Burnout 3 - Takedown

Genre
Rennspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2004.09
Systeme
Playstation 2, Xbox
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
rasantes Rennspiel mit fragwürdigem Belohnungsprinzip
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Autorennen in getunten Straßenwagen sind einziger Spielinhalt dieses Autorennspiels.
Die Rennen werden in detailreich inszenierten Städten in Amerika und Europa ausgetragen und mit dynamischer Rockmusik entsprechend begleitet. Mehr noch als die beiden Vorgänger wird dieses Spiel konsequent von der Spielvariante bestimmt, durch möglichst aggressives und halsbrecherisches Fahrverhalten sich Vorteile zu verschaffen und den Gegner effektvoll in die Leitplanken zu drängen.

Im Gegensatz zum Fahrverhalten im realen Straßenverkehr wird riskantes Fahren, gegnerisches Beschädigen, Fahren auf der falschen Fahrbahn und die Produktion eines Frontalzusammenstoßes entweder mit Bonuspunkten, Freischaltungen neuer Rennwagen oder neuer Boostenergie zur zeitlich begrenzten raketenartigen Beschleunigung honoriert.
Bei manchen Unfallszenarien schaltet eine Kamera auf Slow-Motion-Modus und stellt Flugphase, Explosion und Schadensentwicklung detailliert in den Vordergrund des Betrachters.
Spieleinkleidung und Spielinhalt spielen mit der Faszinationskraft des Verbotenen. Regeln überschreiten, das Auto als Effektinstrument benutzen, Geschwindigkeit, dröhnende Rockmusik, das alles sind Faktoren, von denen sich vorwiegend männliche Kinder und Jugendliche angesprochen fühlen. Für sie geht es in diesen Rennen um Durchsetzung, Bewährung, Auseinandersetzung und Anerkennung. Das Computerspiel bietet besonders den Jungen auf der spielerischen Ebene eine Möglichkeit, diese Verhaltensmuster auszuprobieren und regelwidrig auszureizen. In der virtuellen Welt bleiben die Regelverstöße folgenlos und schaffen in ihrer überzeichneten Darstellung genügend Distanz zu realen Bezügen.

Jugendliche ab 12 Jahren verstehen Inszenierungen der Autorennen als ein unterhaltsames und harmloses Spielvergnügen, dem man Geschicklichkeit, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen und Siegeswillen beweisen muss. Dementsprechend begeistert war auch Resonanz der männlichen Tester auf das Spiel.  Sie waren von der Grafik, dem Spielfluss und Sogwirkung dieser Rennspielvariante beeindruckt und hatten besonders im Mehrspielermodus langanhaltenden Spielspaß.
Diese positiven Erlebnisse würden die jungen Spieler aber sicher auch dann erleben, wenn man inhaltlich auf das zu kritisierende Belohnungsprinzip verzichtet hätte. Somit ein rasantes Rennspiel mit fadem Beigeschmack.