Könige der Wellen

Genre
Sport
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2007.09
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS, GameBoy Advance
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kurzweiliges Surfspiel zum gleichnamigen Film
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Keinem anderen Industriezweig hat die Vernetzung der Welt durch das Internet wohl so sehr geschadet wie der Filmindustrie, so zumindest das von ihr vermittelte Bild. In Zeiten von massenhaft verbreiteten Raubkopien und globaler Tauschbörsen oder Hostanbietern, versucht man natürlich alle Vertriebsmöglichkeiten des Marktes auszunutzen. Nun ist es im Grunde nicht derartig neu, dass uns ein erfolgreiches Produkt auf nahezu allen erdenklichen Kanälen wieder und wieder präsentiert wird. Man denke nur an die erfolgreichen Videospieladaptionen von „Michael Jackson’s Moonwalker“ (Video von Moonwalker auf Youtube) oder an die mittlerweile von Kennern bzw. Nostalgikern als Kult eingestuften Konsolenumsetzungen der „Stirb Langsam“ Filme. Relativ neu ist es allerdings, dass mittlerweile gefühlt zu jedem Film aus den Staaten, ganz sicher bei vermeintlichen Hollywoodblockbustern und eigentlich jedem Animationsfilm auch das entsprechende Videospiel auf den Markt geworfen wird.

So schickt der französische Spieleentwickler Ubisoft Mitte September 2007 kurz nach Kinostart des Animationsstreifens„Könige der Wellen“ genau solch eine Spieleumsetzung auf den (deutschen) Markt. Der eher mäßige Erfolg des Titels an den Kinokassen, schien dabei kein Hindernis, ist doch der Weg vom Animationsfilm zum Videospiel nicht gar so weit. Und ähnlich wie beim Filmpedant gilt es letztlich den am Südpol alljährlich zu Ehren der Surflegende „Reggie ‚Big-Z’ Belafonte“ stattfindenden Surf-Cup zu gewinnen. Natürlich wurden auch die im Film vorkommenden Charaktere, allesamt Pinguine, und ‚Gegenden’, wie etwa „Pin Gu-Eiland“, übernommen. Im Grunde, sieht man mal von einigen weiteren Überschneidungen beim Sound ab, war es das dann auch schon mit den Parallelen zwischen den beiden Umsetzungen von „Könige der Wellen“.

Die vier Hauptcharaktere des Films sind dabei von Anfang frei spielbar und weitere sechs können mit errungenen Erfolgen freigeschaltet werden. Das Turnier findet dabei an 13 verschiedenen Schauplätzen statt, die sich vermeintlich stark unterscheiden, tritt man doch in antarktischen Eisfeldern genauso an, wie an milden Sandstrandgewässern. Sieht man mal von der inhaltlich nahe liegenden Frage, was unter anderem ein Sandstrand am Südpol zu suchen hat, ab, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass sich die Schauplätze dann doch nur marginal in ihrer Farbgebung und an hier und da mal aufgestellten Hindernissen unterscheiden.

Jeder Pinguin, besser gesagt jeder Surfer hat unterschiedliche Qualitäten, wie etwa eine höhere Sprungkraft oder ein schnelleres Tempo, zu bieten. Es gilt diese individuellen Attribute mit den entsprechenden Surfbrettern zu nutzen. So kombiniert man beispielsweise einen besonders trickreichen Surfer idealerweise mit einem besonders stabilen Brett (Stichwort: Landung). Man kann seinem Gespann zusätzlich seinen ganzen eigenen Touch vergeben, indem man ihnen diversen Körperschmuck umhängt oder das Brett mit einem Tribal verziert.

Genauso wie die weiteren Charaktere und Strecken, muss man diese Gimmicks, wie auch diverse Filmausschnitte jedoch erst durch erspielte Erfolge freischalten. Einen Wettbewerb gewinnt man dabei aber nicht, wie bei herkömmlichen Rennspielen, mit einer schnelleren Zeit, sondern durch in trickreichen Manövern und Sprüngen erspielten Punkten. Verschiedene einzusammelnde Items, wie etwa Punktemultiplikatoren oder Energie- bzw. Ausdauerauffrischungen, sollen dabei zusätzlich für etwas Abwechslung auf den dann doch recht ähnlich zu meisternden Strecken sorgen. In einem Splitscreen-Modus können sich dabei bis zu vier Spieler miteinander messen und den ‚Trickkönig’ in den eigenen Reihen ermitteln. Einzel- wie Mehrspieler sind bei „König der Wellen“ gezwungen, das vermeintliche Surfvergnügen offline anzugehen.

