X-Men 3: The Official Game

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2006.05
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, Xbox 360, GameCube, Nintendo DS, Gameboy Advance
System im Test
Xbox
Kurzbewertung
Eintöniges Action-Adventure einer bekannten Comicserie
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Beschreibung des Spiels:
Die "X-Men"-Reihe erschien erstmals 1963 in den USA und gehört zu den erfolgreichsten Comicserien der 80er und 90er Jahre. Die "X-Men" sind eine Gruppe von Superhelden, die durch Gen-Mutation über besondere Fähigkeiten wie Telekinese, Wetterbeeinflussung oder Selbstheilungskraft verfügen und die sie zum Wohl der Menschheit einsetzen.
Wie so manch andere Superheldenserie wurden auch die "X-Men"-Helden neu fürs Kino entdeckt und mittlerweile ist der dritte Teil auf die Leinwand gebannt.
Das Computerspiel orientiert sich an der Geschichte des zweiten Filmteils und thematisiert den Kampf der Heldengruppe gegen die dunkle Geheimorganisation Hydra, die böse Geister aus der Vergangenheit mit eigenen Superkräften zum Leben erweckt hat.
Das Spiel präsentiert sich im Stil eines Action-Adventures. Der Spieler übernimmt in der Perspektive der Dritten Person die Steuerung über drei verschiedene Mitglieder des "X-Men"- Teams. Die Story wird gradlinig erzählt und der Spieler hat keinen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte. Lediglich an bestimmten Spielstellen erhält er die Wahlmöglichkeit zu entscheiden, mit welchem Helden er den nächsten Teil der Story erleben und erledigen möchte. In den verschiedenen Leveln muss er u. a. Türen öffnen, Schaltpulte suchen oder Generatoren zerstören. Hierbei behindern ihn Massen von Gegnern, die mit modernen Waffen, wie Gewehren und Elektroschockstäben, versuchen, die Superhelden auszuschalten. Hat man diese alle geschafft, erwarten ein zum Ende eines jeden Abschnitts spezielle Endgegner mit besonderen Stärken und Fähigkeiten. Wer auch hier siegreich bleibt, der wird mit knapp animierten Comicclips belohnt, die zwischen den Leveln die Geschichte weitererzählen.

Pädagogische Beurteilung:
Leider hat der Hersteller das Spiel für den deutschen Markt nicht lokalisiert, so dass das komplette Spiel nur in englischer Sprache erhältlich ist. Somit bleibt Spielern, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, ein Großteil der Story verschlossen, für manche dürfte sich sogar das Manövrieren durch die Menüs als schwierig erweisen.
Der Schwierigkeitsgrad ist vor jedem Level in drei Schritten anpassbar und bietet somit auch dem ungeübten Spieler die Möglichkeit, die Herausforderungen ohne Probleme zu meistern.
Die Steuerung wurde von unseren Testern als zweckmäßig empfunden. Mit der Zeit stellten die Spieler jedoch fest, dass einige der Steuerungsmöglichkeiten überflüssig waren, da man auch ohne sie im Spiel gut zurecht kommt. Für die Steuerung am PC ist ein Gamepad anzuraten, da so alle Manöver wesentlich flüssiger auszuführen sind, als mit Tastatur.
Von den Spielern wird gute Reaktion und Timing gefordert, da vor allem in den Kämpfen verschiedenste Aktionen schnell hintereinander ausgeführt und Spezialfähigkeiten der Helden im richtigen Augenblick eingesetzt werden müssen.
Die Tester, die die "X-Men"-Filme kannten, waren von der Inszenierung und Gestaltung des Spiels sofort angetan. Die Spielfiguren sind detailliert den Schauspielern aus den Filmen nachgebildet, was dazu beiträgt, dass die Kinder zeitweise das Gefühl hatten in einem Film zu spielen. Die Geschichte und der Handlungsverlauf sind im Comicstil gehalten und nicht übererregend detailreich oder realistisch gestaltet. Die Atmosphäre des Spiels erscheint nicht übertrieben düster und entspricht der Filmvorlage. Gleiches gilt für die kämpferisch orientierten Szenarien, die fiktiv und in ihrer Aggression deutlich zurückhaltend erscheinen.
Nach Abschluss eines jeweiligen Spielabschnitts kann man die unterschiedlichen Fähigkeiten seiner Figuren weiter ausbauen und verbessern. Gleichzeitig kann man lernen, mit welchen Fähigkeiten die größten und schnellsten Spielerfolge zu erzielen sind.
Die Möglichkeit drei verschiedene Helden wahlweise steuern zu können, sollte ein abwechslungsreiches Spielerlebnis versprechen, doch in der Umsetzung ist leider festzustellen, dass es in jedem Level hauptsächlich darum geht, Massen an Gegnern auszuschalten. Auch die Fähigkeit des Teleportierens, die von den Testern als eine der spannendsten Komponenten des Spiels empfunden wurde, dient oft nur zum Ausschalten der nicht besonders intelligent agierenden Feinde. Und um diese Herausforderung zu meistern, bedarf es keiner besonderen Strategie
Die Level, in denen man mit der Figur des "Iceman", der Wasser in Eis verwandeln kann, auf einem Eisstrahl dahin gleitet, sind etwas anders gestaltet. Hier muss man unter Zeitdruck reaktionsschnell mit dem Eisstrahl ausbrechende Feuer löschen, doch nehmen diese Abschnitte nur einen kleinen Teil der Spielzeit ein
So war es nicht verwunderlich, dass die meisten Spieler auf Dauer das Spiel als wenig spannend und abwechslungsreich empfanden. Auch bei den Fans der Serie (ausschließlich Jungen) ließen Spiellust und Spielspaß deutlich nach. - "Auf Dauer ist es immer das Gleiche und es wird langweilig."- (Spieler, 15 Jahre).
Gerade die verschiedenen Fähigkeiten der "X-Men"-Figuren hätten die Chance geboten, alternative Lösungswege anzubieten, die z. B. ein Zusammenspiel der Helden und die Kombination ihrer Fähigkeiten erfordern. Die Spieler hätten sich gewünscht, zu zweit oder zu dritt gemeinsam gegen die Gegner antreten zu können, was aber nicht möglich war, da dem Spiel eine Mehrspieleroption fehlt.
So überwogen am Ende der Beurteilung mehrheitlich die fehlenden und somit negativen Aspekte des Spiels.