Assassin's Creed 3

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2012.11
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii U
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Opulent inzseniertes Abenteuer für Spieler ab 16 Jahren
Redaktion
Alexander Hundenborn
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
In "Assassin's Creed 3" setzt Ubisoft auf die gewohnte Doppelhandlung mit einem Assassinen der Vergangenheit und der in der Gegenwart spielenden Handlung mit Desmond Miles. Die Vergangenheit, in die Desmon reist, spielt zur Zeit der Unabhängigkeitskriege der USA. Verschiedene historische Ereignisse lassen sich wiedererkennen. Zudem wurden zwei wichtige Städte dieser Zeit, Boston und New York, in großem Maßstab nachgebaut.
Zu Beginn des Spiels lernt der Spieler jedoch den Antagonisten des Spiels, Haytham Kenway, kennen. Er ist der Vater des Hauptcharakters Connor, einem Halbindianer. In einer ansprechenden Szenerie werden das Indianerleben und die Unterdrückung und Ausbeutung der Indianer durch die Besatzer dargestellt. So kommt es in dem Spiel dazu, dass Connors Mutter bei einem Überfall auf das Indianerlager stirbt und Connor dem Anführer dieses Überfalls Rache schwört. Jedoch ist dies sein Vater, Haytham Kenway. Im späteren Verlauf stellt sich heraus, dass Kenway ein Templer ist. Die Templer sind in der Assassin's Creed Reihe die bekannten Erzfeinde der Assassinen.
"Assassin's Creed 3" bringt im Vergleich zu den Vorgängern (Test: Assassin's Creed 2) eine deutlich lebendigere und größere Spielwelt. Boston und New York sind durch das sogenannte „Umland“ miteinander verbunden. In diesem weitläufigen Gebiet finden viele Nebenmissionen statt und Connor kann sich durch neue Kampf- und Bewegungsmechaniken behände durch die bewaldete Gegend klettern, kämpfen und schleichen. Ob es Jagdaufgaben oder der Kampf gegen feindliche Patrouillen sind, ständig stößt der Spieler auf Zusatzaufgaben abseits der Haupthandlung.
Eine weitere Neuerung ist die Schifffahrt. Connor lernt einen alten Seefahrer kennen, mit dem er zu Seereisen(-schlachten) aufbrechen kann. Diese Seegefechte werden von Ubisoft interessant in Szene gesetzt, da sie nicht leicht zu meistern sind. Dabei ist durchaus einiges an taktischem Geschick von Nöten, um das gegnerische Schiff zu versenken.
Mit dem dritten Spiel bringt Ubisoft die Desmond Miles Handlung zu einem Ende. Seit dem ersten Teil der Reihe (Test: Assassin's Creed) begleitet der ehemalige Barkeeper die Spielreihe und dient als Medium für die Reisen in die Vergangenheit der Assassinen. 
Desmond entscheidet sich am Ende des Spiels für eine waghalsige Rettung der Welt. Er hat die Wahl eine Sonneneruption zuzulassen oder die römische Göttin Juno, deren letzter Nachfahre er ist, zu befreien. Befreit er Juno, besteht jedoch die Gefahr, dass die Menschheit von ihr versklavt wird. Da jedoch die Eruption kurz bevor steht, wählt er den Weg Juno zu befreien und darauf zu hoffen, dass die Assassinen diese besiegen können. Somit werden letztlich auch die verschiedenen Erzählstränge der Reihe zusammengeführt und aufgelöst.

Pädagogische Beurteilung:
In der Tradition der Vorgänger
"Assassin's Creed 3" setzt die erfolgreiche Reihe des Kletter- und Schleichspiel rund um die Meuchelmörder von Ubisoft fort. Wie gewohnt kann gekämpft, geschlichen, geklettert und gesprungen werde. Hierbei tritt die gewohnte Faszination auf, überall hochzuklettern, alles erkunden zu können und einfach ein Stück weit der Umgebung überlegen zu sein. Von der Ausrichtung her sind die Zielgruppe Spieler ab 16 Jahren, die hauptsächlich actiongeladene Adventurespiele mögen und Interesse an einem geschichtlichen Plot haben, der von Verschwörungstheorien durchdrungen wird. 