Pädagogische Beurteilung:
Wellenreiten leicht gemacht
Auch ohne die angebotenen Tutorials lässt sich die Steuerung relativ leicht und schnell erlernen. Fast schon intuitiv surft man trickreich über die Wellen. Egal welche Streckenelemente, ob Rampen oder Grind-Möglichkeiten in Form von Baumstämmen, sich einem dabei in den Weg stellen, erweist sich die Steuerung stets angenehm unkompliziert und äußerst handlich. Einzig die neben den vorgefertigten Sprung- und Grindmanövern, ausführbaren Moves‚ wie etwa ‚Freistil-Bewegungen’ oder Supertricks, erfordern etwas mehr Fingerspitzengefühl. Erfahrenere Spieler werden jedoch auch diese recht zügig in ihr Repertoire aufnehmen können, so dass man schnell einen Punkterekord nach dem anderen aufstellen kann. Dies ist leider jedoch auch ein kleines Manko von „Könige der Wellen“, denn so gut eine schnell erlernte Steuerung für den Einstieg in ein Spiel sein kann, so schlecht kann sie manchmal, vor allem mangels Hintergrundstory, für einen länger anhaltenden Spielspaß sein.

Technisch grundsolide
Audiovisuell präsentiert sich das lizenzierte Filmsurfen, wie eigentlich von Ubisoft gewohnt, in einem ordentlichen, recht ansehnlichen Gewand. Den Entwicklern ist es dabei wahrscheinlich durchaus entgegenkommen, dass man durch die Filmvorlage ohnehin nur bedingt Realismus erwartete. Leicht Comic-Haft kommt das Spiel wohl deshalb auch daher. Auf den jeweiligen Strecken sind dabei landschaftlich hier und da durchaus nette Details zu sehen, wie etwa im Hintergrund vorbei ziehende Wolken oder natürlich sich farblich verändernde Wellen. Die Kommentare der Spieler bei besonders erfolgreichen Tricks oder Fehlsprüngen basieren auf Filmzitaten und sorgen tatsächlich einige Male zumindest für ein Schmunzeln. Auch der rockige Sound eignet sich durchaus zur angenehmen Hintergrundberieselung. Leider sind jedoch weder die Strecken, noch die Sounduntermalung wirklich filmreif. Soll heißen, dass man weder Originalsynchronsprecher, noch Originalmusik und noch Originalstrecken antrifft. Eigentlich ein Umstand, der so schlimm nicht wäre, wenn es sich eben nicht um ein Spiel zum Film handeln würde. Auch grafisch wirkt das Spiel, trotz der recht hübschen Aufmachung, nach einer gewissen Zeit etwas monoton, denn letztlich „reitet man ja eigentlich ständig nur auf einer einzigen Welle rum“.

Tony Hawk für Arme“
„Ich will mal ein bisschen aufs offene Meer.“ - in der Tat wäre ein wenig mehr Bewegungsfreiheit im Spiel nicht unbedingt eine Spaßbremse gewesen. 13 Strecken sind relativ zügig durchgespielt und nur geringfügig zeitintensiver auch jeweils erfolgreich mit dem ersten Platz abgeschlossen. Dann kann man natürlich erstmal auf Rekordjagd gehen, nur findet man mangels Online-Modus, auch ebenso schnell nur noch seinen eigenen Namen in den jeweiligen Toplisten. Nur besonders ehrgeizige Spieler werden hierdurch wohl einen lang anhaltenden Spielspaß erzielen. In unserer Testergruppe verbreitete sich nach einer gewissen Zeit jedoch ein klein wenig die These, dass es sich doch nur um einen „Abklatsch“ bzw. eine „Version für Arme“ der erfolgreichen „Tony Hawk“-Skateboardspiele handelt. Nichtsdestotrotz kann das Spiel für ganz junge Spieler im Alter von 6 bis etwa 12 Jahren oder für besonders hartgesottene Fans des Films einen gewissen Charme ausstrahlen, kommt es doch mit Originalcharakteren und insbesondere steuerungstechnisch sehr unkompliziert und einfach daher.

Fazit:
„Könige der Wellen“ ist ein, tatsächlich an die „Tony Hawk“-Reihe erinnerndes, lizenziertes Spiel zum gleichnamigen Film, welches sich technisch auf einem soliden Niveau präsentiert. Jüngere Spieler und Gelegenheitszocker werden durchaus einige kurzweilige Stunden mit dem Titel verbringen können, wohingegen versiertere Spieler den Titel schnell der Rubrik ‚muss man nicht unbedingt gespielt haben’ zuordnen werden.

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Ü12 Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf
Bewertung Spielspass