Project Gotham Racing 4

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2007.10
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
grafisch beeindruckendes Rennspiel mit vielen Möglichkeiten
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Der Markt der Rennspiele hat sich vor allem in den letzten 5 Jahren stark gewandelt. Eine riesige Anzahl unterschiedlicher Rennspielserien buhlt um die jugendlichen und erwachsenen Fans leistungsstarker Edelkarossen und Superrennwagen.
Der Vorgänger der Project-Gotham-Racing-Reihe startete 2001 unter dem Titel "Metropolis Street Racer". Der neuartige Ansatz des Spiels war, nicht nur die Rennplazierungen zu belohnen, sondern eine besonders elegante oder spektakuläre Fahrweise durch Punkte, sogenannte Kudos, zu honorieren. Diese konnte der Spieler später gegen neue Fahrzeuge und Strecken eintauschen. Es ging also nicht mehr nur darum zu gewinnen, sondern möglichst spektakulär zu fahren.
In Project Gotham Racing 4 (im Folgenden PGR4 genannt) kann der Spieler erstmals neben verschiedenen Sportwagen auch auf Motorräder zurückgreifen. Sieben verschiedene Klassen von Automobilen und Motorrädern stehen dem Spieler zur Auswahl. Von Klassikern bis zu hochgezüchteten Neuentwicklungen werden alle Wünsche des Rennsportfans erfüllt. Die Rennen führen über abgesperrte Rennstrecken in verschiedenen Metropolen wie St. Petersburg, New York, Tokio oder Las Vegas. Für Deutsche Fans interessant: Auch der Nürburgring kann befahren werden.
Im Arcademodus findet man Geschicklichkeitsübungen, wie das Durchfahren eines Slaloms oder das Driften durch Kurven, Zeitrennen oder auch Eleminatorrennen, bei denen nach einer gewissen Zeit immer der Letztplazierte ausscheidet. Jede Aufgabe kann in vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden absolviert werden.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eine Karriere zu beginnen. In diesem werden die Aufgaben des Arcademodus durch einen Rennkalender miteinander verbunden.

Pädagogische Beurteilung:
Die Präsentation von PGR4 befindet sich auf dem allerneusten Stand. Die Grafik ist sehr detailliert und sowohl die Fahrzeuge, als auch die Strecken sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Diese, fast fotorealistische, Aufmachung wirkte auf die Jugendlichen überaus reizvoll. In der eigenen Garage können sie mit einer Art Bildbearbeitunsprogramm ihre freigespielten Wagen individuell gestalten und ihre Kreationen dann anderen Spieler über den (nicht kostenlosen) xbox-live-Dienst präsentieren. Zufällig ausgewählte Bilder anderer Spieler werden dem Spieler beim virtuellen Rundgang durch Poster in den eigenen vier Werkstattwänden präsentiert.
Auch der Sound ist gut gelungen und passt hervorragend zu den ausgewählten Fahrzeugen. Der Soundtrack umfasst aktuelle Musikstücke, aber auch klassische Musik von Wagner oder Mozart. Diese mutige Zusammenstellung des Soundtracks unterstreicht die abwechslungsreiche Aufmachung des Spiels.
Die Steuerung ist eingängig und einfach zu erlernen. Die Fahrzeuge reagieren sehr direkt auf die gegebenen Befehle. Hier merkt man, dass es den Entwicklern mehr um eine actionlastige Ausrichtung des Spiels ging. Auf allzu große Simulationsanteile wurde bewusst verzichtet. Bei PGR4 steht das unkomplizierte Steuern der Fahrzeuge und das Finden der Optimallinie während des Rennens im Vordergrund.
Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade finden sich auch Anfänger gut im Spiel zurecht und können schnell erste Erfolge feiern. In den höheren Schwierigkeitsgraden werden jedoch auch Profis wirklich gefordert. Der kleinste Fehler wird von den Computergegnern gnadenlos bestraft, ohne genaue Streckenkentnisse ist der letzte Platz vorprogrammiert.
Viele verschiedene Modi sorgen für eine lang anhaltende Motivation. Hierbei gilt es, das Fahrzeug geschickt zu Steuern und sich den Attacken der Gegner zu erwehren. Abschnitte ohne Gegner, wie Slalompacours und Zeitrennen, lockern das Geschehen auf und schaffen zusätzlich Abwechselung. Da sich Autos und Motorräder im Spiel auch wirklich unterschiedlich steuern lassen, kann jede Herausforderung im Spiel gleich doppelt angenommen werden: wahlweise auf zwei oder vier Reifen.
Auf eine Hintergrundgeschichte wurde vollkommen verzichtet und auch im Karrieremodus findet lediglich eine Verbindung von einzelnen Rennen durch einen Kalender statt. Die Muliplayeroptionen des Spiels sind vielfältig. Sich via Internetverbindung mit anderen Spielern aus aller Welt zu messen, dauert nur wenige Augenblicke. Mittels eines Headsets (Kopfhörer mit Mikro) können die Fahrer sich sogar während des Spiels mit einander unterhalten. Dies übt auf jugendliche einen besonderen Reiz aus und schafft kommunikative Kontakte. Hierbei ist jedoch insbesondere bei Kindern darauf zu achten, dass diese auf diesem Weg in den verbalen Kontakt mit Erwachsenen treten können – mit allen Vor- und Nachteilen. Dieser Punkt sollte Eltern bewusst sein, wenn Sie Ihren Kindern Zugang zu einer xbox360 mit Internetanschluss verschaffen.

PGR4 spricht durch seine Thematik und Aufmachung besonders männliche Jugendliche ab 12 Jahren an. Luxusautos freizuschalten und mit diesen über exotische Strecken zu rasen gehört zu den Träumen viele Jugendlicher. Zu Beginn des Spiels wird darauf hingewiesen, dass die Rennen nichts mit der Realität zu tun haben. Dies ist jedoch den meisten Teenagern auch ohne Führerschein bewusst. Wirkungsstudien zu diesem Thema kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass vor allem Jugendlichen im Spiel bewusst Grenzen überschreiten, deren Wichtigkeit sie im Alltag anerkennen. Im Gegensatz zu anderen Rennspielserien geht es in PGR4 auch nicht um illegale Straßenrennen, also um das Übertreten von Gesetzten, sondern um Rennen auf abgesperrten Straßenabschnitten.

Fazit:
"Projekt Gotham Racing 4" ist ein grafisch beeindruckendes Rennspiel mit einem enormen inhaltlichen und technischen Funktionsumfang. Kinder und Jugendlich ab 10 Jahren werden keine Probleme damit haben, sich im Spiel zu Recht zu finden. Das Spiel bietet die Möglichkeit, via Headset über das Internet mit anderen Mitspielern zu sprechen. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass hier in erster Linie Erwachsene mit einander kommunizieren und dass eine Inanspruchnahme dieser Funktion daher auch bedeuten kann, dass Ihr Kind an Erwachsenenunterhaltungen teilnimmt.