Urheberrecht

Das Urheberrecht schützt die Leistungen von Kreativschaffenden. Es basiert auf der Annahme, dass eine vielfältige Produktion hochwertiger Kunstwerke wie Texten, Filmen, Fotos oder Computerspielen, nur entsteht, wenn diese durch starke Schutzrechte gesichert werden. Den Autoren, Journalisten, Filmemachern und Komponisten (u. a.) soll die ausschließliche Befugnis zustehen, darüber zu entscheiden, ob und wie ihre Werke genutzt werden. Zudem sollen sie an jeder wirtschaftlich relevanten Nutzung ihres Werkes finanziell beteiligt werden.

Was ist erlaubt?

Das Urheberrechtsgesetz enthält einen eigenen Abschnitt mit speziellen Paragrafen für Software. Diese Regeln sind – ganz klar ist das nicht – im Zweifel auch auf Computer- und Videospiele anwendbar.

Keine Privatkopien bei Computerspielen und Programmen!

Computerspiele und Programme dürfen nicht nach den Regelungen über Privatkopien vervielfältigt werden. Zulässig ist es vielmehr nur, sich eine (und das heißt: eine einzige) Sicherungskopie von seinem eigenen Original zu machen. Wer also kein Original besitzt, darf auch keine Sicherungskopie benutzen.
Ein Austausch von Computerspielen und Programmen mit anderen ist daher ausnahmslos verboten. Etwas anderes gilt lediglich für Produkte, die als „Open Source“ gekennzeichnet sind. Diese dürfen frei weitergegeben werden, weil die Entwickler der Programme dies ausdrücklich erlauben.

Sicherungskopien bei kopiergeschützten Computerprogrammen und Games

Eine bis heute letztlich unzureichend geklärte Frage ist, ob man Kopierschutzsysteme umgehen darf, um Sicherungskopien von Software oder Games zu machen. Die Rechtsverwirrung beruht darauf, dass die Spezialvorschriften für Computerprogramme bereits Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurden, als solche technischen Schutzmaßnahmen noch keine große Rolle spielten. Zwar enthalten sie eine Regelung, die sich mit Kopierschutz- und sonstigen Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Sie ist aber leider wenig eindeutig formuliert, so dass nicht klar ist, ob Kopierschutz oder das Recht zur Erstellung von Sicherungskopien vorgeht.

Weiterverkauf von Software und Games

Erlaubt ist es dagegen, Originale von Software und Games, die man auf einer CD- oder DVD-ROM gekauft hat, weiterzuverkaufen. Konsolenspiele, die man durchgespielt hat, bei Ebay zu versteigern, ist also rechtlich ebenso unproblematisch, wie ein Office-Programm oder dergleichen weiterzuverkaufen.

Problematisch erweist sich, wie auch bei Musik und Filmen, der Weiterverkauf von Computerspielen, die man nicht auf einem Datenträger erworben, sondern aus dem Netz geladen hat. Es ist zumindest unklar, ob solche Dateien weiterveräußert werden dürfen (z.B., indem man sie auf eine DVD brennt und dann bei Ebay anbietet). Vor Gerichten wird derzeit über diese Frage gestritten, auch die Politik hat das Problem erkannt und wird sich in der nächsten Zeit damit beschäftigen. Was allerdings dabei herauskommt, ist bislang noch nicht abzusehen.
Viele Anbieter versuchen mittlerweile mit Codes, die nur einmal einzulösen sind und an den Account des Kunden gebunden sind, den Weiterverkauf von Software zu erschweren.

 

Teile dieses Artikels entstammen der EU-Initiative klicksafe und wurden in Kooperation mit dem Spieleratgeber-NRW umgesetzt.