Jahr 1996 gängig waren. Moderne Gamepads sind nur durch den Einsatz von zusätzlichen Programmen zur Mitarbeit zu überreden. Infolge dessen steuert sich Lara etwas hakelig und ungewohnt, was bei den Testern mitunter zu Frustmomenten führte. Dies trat vor allem in den Geschicklichkeitspassagen auf, bei denen ein falscher Schritt oder eine schlecht getimter Sprung Lara in den Tod schicken kann.

Der Zahn der Zeit
Was vor 20 Jahren technisch beeindruckte, wirkt heute mehr als altbacken. Die Charakter- und Umgebungsmodelle sind sehr grob, die Texturen pixelig und die Sichtweite niedrig. Dennoch erzielen Farbgebung, Leveldesign und die fast nur aus Hintergrundgeräuschen bestehende Klanguntermalung ihre Wirkung. Die Tester beschrieben das Spiel durchweg als „stimmungsvoll, atmosphärisch und düster“, wobei sie die Qualität der Soundkulisse hervorhoben. Ein weiterer Effekt der veralteten Optik: Die Darstellung von Gewalt (an Tieren) ist allein aufgrund der technischen Limitierungen nicht sehr detailreich. Das Gleiche gilt für die 1996 noch anzüglich wirkenden „Kurven“ von Lara Croft.
Trotz all dieser Hürden waren die Tester motiviert, weiterzuspielen. Grund dafür waren die zum Teil kniffligen Rätsel, die es dem Spieler abverlangen, die Spielwelt gründlich zu erforschen. Außerdem wurde die Story als spannend und motivierend empfunden.

Die Alternative
Etwas verspätet zum 10-jährigen Jubiläum erschien 2007 Tomb Raider: Anniversary für die Xbox 360, PlayStation 2 und 3, PSP, Nintendo Wii und den PC. Hierbei handelt es sich um eine Neuauflage des ersten Teils. Geschichte und Leveldesign sind dabei übernommen worden, aber das technische Grundgerüst entspricht dem 2006 erschienenen siebten Teil der Serie Tomb Raider: Legend. Die Grafik ist damit zwar nicht auf dem Level heutiger Vollpreistitel, aber deutlich ansehnlicher. Außerdem wurde die Steuerung überarbeitet und auch moderne Gamepads werden unterstützt. Zudem füllen neue Zwischensequenzen und kurze neue Level-Abschnitte die erzählerischen Lücken der Originalversion. Bildschirmhinweise zur Steuerung und jederzeit abrufbare Hilfen erleichtern zusätzlich den Einstieg. Viele der Aspekte, die von den Testern als problematisch empfunden wurden, sind in dieser Version also verbessert, jeglicher Retro-Charme geht aber selbstverständlich verloren.

Fazit:
"Tomb Raider" ist ein durchdachtes und trotz der technischen Mängel motivierendes Action-Adventure. Gewalt ist hier zwar die einzige Form der Konfliktbewältigung die angeboten wird, allerdings spielt sie, sowohl was die Häufigkeit, als auch die Darstellung betrifft, eine sehr untergeordnete Rolle. Ein größeres Hindernis für jüngere Spieler stellen da eher die hakelige Steuerung und die mangelnde Begleitung sowie die fehlenden Hilfen zu Beginn des Spiels dar. Abhilfe kann die Anniversary-Edition schaffen, die ab 12 Jahren zu empfehlen ist. Das Original hat eine Alterskennzeichnung von 16 Jahren. 

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Spieletester
Retro-Tester MNGE Bielefeld
Bielefeld
Bewertung Spielspass

„Das Spiel ist stimmungsvoll, atmosphärisch und düster.“

„Anfangs wird man ziemlich in das Spiel geworfen.“