Definition

Eine allgemeingültige Definition des Exzessiven Spielens existiert noch nicht, da es sich hierbei nicht um ein anerkanntes Krankheitsbild handelt und noch keine eindeutigen Forschungsberichte zu diesem Thema vorliegen. Von der Glücksspielsucht, die mittlerweile anerkannt ist, unterscheidet sich das Exzessive Spielen durch die Geldeinsätze. Der Exzessive Spieler benötigt meist keine oder vergleichsweise geringe Geldeinsätze, um eine befriedigende Rückmeldung aus dem Spiel zu bekommen. In vielen Fällen wird das Exzessive Spielen  als "Störung der Impulskontrolle" bezeichnet, womit eine Therapie dieses speziellen Krankheitsbildes sichergestellt ist.

Vom "Vielspieler" oder "Power-User" unterscheidet sich der Exzessive Spieler dadurch, das meist die Umwelt (Familie, Freunde) oder der Spieler selbst unter seinem Computerspielverhalten leidet.

Exzessives Spielen kann auch bezeichnet werden als: Online-Sucht, WoW-Sucht, schädlicher PC-Gebrauch, Computer-Sucht, Medien-Sucht, Internet-Sucht,  Exzessive Mediennutzung, Computer-Abhängigkeit, Störung der Impulskontrolle.

Was ist exzessives Spielen?
Über die Anzahl der wöchentlichen Spielstunden allein lässt sich exzessives Spielen nicht beschreiben, hier sind die Grenzen oft fließend, es entwickelt sich in dem meisten Fällen oft eine veränderte Problemlösungsstrategie. folgenden Kriterien können auf ein Problem mit exzessivem Computerspielen hinweisen:

  • Wenn bei Problemen und Sorgen nicht nach einer Lösung gesucht wird, sondern der Computer hochgefahren und gespielt wird, handelt es sich um exzessives Spielen.
  • Dies ist auch der Fall, wenn der Spieler seinen Mediengebrauch nicht mehr unter Kontrolle hat, sondern wichtige Dinge, die er/sie sich vorgenommen hat, zu Gunsten des Spiels vergisst oder wiederholt vernachlässigt und das Verlangen zu spielen nicht mehr selbst kontrollieren kann.
  • Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen treten auf, wenn man nicht am Computer spielen kann oder darf.
  • Es wird immer länger und häufiger gespielt und andere Vergnügungen oder Interessen werden vernachlässigt.

Das Exzessive Spielen entspricht dem Abhängigkeitssyndrom nach ICD 10 (Dilling et al., 2000) und DSM-IV-TR (Saß et al., 2003) in folgenden Kriterien:

  • Einengung des Verhaltensraums. Der starke fast zwanghafte Druck beziehungsweise das Verlangen, am Computer zu spielen. Dauernde gedankliche Beschäftigung mit dem Spielen.
  • Kontrollverlust. Mehrere Versuche, das Verhalten einzuschränken, misslangen (nicht aufhören können). Keine Kontrolle über Dauer der Spielzeiten.
  • Entzugserscheinungen. Wenn der Computer nicht genutzt werden kann, treten Unruhe und gedankliche Beschäftigung mit dem Spielen auf.
  • Toleranzentwicklung. Die Nutzungsdauer wird erheblich gesteigert.
  • Negative soziale und personale Konsequenzen. Berufliche, schulische und soziale Verpflichtungen werden vernachlässigt.