Karts Buggys Offroad Extreme!

Genre
Rennspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 4 Jahre
Vertrieb
CDV Software Entertainment AG
Erscheinungsjahr
2008.06
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Rennspiel, das die Tester sehr enttäuschte
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Idee hinter dem 2008 veröffentlichten Wii-Spiel „Karts Buggys Offroad Extreme!“ ist an sich sehr simpel. Entgegen dem Trend der Zeit wird auf viel Schnickschnack verzichtet und sich aufs Wesentliche konzentriert. Das heißt in diesem Fall Autorennen – pardon – Buggyrennen fahren. Der Spieler setzt sich hinter das Steuer eines Buggys, der aus vier Reifen, einem Motor und leichter Verkleidung besteht. Ebenso minimalistisch und auf die Grundlagen beschränkt ist die Auswahl der Spielmodi. Die Basis stellt der für Rennspiele obligatorischen Einzelrennmodus dar. Der Spieler tritt gegen einen menschlichen Kontrahenten oder mehrere Computergegner an. Hierbei kann er zwischen den drei angebotenen Motorenklassen (500cc, 850cc oder 1100cc) wählen. Der Einzelrennmodus ist gewissermaßen ein Training für das Pokalrennen. Hier fährt der Spieler direkt mehrere Kurse und die Zeit-Ergebnisse werden addiert. Weiterhin gibt es noch den Modus „Zeitfahren“. Hier gilt es, die eigenen Bestzeiten zu unterbieten und so neue Rekorde aufzustellen.

Pädagogische Beurteilung:
Steuerung gar nicht so einfach
Der erste Kommentar, den einer der Tester zu dem Spiel abgab, war eindeutig: „Mensch, ist das easy. Die Steuerung ist ja total einfach“ (Tester, 12) Zu diesem Zeitpunkt war er aber auch nur eine kurze, gerade Strecke gefahren. Die Meinung änderte er schnell, nachdem auch die ersten Kurven der Rennstrecke zu absolvieren waren. In einem Punkt hatte der Tester aber recht: das Grundprinzip der Steuerung ist simpel und leicht verständlich. Der Wii-Controller wird wie ein Lenkrad gehalten und ist dementsprechend auch für die Richtungssteuerung des Fahrzeugs zuständig. So kommt sicherlich auch bei den jüngeren Spielern ein wenig das Gefühl auf, am Steuer eines richtigen Autos zu sitzen. Darüber hinaus gibt es jeweils einen Knopf als Gaspedal, als Bremse und als Handbremse. Wie der Wagen also grundsätzlich bewegt wird, ist leicht verständlich. Um ihn dann aber auch dort hin zu bewegen, wo man möchte, erfordert es schon ein wenig mehr Geschick. Bei den Testern, die Probleme mit der Steuerung hatten, schwand schnell die anfängliche Begeisterung. Besonders die Engpässe, an denen nur ein Fahrzeug durch die Kurve passt, sorget bei ihnen für Frust.

Fahransicht gelungen
Als grundsätzlich solide kann die Fahransicht bezeichnet werden. Der Spieler erhält die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Perspektiven zu wechseln. Neben typischen Einstellungsmöglichkeiten sind auch die Position im Rennen, der Zustand des Wagens, Rundenzeit und Rundenanzahl und die Menge an Nitro (zum Beschleunigen der Wagen) sichtbar.

Abwechslung? Fehlanzeige!
Liest man die Verpackung von „Offroad Extreme!“ und vergleicht sie mit dem Spiel, kann man nur schwerlich glauben, dass es sich um ein und dasselbe Spiel handeln soll, so die Feststellung der Tester. Anders als auf der Verpackung versprochen war das Spiel für sie kein aufregendes Offroad-Abenteuer sondern eher eine abwechslungsarme Rennsimulation. Die Strecken liegen zwar in verschiedenen Terrains, das Renngeschehen ändert sich aber dadurch nicht und bietet auch keine merkliche Abwechslung. Zu monoton werden die Runden gedreht, zu langweilig kamen den Spielern die Strecken vor.

Gute Idee bei den Landschaften
Die verschiedenen Landschaften bringen zumindest ein wenig Abwechslung ins Geschehen. Der Fahrer muss entweder durch hügelige, wüstenartige Berglandschaften, furchige Täler und tropfende Höhlen fahren. Teilweise wird die landschaftliche Umgebung kombiniert, so dass der Spieler im Gebirge starten und später durch ein Tal fährt. Diese Idee kam bei den Testern positiv an: “Ich finde es gut, dass man durch verschiedene Landschaften fahren kann. In Echt kann das ja auch passieren.“ (Tester, 12)

Grafik und Sound schrecken ab
Es gibt durchaus Spiele, die so sehr durch ihr Konzept überzeugen, dass die Umsetzung keinen hohen Ansprüchen genügen muss und trotzdem ein faszinierendes Spiel dabei herauskommt. Nun ist bei „Offroad Extreme!“ das Spielkonzept aber nicht gerade mitreißend. Umso schwerer fallen dadurch die Defizite bei der Grafik und dem Sound auf. Die Grafik wirkt sehr lieblos, die Landschaften sowie die Wagen wirken nicht gerade authentisch. Ein bisschen mehr Feinschliff hätte der grafischen Umsetzung und damit auch dem Spielspaß sicherlich gut getan. Gleiches gilt für den Ton. Der Spieler hört nur die Geräusche der Fahrzeuge. Und die Motorengeräusche der Buggys klingen „dermaßen monoton und nervend, dass man den Ton am besten abstellt“ (Tester, 12). Auch hier verschenkt das Spiel einiges an Flair, das ihm doch so gut getan hätte.

Fehlender Realismus
Sehr stark kritisiert wurde von den Testern in der Spieletester-AG der fehlende Realismus. Teilweise hat dies sicherlich auch mit Grafikfehlern zu tun. „Ich bin gerade einen Abhang heruntergestürzt, aber nicht auf dem Boden aufgekommen, sondern einfach hindurchgefallen. Wo ist da der Sinn?“ (Tester, 12)

Mehrspielermodus als letzter Ausweg
Ein Lichtblick noch zum Schluss der Bewertung. Auch wenn der Einzelspielermodus absolut lieblos und abwechslungsarm gestaltet ist, gibt es schließlich noch den Mehrspielermodus. Leider können auch hier nur zwei Spieler teilnehmen, aber zumindest ist das Spielen mit einem menschlichen Gegner herausfordernder als das einsame Drehen von Runden im Zeitfahrmodus oder der Wettstreit gegen stupide Computergegner. Besonders der Pokalrennmodus kann in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, da der Kernpunkt dann der Wettkampf zwischen den menschlichen Kontrahenten ist, was vielen Kindern und Jugendlichen sicherlich mehr Spaß macht.

Fazit:
Dieses Rennspiel weist viele Schwächen auf. Der Einzelspielermodus ist durch fehlende Karrieremöglichkeiten lieblos gestaltet und konnte kaum einen Spieler über längere Zeit fesseln. Was Spaß machen kann ist der Pokalmodus. Zumindest wenn man einen menschlichen Mitstreiter hat, mit dem man wetteifern kann. Ansonsten beurteilten die Tester das Rennspiel als undurchdacht, lieblos umgesetzt. Detailarme, fehlerhafte Grafik und Motorengeräusch-Sound tragen ihren Teil zum negativen Gesamtbild bei.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass