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Kirby: Triple Deluxe
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Kirby: Triple Deluxe

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2014.01
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Drei Spiele in einem, die Abwechslung und Spaß garantieren
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Kirby-Fans, Jump&Run-Fans
Sprache
Deutsch
Grafik
farbenfroh, niedlich
Sound
bekannte Kirby-Lieder

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Kirby
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschicklichkeit, Rätsel lösen, Gegner ausweichen/besiegen, Rhythmusgefühl
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Kämpferische Inhalte, allerdings ohne die Darstellung von Verletzungen
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit Kirby Triple Deluxe erschien der erste Kirby-Ableger für den Nintendo 3DS. In diesem Teil kann, wie der Name es andeuten lässt, aus einem von drei Spielen ausgewählt werden. Storymodus, Kirbys Recken oder Dededes Trommellauf. Der Storymodus ist ein Jump&Run und der Hauptmodus. Kirby entdeckt, dass seine Welt durch riesige Ranken in die Höhe gezogen wurde und muss mit ansehen, wie der Bösewicht Taranza König Dedede entführt. Kirby macht sich auf, um ihn zu retten. Kirbys Recken ist ein 2D-Beat 'em Up. Darin wählen die Spieler_innen eine Fähigkeit für Kirby aus und treten dann in verschiedenen Runden gegen andere Kirbys im Kampf an. Auch diese haben unterschiedliche Fähigkeiten in petto. In Dededes Trommellauf ist Taktgefühl gefragt. Die Spieler_innen steueren König Dedede und müssen in verschiedenen Leveln im Rhythmus zu altbekannten Kirby-Songs und innerhalb einer begrenzten Zeit von Trommel zu Trommel springen, dabei Münzen einsammeln und Hindernissen ausweichen. Neben diesen Spielmodi können aber auch noch weitere freigespielt werden.

Pädagogische Beurteilung:
Wovon handelt eigentlich die Geschichte?
Alle Spieletester_innen waren sich einig, dass Kirby der Held des Spiels sein muss. Er soll Abenteuer erleben, sich von Level zu Level sowie von Welt zu Welt kämpfen. Aber warum Kirby dies eigentlich tun sollte, blieb ungewiss: "Ich weiß nicht, wovon die Geschichte handelt" (Martin, 14 Jahre, HoT Schildesche), "Die Story wurde gar nicht gezeigt" (Tasnim, 12 Jahre, Luna Sennestadt). Nach erneutem Anspielen wurde jedoch klar, woher die Wissenslücke kam: Sie hatten die Videoeinführung weggeklickt. Die Spielgeschichte im Storymodus beginnt mit einem Video, welches mit einem Tastendruck sofort übersprungen werden konnte. Die Vorfreude, das Spiel endlich auszuprobieren, war so groß, da blieb die Story außen vor. Dem Spielerlebnis hat dies allerdings keinen Abbruch getan.
Nach erneutem Anschauen des Intros stellten alle fest, dass die Videosequenz ohne zusätzlichen Text zum Mitlesen oder gesprochene Worte zum Mithören war, sodass sie lediglich die Videosequenzen auf sich einwirken lassen mussten. Dafür musste die volle Aufmerksamkeit aufgebracht werden. Die ganz Ungeduldigen fanden es aber gut, dass sie nicht dazu gezwungen waren, sich das Video komplett anzuschauen.

Die Umsetzung des Jump&Runs im Story-Modus
Es gibt verschiedene Welten, die jeweils aus unterschiedlichen Leveln bestehen. Sind alle Level bestanden und ist schließlich der jeweilige Endboss besiegt, kann Kirby die Ranken aufsteigen und somit die nächste Welt betreten.
Wie man es von Kirby gewohnt ist, kann er Luft aufsaugen, sich aufblähen und damit durch die Lüfte fliegen. Außerdem kann er Gegenstände und Gegner aufsaugen. Besitzt ein Gegner eine spezifische Fähigkeit, verwandelt Kirby sich nach Herunterschlucken in diese Figur und nimmt dessen Eigenschaften an. "Richtig cool mit den verschiedenen Anzügen" (Florian, 12 Jahre, Luna Sennestadt). Es stehen ihm im ganzen Spiel 26 Fähigkeiten zu Verfügung. So wird er zu Schwertkämpfern, Bogenschützen, Feuerspeiern, Steinen und vielem mehr. Neu ist die Meganova-Fähigkeit, wodurch Kirby auch riesige Gegenstände in sich aufsaugen kann. Obwohl dieses Jump&Run es nicht ermöglicht, sich frei in den Welten zu bewegen, sondern sich die Spieler_innen nur nach links oder rechts bewegen können, spielt der Hintergrund eine wesentliche Rolle – denn auch dieser ist bespielbar und nimmt direkten Einfluss auf das Geschehen. Kirby kann so beispielsweise durch Sterne in den Hintergrund gebeamt werden und auch dort agieren. Um weitere Level freizuschalten reicht es allerdings nicht nur das Levelende zu finden, Kirby muss zusätzlich unterschiedlich viele Sonnensteine finden. Zusätzlich können zudem noch Glücksbringer gefunden werden.

