Destroy all Humans

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
THQ Entertainment GmbH
Erscheinungsjahr
2005.05
Systeme
Playstation 2, Xbox
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Skurriles Action- Adventure mit starkem ironischem Anstrich
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Von der Kino Leinwand ins Wohnzimmer – die erfolgreiche Invasion nimmt ihren Lauf! Ein kleiner Bericht von Außeririschen – ein großer Tritt für die Menschheit….

Im Abenteuer "Destroy all Humans" schlüpft man in die Rolle des kleinen Aliens Cryptosporidium-137, kurz Crypto, mit der Mission menschliche DNS für sein Volk zu organisieren. Die Furons reproduzieren sich ausschließlich durch Klonen. Da dies allerdings bereits seit tausenden von Jahren passiert, wird neues genetisches Material benötigt - In diesem Fall von Menschen, da es dem der Furons ähnelt. Weil Cryptos Vorgänger, Cryptosporidium-136, vor einigen Jahren irgendwo in Nevada abstürzte, schickt man bei diesem Versuch ein ganzes Mutterschiff, um das begehrte Material zu besorgen. Bei dieser Gelegenheit sollen die Menschen auch gleich komplett ausgerottet werden. Stets von den Anweisungen seines Vorgesetzten Orthopox getrieben und unter Druck gesetzt, lässt Crypto es eher gemütlich angehen, und zerteilt die Zerstörung der Welt in zahlreiche Missionen, in denen er per Raumschiff, Jetpack oder auch mal per Fußmarsch unterwegs ist. Wenn auch bedeutend kleiner, so erinnert die Welt in der man sich bewegt vom Aufbau her der von Grand Theft Auto (GTA). Diese ist detailliert und voller kleiner Nebenmissonen, die sich überall auf der Karte verteilt entdecken lassen.
Da Crypto noch keine Erfahrung mit Menschen hat, versucht er sich zu nächst an Kühen. Schnell findet er jedoch heraus, dass es sich wohl um die falschen Erdenbewohner handelt, und er widmet sich den Farmern. Nach einigen Feldexperimenten rückt unser Protagonist zunehmend ins Interesse der Öffentlichkeit, was an Hand einer Fahndungslevel-Anzeige verdeutlicht wird. Der Spieler ist also stets informiert, ob die Dorfpolizei, das FBI, das Militär oder die staatliche Geheimorganisation Majestic hinter ihm her ist. Im Laufe des Spiels wird diese Anzeige immer entscheidender für das überleben des kleinen grauen Eindringlings. Der Schwierigkeitsgrad im Spiel entwickelt sich parallel zur Geschichte.
Aber trotz Fahndungsdruck braucht man sich als Crypto wahrlich nicht zu verstecken. Eine fliegende Untertasse ist noch das normalste Accessoire in seiner exotischen Ausrüstungspalette. Neben bereits erwähntem Fluggerät, stehen Crypto die "Zap-o-Matic" (seine Standartwaffe), und verschiedenste Handfeuerwaffen, wie "Desintegrator-Strahl" und "Ionen-Fetzter" zur Verfügung. Aber was ist ein echter Forscher ohne wissenschaftliches Gerät? Auch hier hat Crypto einiges in Petto. Die Analsonde beispielsweise wird wie der Name erahnen lässt, rektal eingeführt und dient der DNS-Gewinnung. Wer stets fleißig DNS zum Mutterschiff bringt, bekommt quasi als Aufwandsentschädigung neue Waffenfähigkeiten oder Tuning für das UFO.
Furons können aber viel mehr als nur mit den verschiedensten Waffen umgehen. Dank Ihres überproportionalen Kopfes, sind sie zu verschiedenen telepatischen Tricks in der Lage. Hypnose und der "Holobob-Modus", bei dem Crypto sich für kurze Zeit in einen Erdenbewohner verwandelt, sind nur ein kleiner Auszug seines Könnens. Trotz seiner Fähigkeiten ist Crypto in keiner Weise unverwundbar. Einfache Faustschläge, Wasser oder die "Men in Black" ähnlichen Waffen der "Majestic" setzten ihm schwer zu. Nur gut dass er über die Fähigkeit verfügt sich selbst zu heilen.
So plötzlich Crypto auftauchen kann, so plötzlich tun das leider auch seine Gegner. So ist es leider keine Seltenheit, dass man sich über einem Dorf schwebend in Sicherheit wägt, und wie aus dem Nichts das Militär oder gar Majestic-Einheiten unmittelbar unter der eigenen Untertasse stehen. Trotz dieser grafischen Unerfreulichkeit ist die Umsetzung von "Destroy all Humans" durchaus gelungen. Auch rasantes Tempo bringt die Grafik nicht an Ihre Grenzen. Details wie Charaktere und die unterschiedlichen Fahrzeuge und Waffen sind nett animiert und einfallsreich umgesetzt. Die Steuerung gestaltet sich intuitiv. Auch die ohnehin recht kurzen Ladezeiten werden mit filmposterartigen Bildchen versüßt. Schlicht weltklasse ist die Auswahl der Musik, die zu jeder Zeit erfrischt und an gruselige Low-Budget Alienfilme aus den 50er Jahren erinnert.
Leider ist das erobern der Welt eine Arbeit für Einzelgänger. Crypto und sein exzentrischer Vorgesetzter Orthopox scheinen hier keine Konkurrenz zu dulden, und so muss sich der Spieler mit dem Singleplayermodus begnügen. Als Entschädigung gibt es allerdings eine Reihe von Goodies, wie z.B. das Making of.

Destroy all Humans ist ein sehr gelungenes Spiel, welches mit einem starken ironischen Anstrich daherkommt. Der Spielverlauf gestaltet sich abwechslungsreich und bunt. Anleihen an die "Trash-" Kultur und Filme der 50er Jahre und der überspitzt klischeehafte Umgang mit dem Thema "Außerirdisches Leben", schaffen eine humoristische Einkleidung des Spiels. Allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass der Spieler in der Lage sein sollte, diesen Aspekt auch zu erkennen. Das Spiel beinhaltet viele gewalttätige Handlungen, auch wenn diese, um dem skurrilen Humor treu zu bleiben, äußerst unrealistisch gestaltet sind. So ist die USK Einschätzung "ab 16 Jahren" durchaus ernst zu nehmen. Es passieren im Spiel regelmäßig Dinge, die für jüngere Jugendliche oder Kinder nicht geeignet sind. Alles in allem ist "Destroy all Humans" jedoch für Spieler ab 16 Jahren sehr amüsant, und wird sicher schnell eine Fangemeinde gewinnen.