Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #4985
Projekt Gecheckt! Technikfieber im Jugendzentrum
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Projekt Gecheckt! Technikfieber in Hürth

In der zweiten Osterferienwoche fand das Projekt Gecheckt! im städtischen Jugendzentrum in Hürth statt. Vier Tage lang hatten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, sich an der Verwirklichung eigener Medienprojekte zu versuchen. Warum nutzt du gerne Medien? Warum schaust du gerne Let’s Plays? Nach diesen und vielen weiteren spannenden Fragen, befragt das Projekt Gecheckt! Jugendliche in ganz NRW. Ziel ist, dass die Teilnehmenden einen reflektierten Umgang mit Medien lernen und ihre Medienkompetenz erweitern. Möglich gemacht wurde das Projekt durch das Jugendamt und das städtische Jugendzentrum der Stadt Hürth.

Von Karolina Albrich

Let’s Play - Rocket League:
Let’s Plays sind sehr beliebt bei Jugendlichen. Dass viele der Teilnehmer_innen gerne einmal selber ein Let’s Play produzieren wollten, war also nicht verwunderlich. Doch was benötigt man überhaupt, um ein Let’s Play zu machen? Das war den Jugendlichen noch nicht so ganz klar. Also bestand die erste Aufgabe darin, sich mit der technischen Umsetzung auseinanderzusetzen. Sie entschieden sich dazu, das Spiel Rocket League, einer Kombination ais AutorennspielundFußball, aufzunehmen. Weiterhin entschieden sie sich für die Konsole PlayStation 4. Hier benötigten sie also einen Laptop, eine Game Capture Box und ein Standmikrofon, um das Spiel und den Ton aufzunehmen. Nun war alles vorbereitet, um eine erste Aufnahme zu beginnen. Doch was möchte man den Zuschauer_innen überhaupt über dieses Spiel mitteilen? Hier stellten die Teilnehmenden Überlegungen an. Ihre Notizen legten sie gut sichtbar neben das Mikrofon, um sich während der Aufnahme daran orientieren zu können. Jetzt waren die Vorbereitungen abgeschlossen und die erste Aufnahme konnte beginnen. Zu Beginn war diese jedoch etwas holprig. Die Jugendlichen sprachen durcheinander und manchmal überhaupt nicht. Dies gefiel ihnen nicht, also entschieden sie sich dazu, einen Moderator einzusetzen. Der Moderator sollte Fragen zum Spiel stellen, sodass die anderen auf diese eingehen konnten und keine Ruhepausen entstanden oder durcheinander gesprochen wurde. Nach einigen Versuchen entstand eine Aufnahme, mit der die Teilnehmenden zufrieden waren. Im Anschluss daran ging es an den Bearbeitungsprozess. Ein Intro wurde erstellt, das Video geschnitten und ein Abspann eingefügt. Die Teilnehmenden waren überrascht, wieviel Aufwand die Produktion eines Let’s Play-Videos benötigt und wieviel Arbeit in die Vorbereitung genau wie den Bearbeitungsprozess gesteckt werden muss. Hier gibt es das Ergebnis.

Let’s Play Lucky Block Battle:
Eine weitere Gruppe wollte sich ebenfalls mit Let’s Plays beschäftigen, jedoch wählten sie einen völlig anderen Zugang. Mit mehreren Rechnern wollten sie in einer großen Gruppe eine LAN-Party bei Minecraft aufnehmen. Genauer gesagt ein sogenanntes „Lucky Block Battle”. Dies ist eine Modifikation von Minecraft, die es dem Spieler erlaubt, „Lucky Blocks“ in der Minecraft-Welt zu platzieren. Beim Zerschlagen dieser Blöcke werden Items freigegeben. Was für Items das sind, wird zufällig entschieden. Manchmal hat der Spieler Glück und er bekommt beispielsweise gute Ausrüstungsgegenstände, manchmal hat er aber auch Pech und TNT explodiert kurze Zeit später.
Als erstes machten sich die Teilnehmer daran, eine Arena in der Minecraft-Welt zu bauen, in der später bei der Aufnahme das „Lucky Block Battle“ stattfinden sollte. Dies nahm einen Großteil der Zeit in Anspruch, weshalb die Gruppe erst Mitte des zweiten Tages mit einer ersten Aufnahme beginnen konnte. Auch bei dieser Gruppe war das Problem, dass viele durcheinander redeten und kaum erklärt wurde, was im Spielverlauf geschieht. Nach einigen Versuchen wurden sie jedoch immer besser darin, das Spielgeschehen zu kommentieren. Leider erschwerten technische Schwierigkeiten den Aufnahmeprozess. Ursache dafür war vermutlich, dass das Aufnahmeprogramm nicht mit der Modifikation kompatibel war, weshalb im Endprodukt überwiegend schwarze Flächen zu sehen waren, statt der Minecraft-Welt. Aus diesem Grund entschieden sich die Teilnehmer am Präsentationstag dazu, ein „Live Let’s Play“ vor den Zuschauern zu veranstalten. Sie spielten ihr „Lucky Block Battle“ in der selbstgebauten Arena also live vor den Zuschauerinnen und Zuschauern und erklärten, was dort geschieht.

Minecraft-Doku-Tutorial:
Eine weitere Gruppe beschäftigte sich ebenfalls mit dem Thema Minecraft. Die Teilnehmenden hatten die Idee, ein Art Doku zu Minecraft zu produzieren, in der die ersten wichtigen Überlebenstipps innerhalb der Minecraft-Welt gegeben werden und in einem Tutorial gezeigt wird, welche ersten Schritte der Spieler in Minecraft vornehmen muss, um ein Game Over zu verhindern. Als erstes machten sich die Jugendlichen also daran, die Aufnahmen für das Tutorial zu produzieren, in denen sie besagte Schritte ausführten und diese mit Hilfe eines Aufnahmeprogramms festhielten. Im Anschluss daran überlegten sie, was sie dazu sagen wollten. Zudem war ihre Idee, dass sie selbst im Video zu sehen sein sollten, um dort die Sachen erklären zu können. Damit man ihre Gesichter nicht erkennt, zogen sie sich Minecraft-Köpfe aus Pappe an. Nun stellten sie sich vor den Greenscreen und machten mit einer Kamera Aufnahmen von sich, wie sie dem Zuschauer die zuvor aufgenommenen „Überlebenstipps“ in Minecraft erklärten. Zu guter Letzt vertonten sie ihr fertiges Video noch und machten Sprachaufnahmen, die über das Video gelegt werden sollten. Im Anschluss daran begannen sie, ihr Video zu bearbeiten. Die Greenscreen Aufnahmen mussten in das Minecraft-Video eingebunden und der Ton an die richtigen Stellen gesetzt werden. Hier gibt es das Ergebnis.

Hier finden Sie einen genaueren Einblick zum Projekt Gecheckt!