Weitere Spielmodi sorgen für Abwechslung
Neben dem Story-Modus bietet dieser Kirby-Teil weitere reguläre Spielmodi an: "Kirby's Recken" und "Dededes Trommellauf". Des Weiteren können weitere Spielmodi freigespielt werden, sobald ein Modus abgeschlossen wurde.
"Kirby's Recken" erinnert an das beliebte Spiel "Super Smash Bros.", allerdings treten hier nur Kirbys gegeneinander an. Am Anfang muss eine Superkraft ausgewählt werden, dann beginnt der Kampf gegen die anderen Kirbys mit unterschiedlichen Fähigkeiten. In diesem Teil wird die Zeit, wie lange ein Kampf dauert, gemessen und daraufhin eine Rangliste erstellt. Als Fazit in diesem Spielmodus wurde rhetorisch gefragt: "Wie geil ist das denn bitte?" (Maria, 13 Jahre, HoT Schildesche).
In "Dededes Trommellauf" wird in die Rolle von König Dedede geschlüpft. Mit ihm muss man von Trommel zu Trommel springen, dabei Münzen einsammeln und Gegnern ausweichen, während die Zeit abläuft. Die Besonderheit in diesem Teil liegt darin, dass die Level auf beide Bildschirme aufgeteilt sind. Den richtigen Sprungrhythmus zu finden, ist dabei gar nicht so einfach, denn man muss die Sprungtaste im richtigen Moment drücken und dann wieder in der Mitte einer Trommel landen, damit die Sprungkraft nicht verloren geht. Dies führte teilweise zu Schwierigkeiten: "Ich soll mit A springen, dann drück ich A und es passiert nichts" (Maria, 13 Jahre, HoT Schildesche).

Technisch gute Umsetzung
Positiv ist aufgefallen, dass es drei verschiedene Spielstände gibt. So gab es unter den beiden Testergruppen HoT Schildesche und Luna Sennestadt keine Komplikationen, ob nun ein Speicherstand überschrieben werden soll oder nicht. Das Speichern erfolgt automatisch nach jedem Levelende und es waren keine Verluste zu befürchten. Die Steuerung wurde genau erklärt und konnte jederzeit im Pausenmenü aufgerufen werden, was vor allem bei der großen Auswahl an Fähigkeiten hilfreich war.

Nostalgische Gefühle
Den meisten war Kirby bekannt und so kam Freude auf, da die Spielmusik nur eine leicht abgewandelte Version der alten Kirbysongs war und die Tester_innen daher auch mitsummen konnten. Allerdings hielt die anfängliche Euphorie nicht lange an: "Die Musik fängt aber nach einer Zeit an zu nerven" (Felix, 14 Jahre, HoT Schildesche).

Nicht nur für eine junge Zielgruppe
Die Welten sind farbenfroh, vielfältig, comichaft und sehr niedlich: "Oh, wie süß" (Ahlam, 11 Jahre, Luna Sennestadt). Dies erweckt den Eindruck, dass die eigentliche Zielgruppe jüngere Kinder seien. Dennoch waren die Spieletester_innen der Meinung: "Man braucht viel Ruhe und Geduld" (Annette, 12 Jahre, Luna Sennestadt), was Kinder jedoch oft nicht haben. Außerdem sind die erforderlichen Sonnensteine gut versteckt. Man muss aufmerksam sein, um sie zu entdecken oder Rätsel lösen, um verschlossene Türen zu öffnen, da sie sich auch dahinter verbergen. In anderen Spielabschnitten müssen die Spieler_innen auf höherer Geschwindigkeit ein fehlerfreies Jump&Run absolvieren oder koordinatorisches Geschick beweisen, was vor allem Jüngere überfordern könnte.
Der Aspekt, dass das Spiel davon handelt, Gegner zu besiegen oder gegeneinander zu kämpfen, wird in der Altersbeurteilung etwas abgemildert: "Die Gegner lösen sich nur auf, man sieht keine Verletzungen und sie sterben auch nicht wirklich" (Felix, 14 Jahre, HoT Schildesche).

Fazit:
Kirby Triple Deluxe ist der erste Kirby-Titel für den Nintendo 3DS. Wie auch schon in den vorherigen Teilen muss Kirby im klassischen Jump&Run-Stil verschiedene Level absolvieren, weitere freischalten und Bosskämpfe bestehen. Die verschiedenen Spielmodi bringen Abwechslung und versprechen, dass das Spielerlebnis nicht langweilig wird. Die Figuren und Welten sind sehr farbenfroh, niedlich und liebevoll gestaltet, was den Eindruck erweckt, dass sich das Spiel hauptsächlich an jüngere Kinder richtet. Allerdings sind die Aufgaben knifflig, erfordern Geduld und gutes Geschick. Die kampfbetonten Elemente empfanden die Tester_innen als wenig problematisch an, da die Gegner nicht sichtbar verletzt werden oder sterben, sondern sich nur auflösen. Aus diesen Gründen eignet sich das Spiel für Kinder ab 8 Jahren. 
Das Spiel wurde von den Spieletester_innen im Alter von 11 bis 15 Jahren in den Punkten Grafik, Sound, Steuerung und Spielspaß gut bewertet. Sie würden das Spiel ganz klar an Freunde weiterempfehlen und sich weitgehend auch selbst kaufen.

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Spieletester
LUNA Sennestadt
Bielefeld
Bewertung Spielspass

"Die Gegner lösen sich nur auf, man sieht keine Verletzungen und sie sterben auch nicht wirklich." (Felix, 14 Jahre, HoT Schildesche)

"Man braucht viel Ruhe und Geduld." (Annette, 12 Jahre, Luna Sennestadt)

"Die Musik fängt aber nach einer Zeit an zu nerven." (Felix, 14 Jahre, HoT Schildesche)