Abwechslungsreicher Einstieg
Der Einstieg in das Spiel geschieht durch eine Szene mit der Figur Haytham Kenway. Mit ihm erlebt der Spieler eine waghalsige Kletterpassage durch ein Theater in London, um ein Attentat auf einen der Besucher auszuüben. Weiterhin werden durch Desmond Miles im Animus verschiedene Nahkampftechniken erklärt. Kenway wiederum lässt den Spieler den Schusswaffengebrauch üben. Durch das Wechseln der Charaktere beim Einführen in die Handlung und Steuerung wurde der Einstieg von den jugendlichen Testern als unterhaltsam und wenig langwierig beschrieben.

Leicht wie eine Feder, schwerfällig wie ein Stein in der Lehmgrube
Die Steuerung ist im Vergleich zu den Vorgängern nicht verändert worden, weshalb erfahrene Spieler sich zu Spielbeginn in "Assassin's Creed 3" direkt gut zu Recht fanden. Jedoch wurde von den Spieletestern angemerkt, dass die Körperkontrolle der Spielfigur deutlich verbessert worden ist. Eine gute Auge-Hand-Motorik ist jedoch immer noch gefragt und trägt deutlich zu erfolgreichen Spielerlebnissen bei. Die Kampfsituationen werden von den Spieletestern als nicht übermäßig schwer eingestuft, da der Spieler lediglich zur richtigen Zeit den richtigen Knopf drücken muss. Das Zeitfenster zum Kontern wurde von Ubisoft jedoch verkürzt, so dass es vermehrt auf Reaktionsvermögen ankommt.
Die Seeschlachten haben bei der Steuerung eine besondere Bedeutung. Die Schiffe lassen sich je nach Segelsetzung lenken wie ein Stein in der Lehmgrube. Das Gefühl einen wendigen jungen Assassinen durch die Baumwipfel hüpfen zu lassen, wechselt somit durchaus gekonnt in den behäbigen und schwerfälligen Modus ein Schiff durch Sturm und Wellen manövrieren zu müssen.

Grafik auf dem neusten Stand der Technik
Die technische Gestaltung der Umgebungswelt empfanden die Tester als äußerst ansprechend und sie entspricht in seiner Gesamtheit dem derzeitigen Stand der Konsolengeneration. Die Umgebung ist äußerst detailliert und lebendig gestaltet. So laufen im Wald Füchse, Kaninchen und Bären umher; Im Schnee hingegen sind Wölfe zu finden. Die Vegetation ist bisweilen dicht, so dass zu keiner Zeit die Landschaft karg erscheint.
Auch bei den Seeschlachten spart Ubisoft nicht an Effekten. Lichteffekte und Wetterwechsel lassen jede Seeschlacht aufs Neue zum Erlebnis werden.
"Assassin's Creed 3" holt aus der aktuellen Konsolengeneration an Effekten und grafischer Gestaltung wahrscheinlich das Optimum heraus. Dies führt dazu, dass in der Xbox-360-Version das Spiel auf 2 DVDs ausgeliefert wird.

Das Zwitschern der Vögel und das Krachen der Kugeln
„Wenn die Seeschlachten beginnen, fühlt man sich als wäre man direkt auf dem Schiff“, so eine Spieletesterin. Das Spiel bietet eine selten gehörte detailreiche Geräuschkulisse. In den Wäldern zwitschern Vögel und auf See krachen die Kugeln mit tosendem Lärm in die Schiffe. In Boston und New York kann man Verkäufern beim Feilbieten ihrer Waren zuhören und Gespräche der Wachen belauschen. Mit dem Sound entsteht eine dem Setting entsprechende Atmosphäre, welche das Spiel stimmig und rund wirken lässt und dazu beiträgt, dass der Spieler noch tiefer in die Spielwelt eintauchen kann.

Das Abenteuer gemeinsam erleben
"Assassin's Creed 3" ist zwingend an eine Internetaktivierung geknüpft. Dies geschieht über den Ubisoft-eigenen Onlinedienst Uplay oder die Internet-Vertriebsplattform Steam. Somit ist ein Weiterverkauf ausgeschlossen.
Das Spiel bietet auch eine Multiplayerfunktion. Diese eröffnet die Möglichkeit in verschiedenen Modi zusammen zu spielen. Neu ist auch das kooperative Spielen. Hierbei muss eine bestimmte Anzahl von Gegner in einer vorgegebenen Zeit ausgeschaltet werden. Weiterhin gibt es den Domination-Modus, indem die Spieler Punkte erobern und halten müssen. Grundsätzlich fanden die Tester die verschiedenen Multiplayerspiele ansprechend gestaltet; Im Vergleich zum Hauptspiel jedoch nur als eine nette Nebensache.

Raues Amerika
Allgemein spielt der Kampf eine relative große Rolle, zumal das Amerika der Unabhängigkeitskämpfe sicherlich kein Hort der Friedfertigkeit war. Die Kämpfe sind wenig realistisch und eher actionlastig orientiert, die Spielfigur nimmt es so auch schon mal mit sechs oder mehr Gegnern auf und verlässt den Kampf siegreich. Die Gewaltdarstellung ist zurückhaltend und unterstützt dadurch eher den abenteuerlichen Charakter des Spiels, Blut wird äußerst zurückhaltend eingesetzt. Ältere Jugendliche können das Geschehen auf dem Bildschirm jederzeit als Fiktion erkennen und sind in der Lage die ausgeübte Gewalt als Teil der rauen Spielwelt zu begreifen.
Moralisch ambivalent sind die Auftragsmorde einzuschätzen, die der Spieler in Gestalt verschiedener Spielfiguren ausübt. Hier handelt es sich nicht mehr um Gefechte unter gleichen Bedingungen, sondern um Morde nach Gutdünken, auch wenn sie im Spiel gerechtfertigt erscheinen mögen. Diese moralische Zwickmühle wird später im Spiel durchaus thematisiert, um diesen Konflikt vollständig nachvollziehen zu können müssen Jugendliche eine Gewisse Reife haben und es lohnt sich durchaus, mit ihnen, diesen Aspekt des virtuellen Geschehens zu diskutieren und zu bewerten. Die Spieletester sahen die Auftragsmorde lediglich als Bestandteil der Spielgeschichte und Hintergrundgeschichte des Hauptcharakters an, die sie nicht moralisch bewerten wollten.
Durch diese Aspekte und die in den Kampfszenen enthaltenen Finishing-Moves, also das die Töten eines Gegners in einer stereotypen Slow-Motion-Ansicht, eignet sich das Spiel ab 16 Jahren.

Spieldauer von etwa 20-25 Stunden
"Assassin's Creed 3" lässt sich sehr lange Zeit mit dem Einführen des neuen Hauptcharakters Connor. Nach etwa 4-6 Stunden Spielzeit darf man zum Ersten Mal mit Connor über die Baumwipfel springen. Das Spiel bietet eine Spieldauer von etwa 20-25 Stunden. Durch die fast unendlichen Zusatzaufgaben können sich vor allem Jugendliche schnell einmal in der Spielwelt vergessen, auf Dauer werden jedoch zu wenig Rollenspielaspekte geboten, um den Spieler über die Hauptstory hinaus lägerfristig zu binden.

Achtung: Fiktiver Geschichtsunterricht
Während des Spiels erlebt der Spieler verschiedene historische Ereignisse und trifft einige historische Berühmtheiten. Es sollte aber bedacht werden, dass die Geschehnisse nicht korrekt dargestellt werden, sondern an das Spielgeschehen angepasst wurden. So ist die Boston Tea Party erlebbar und auch die Aufstände um die Boston Tea Party herum werden dargestellt. Weiterhin treten Figuren wie Benjamin Franklin, George Washington und König George III auf. Der geschichtliche Hintergrund bettet die Geschichte um den Halbindianer Connor gut in eine größere Welt ein, so dass Desmonds Vergangenheit glaubhaft erscheint.

Fazit:
"Assassin's Creed 3" bietet dem Spieler eine umfangreiche, detailreiche und glaubhafte Welt an. Die Spielmechaniken sind gleichgeblieben und nur das Setting wurde verändert. Das verschlechtert den Spielspaß jedoch keineswegs. Connor ist ein glaubhafter neuer Held und überrascht mit neuen Fähigkeiten. Durch die Kampfszenen und enthaltenen Finishing-Moves jedoch eignet sich das Spiel erst ab einem Alter von 16 Jahren.

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass