Horizon Zero Dawn

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2017.03
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Playstation Network
Kurzbewertung
Vielversprechendes Action-Rollenspiel in einer großartig inszenierten Endzeit-Welt
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Spielende, die nicht vor ernsten Themen zurückschrecken und sich intensiv mit dem Spiel auseinandersetzen möchten
Sprache
Deutsche Synchronisation, deutsche Untertitel, zahlreiche weitere Sprachen einstellbar
Grafik
sehr detailliert, ansprechend gestaltet, idyllisch-futuristisch
Sound
unterstützt die Atmosphäre des Spiels, realistische Geräuschuntermalung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
weiblicher Avatar Aloy und weitere Charaktere, auf die man im Spielverlauf trifft
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Hand-Auge-Koordination, Reaktionsfähigkeit, strategisches Planen, eine gute Orientierung
Zusatzkosten
zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, war kein Zusatzinhalt vorhanden
Problematische Aspekte
ernste Themen, die nicht für jedes Kind geeignet sind
Redaktion, Gruppenleiterin
Karolina Albrich
Spieleratgeber-NRW, Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
Horizon Zero Dawn spielt ca. 1000 Jahre in der Zukunft und nach dem Untergang der menschlichen Zivilisation, so wie wir sie kennen. Die wenigen übriggebliebenen Menschen leben nun in Stämmen zusammen und Maschinen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Dinosauriern haben, bevölkern die Welt. Lange Zeit lebten Maschinen und Menschen friedlich zusammen, doch plötzlich begannen die Maschinen, die übriggebliebenen Stämme anzugreifen. Auch die verschiedenen Stämme geraten immer öfter aneinander. Im Spiel begleiten die Spielenden die junge Aloy auf ihrem Weg, die Menschheit von der Gefahr zu befreien und die Konflikte zwischen den Stämmen aufzulösen. Möglicherweise findet sich auf der Reise auch eine Antwort darauf, was den Untergang der alten Zivilisation verursacht hat.

Pädagogische Beurteilung:
Imposante Spielwelt
Das erste was den Spielenden ins Auge springt, ist die atemberaubende Spielwelt. Sie besticht durch eine Atmosphäre, die direkt greifbar ist. Die Natur hat sich langsam ihren Raum zurückerobert: übriggebliebene Ruinen der alten Welt (die im Spiel "Metallwelt" genannt wird) treffen auf eine üppige Pflanzenwelt, schneebedeckte Berghänge, weite Täler sowie hölzerne Bauten der verschiedenen Stämme. Die offene Spielwelt verfügt über einen Tag-/Nachtzyklus sowie verschiedene Wetterverhältnisse und lädt geradezu ein, auf eine ausgiebige Entdeckungsreise zu gehen. Die Hauptfigur lässt sich völlig frei durch die Umgebung steuern. Zahlreiche Tiere und Maschinen durchstreifen das Land und überall wachsen Kräuter, Beeren und allerlei anderes nützliches Geäst, welches sich die Spielenden auf ihrem Weg durch die Spielwelt zu Nutze machen müssen.

Die weibliche Hauptfigur
Die junge Aloy wächst bei ihrem Beschützer Rost abseits des Stammes auf. Sie gilt als "mutterlos" und wurde deshalb vom Stamm seit Beginn ihres Lebens ausgestoßen. Die Spielenden begleiten Aloy auch durch Phasen ihrer Kindheit. Sie wird von den Mitgliedern des Stammes gemieden, ausgegrenzt und teilweise auch von Kindern des Stammes gewaltvoll angegangen. Sie verfügt über einen unbeugsamen Entdeckerdrang sowie eine starke Neugierde und ist getrieben von dem Wunsch zu erfahren, wer ihre Mutter war und woher sie kommt. Wie sie in bestimmten Situationen reagiert und Gespräche führt, kann von den Spielenden mitgestaltet werden. Zudem steht Aloy den stereotypischen Rollenbildern konträr gegenüber, was aus pädagogischer Sichtweise sehr begrüßenswert ist. Viele weitere Charaktere, mit denen im Spiel interagiert wird, folgen diesem Beispiel. 

Waffeneinsatz im Spielgeschehen
In Horizon Zero Dawn müssen die Spielenden auf zahlreiche Waffen und Werkzeuge zurückgreifen, um das Abenteuer erfolgreich zu bestreiten. Bögen, Speere, Schleudern und Fallen kommen dabei zum Einsatz. Die Spielenden können selbst entscheiden, welche Waffen sie einsetzen möchten und diese dann nach und nach modifizieren, um ihre Effizienz zu steigern. Mit dem Bogen lassen sich Maschinen, Tiere, aber auch Menschen aus der Ferne eliminieren. Der Speer ist für den Nahkampf geeignet, um Gegner schnell und leise mit einem einzelnen Hieb auszuschalten oder einen Frontalangriff abzuwehren. Fallen lassen sich gezielt platzieren, um dem Gegner bereits vor der kämpferischen Konfrontation Schaden zuzufügen oder ihn bewegungsunfähig zu machen. Alles in allem wird im Spiel viel Wert auf das taktische Kämpfen und das sinnvolle Einsetzen der verschiedenen Waffenarten gelegt. Innerhalb der Nahkämpfe werden jedoch auch gewalthaltige Aspekte thematisiert. Die Gewalt richtet sich nicht nur gegen Maschinen, auch die menschlichen Nebencharaktere, wie feindliche Clanmitglieder, können mit den Waffen ermordet werden. Gewalt ist hier also auch Mittel zum Zweck. Auf explizite Darstellungen von Blut wird verzichtet.  

Spielanforderungen
Die Spielenden steuern die Hauptfigur aus der Third-Person-Perspektive. Wie in jedem klassischen Rollenspiel gilt es, den Avatar immer weiter und spezifischer auszubilden. Hierbei müssen die Spielenden planende Strategien einsetzen, da sie im Vorfeld entscheiden müssen, welche Fähigkeiten sie ausbilden und welche nicht. Auch die Werkzeuge und Waffen müssen im Verlauf des Spiels modifiziert und aufgerüstet werden. Gleiches gilt auch für weitere Ausrüstungsgegenstände sowie die Kleidung. Je nach Terrain eignen sich nämlich unterschiedliche Ausrüstungen und verschiedene Waffen. Die Spielenden können diese gezielt einsetzen, um sich im Spiel einen Vorteil zu verschaffen. Die unterschiedlichen Maschinen haben verschiedene Stärken und Schwächen, die es zu nutzen gilt. Wenn eine Maschine beispielweise eine Feuerschwäche aufweist, sollten Feuerpfeile verwendet werden. Aloy verfügt weiterhin über ein Gerät, welches Fokus genannt wird und mit dem sich die Umgebung scannen lässt. Bei der Aktivierung des Focus Scan werden den Spielenden zusätzliche Informationen zur Umgebung angezeigt. So lassen sich beispielweise verfeindete Clans auch bei schlechten Wetterbedingungen und weiter Entfernung ausspähen und ausfindig machen. Gleiches gilt für die zahlreichen Maschinen, die die Spielwelt durchstreifen. Mit einem zusätzlichen Werkzeug kann Aloy verschiedene Maschinen hacken, um sich diese zu Nutze zu machen und sie gezielt einzusetzen. Es gilt zudem, alles was die Umwelt hergibt einzusammeln und sich nützliche Werkzeuge, Waffen und Kräutermischungen zur Behandlung von Verletzungen herzustellen.

Fazit:
Horizon Zero Dawn
 besticht durch sein idyllisch-futuristisches Setting, welches sehr fantasievoll inszeniert ist. Die Inhalte des Spiels sind jedoch erwachsener, als es zunächst den Anschein macht. Hier sollen besonders der Einsatz von Waffen und der Gewaltaspekt in den Kämpfen als ausschlaggebende Faktoren genannt werden. Aus diesem Grund empfehlen wir das Spiel für Jugendliche ab 14 Jahren, die die Spielinhalte bereits hinreichend abstrahieren können. Für Spieler und Spielerinnen die mit ernsten Themen und schwierigen Spielen noch nichts anfangen können, ist das Spiel jedoch nicht geeignet. Die Spielenden werden mit Themen und Problematiken konfrontiert, die zum Nachdenken anregen, die sie nachhaltig beschäftigen. Eltern sollten sich am besten Videos anschauen, bevor sie ihren Kindern das Spiel zur Verfügung stellen. Für 14-Jährige, die wenig Medienerfahrung haben und allgemein empfindlich auf kämpferische und gewalthaltige Szenarien reagieren, könnte das Kampfgeschehen zu intensiv sein. 

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass

"Das sieht ein bisschen wie im Film Avatar aus!" (Tim, 12 Jahre)

"Guck dir die Grafik an! Das sieht so schön aus. Wie in einem Spielfilm." (Joel, 12 Jahre)

"Psschhht! Sei bitte ruhig, ich will den Dialog hören, der ist so spannend gerade." (Lukas, 12 Jahre)

"Das ist mir zu schwierig, ich gucke lieber nur zu." (Samuel, 12 Jahre)

"Das Ende vom Intro ist ein bisschen wie bei der König der Löwen!" (Tim, 12 Jahre)