Transformers - Die Rache

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2009.06
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Action-Spaß ohne inhaltliche Tiefe.
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Dass Modellautos und martialische Actionfiguren auf Kinder (das heißt auf männliche Kinder) eine große Faszination ausüben, ist ein bekanntes Phänomen. Und so ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass die Entwickler des amerikanischen Spielzeugunternehmens Hasbro irgendwann Anfang der Achtzigerjahre auf die Idee gekommen sind, diese beiden Elemente miteinander zu verbinden. Geboren waren die Transformers, kleine Plastikmodelle riesiger japanischer Kampfroboter, die sich, abhängig vom jeweiligen Typ, mit wenigen Handgriffen in Sportwagen, Kampfpanzer, Düsenjets oder andere Vehikel transformieren lassen. Durch eine Zeichentrickserie, die wenig später ins Fernsehen kam, wurde der Erfolg noch verstärkt.
Mehr als zwanzig Jahre später nahm sich dann auch Hollywood des Stoffes an. 2007 kam die aufwendige Verfilmung in die Kinos, zwei Jahre später folgte die Fortsetzung. Wie heutzutage üblich, wurden beide Filmstarts von einer Reihe von Begleitprodukten unterstützt. Transformers – Die Rache ist das Spiel zum gleichnamigen Film. Entsprechend orientieren sich die zwei Hauptkampagnen, eine aus Sicht der edlen Autobots, die andere aus der der schurkischen Decepticons, lose an der Handlung des Films, was in Anbetracht der hanebüchenen Unsinnigkeit genau dieser filmischen Vorlage nicht unbedingt auf der Habenseite des Spiels zu verbuchen ist. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass beide Seiten versuchen, eine mächtige Energiequelle namens „Sun Harvester“ in ihre Gewalt zu bringen, von der – wie könnte es anders sein? – das Schicksal nicht nur der Transformers, sondern auch der gesamten Menschheit abhängt.

Pädagogische Beurteilung:

Von David Reinecke

Transformers – Die Rache profitiert von der gleichen Rezeptur, welche bereits die originalen Action-Figuren zu einem Erfolg gemacht hat: das ständige Wechseln der Form. In seiner humanoiden Roboterform kann der Transformer springen, an Häusern hochklettern und Nahkampfschaden austeilen, im Fernkampf-Modus werden die Gegner mit Feuerwaffen bekämpft und der Vehikel-Modus verleiht die Geschwindigkeit, ohne die bestimmte Aufgaben nicht zu lösen sind. Zwischen diesen drei Formen kann im Sekundenbruchteil auf Knopfdruck hin und her gewechselt werden. Das macht schon beim ersten Ausprobieren viel Spaß und es sieht auch beeindruckend aus. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, erfahreneren Spielern zuzusehen, die im rasenden Tempo und stets an richtiger Stelle zwischen den drei Formen wechseln. Den Schlagkombinationen von Prügelspielen vergleichbar, können Angriffsstafetten etwa im Fahrzeugmodus begonnen und dann, nach blitzschnellem Wechsel, in der Roboterform abgeschlossen werden, wodurch den Gegnern ein besonders verheerender Schaden zugefügt wird. Zwar bietet ein Tutorial vor dem Beginn der Hauptkampagne die Gelegenheit, die Steuerung auszuprobieren, die flüssige und punktgenaue Koordinierung der Verwandlungen des Transformers ist jedoch keine leichte Angelegenheit und kann gerade bei unerfahreneren Spielern zu Frustration führen.
Ist diese Aufgabe im Laufe der Zeit jedoch einmal gemeistert, hält sich der Anspruch des Spiels in Grenzen. Das Level-Design bietet nur wenig Abwechslung. In einem offenen Raum müssen zunächst die obligatorischen Roboter-Helfershelfer aus dem Weg geräumt und dann der End-Gegner besiegt werden. Davon abgesehen, gibt es nicht viel mehr zu tun. Außerdem ist es mit der Intelligenz eben dieser Computergegner nicht sonderlich weit her und es bereitet wenig Schwierigkeit, sie auszumanövrieren.
Die Geschichte von Transformers – Die Rache wird nicht streng linear erzählt, vielmehr ist es möglich, am Ende eines Levels zwischen unterschiedlichen neuen Herausforderungen zu wählen. Somit kann die sogenannte Handlung des Spiels, zumindest bis zu einem bestimmten Grad, frei gestaltet werden. Darüber hinaus bieten die Pausen zwischen den Levels dem Spieler die Möglichkeit, gewonnene Erfahrungspunkte (hier Energons genannt) in die Aufwertung der Fähigkeiten seiner verschiedenen Transformer-Spielfiguren zu investieren.
Die zwei Kampagnen bieten ca. zwanzig Stunden Spielspaß. Denn dass Transformers – Die Rache trotz der angesprochenen Mängel Spaß macht, steht außer Frage. Bei den Testern der Lise-Meitner-Schule rief die Mischung aus minimaler Handlung, pausenloser Action und der Möglichkeit auf seinem Weg durch die Levels so ziemlich alles dem Erdboden gleichmachen zu können, was einem vor den Zielsucher kommt, vorbehaltlose Begeisterung aus. Dass das Geschehen den Gesetzen der Physik dabei mitunter spottet – so ist es etwa möglich mit einem fliegenden Düsenjet in der Luft stehen zu bleiben – störte die Kinder nicht weiter. Und vor dem Hintergrund der ohnehin nicht ganz ernst zu nehmenden Grundidee, braucht es eigentlich auch nicht zu stören.
Ebenfalls positiv bewertete die Gruppe Grafik und Ton des Spiels. Trotz dieser Einschätzung der Tester muss festgehalten werden, dass sich Transformers – Die Rache in Bezug auf diese Kategorien zwar nicht zu verstecken braucht, um an die aktuellen Spitzentitel heranzukommen, reicht es jedoch nicht ganz.
Neben den beiden Kampagnen ist ein Online-Mehrspielermodus vorhanden, in dem, in bekannten Mehrspieler-Varianten wie z.B. Deathmatch oder Capture the Flag, gegeneinander angetreten werden kann.
Unterm Strich ist Transformers kein sehr gutes Spiel, aber auch kein schlechtes und es macht Spaß. Was sich beim besten Willen jedoch nicht konstatieren lässt, ist ein pädagogischer Mehrwert. Denn das, was man dem Spiel mit den Transformer-Action-Figuren noch zugute hätte halten können, dass es die Fantasie anregt nämlich, findet bei der digitalen Variante allenfalls in sehr viel geringerem Maße statt. An die Stelle der Vorstellungsleistung, welche die kleinen Plastikfiguren gewissermaßen zu einer Requisite der Geschichten im Kopf des Kindes werden lässt, tritt hier die Rechnerleistung.

Fazit:
Transformers – Die Rache ist ein etwas einfach gestrickter Spaß für große und kleine Kinder, von dem man sich allerdings keinen pädagogischen Mehrwert erwarten darf. Wer an rasanter, kurzweiliger Action interessiert ist, sich vom Mangel an Realismus und Handlung, einer schrillen Machart und der etwas unsinnigen Grundidee nicht abschrecken lässt, dem ist das Spiel aber durchaus zu empfehlen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass