The Last Guardian

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2016.12
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Playstation Network
Kurzbewertung
Emotionales Abenteuer von zwei ungleichen Kameraden
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
geduldige Spieler, die auf Action verzichten können
Sprache
gesproche Fantasiesprache mit deutschen Untertiteln
Grafik
märchenhafte Umgebung mit leicht verschwommenen Texturen
Sound
melodischer und melancholischer Soundtrack

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
der spielbare Protagonist und vor allem das faszinierende Fabelwesen Trico
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
melancholische und isolierte Atmosphäre
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Ein Junge erwacht in einem von meterhohen Steinwänden eingezäunten Gebiet. Neben ihm befindet sich ein riesiges Lebewesen, das angekettet und scheinbar verletzt ist. Dieses Fabelwesen erwacht kurz darauf und scheint in keiner guten Stimmung zu sein. Doch sobald ihm glühende Fässer als Nahrung gebracht werden, beruhigt sich sein Gemüt. So beginnt die Geschichte von The Last Guardian, einem Titel, auf den Fans lange warten mussten. Der geistige Nachfolger von Ico und Shadow of the Colossus ließ seit der ersten Ankündigung fast zehn Jahre auf sich warten. Herausgekommen ist ein emotionales und narratives Spiel, das grafisch und steuerungstechnisch nicht perfekt ist, dafür mit einer dichten und immersiven Atmosphäre punkten kann.

Pädagogische Beurteilung:
Trico, dein Freund und Helfer
Das Fabelwesen Trico bildet den Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Denn nur gemeinsam mit dem mystischen Wesen lassen sich einige Hindernisse überwinden. Hierbei müssen die Spieler_innen auf das große Tier klettern, um höher gelegene Abschnitte zu erreichen, an seinem Schwanz hinunterklettern, um tiefere Passagen erreichen zu können, oder seine Angriffe nutzen, um Feinde abzuwehren oder Löcher in die morschen Wände zu sprengen. Denn Trico beherrscht eine Art Laserstrahl-Angriff. Doch auch Trico braucht ab und an Hilfe. So fürchtet sich das Wesen beispielsweise vor riesigen Mosaiken aus buntem Glas, die Augen formen. Diese gilt es zu zerstören, damit Trico die Stelle passieren kann. Was es mit all den rätselhaften Artefakten auf sich hat, wird nicht direkt erklärt, weckt aber die Neugierde bei den Spieler_innen. Auch warum man sich an diesem Ort befindet oder ob es noch mehr von Tricos Rasse gibt, bleibt vorerst verborgen. 

Wildes Wesen oder Haustier?
Der Junge kann Trico auch befehligen, um in eine bestimmte Richtung zu gehen, auf eine hohe Plattform zu springen, Männchen zu machen oder weitere Aktionen auszuführen. Das Tier erweist sich hierbei jedoch meist als störrisch, denn es hat seinen eigenen Kopf. Oft versucht man auf Trico zu klettern, der sich jedoch immer ungünstig bewegt. Oder das Wesen will einfach nicht verstehen, was man gerade von ihm will. Dies kann schnell anstrengend und frustrierend werden. Allerdings ist dieser Faktor auch nicht zufällig gewählt. Letztlich soll Trico als Lebewesen mit einem eigenen Bewusstsein dargestellt sein, das eben nicht immer jeden Befehl perfekt ausführt, wie es bei realen Tieren auch der Fall ist. Spieler_innen, die sich darauf einlassen, werden schnell eine Bindung zu Trico entwickeln und seine kleinen Launen akzeptieren. Oft beruhigt sich das Fabelwesen auch, wenn man es einfach streichelt oder ihm Nahrung, in Form von leuchtenden Fässern, bringt. Gerade durch solche kleinen Momente kann man auch als Spieler_in eine Beziehung zu Trico entwickeln, was dazu führt, dass man sich beispielsweise auch sorgt, wenn es nicht da ist.

Spannende Kämpfe und Rätsel
Immer wieder tauchen sogenannte Rüstungen auf. Diese feindlichen Einheiten möchten den Jungen schnappen und abtransportieren. Trico ist hier oft das einzige Hilfsmittel, um die Feinde abzuwehren. Das mächtige Wesen kann seinen menschlichen Freund beschützen, indem es die Feinde einfach mit roher Gewalt wegschlägt. Oft müssen hierzu jedoch erst die bereits erwähnten Glas-Augen entfernt werden. Diese Rüstungen sind nicht menschlich, sondern vielmehr Wesen, die übernatürlich zum Leben erweckt wurden. Die Spieler_innen müssen während dieser Kämpfe auch nicht hilflos herumstehen. Auf dem Rücken von Trico können sie das Tier befehligen und ihm die Speere aus dem Körper ziehen, mit denen die Rüstungen Trico befeuern. Diese Szenen sind zwar nie wirklich gewalthaltig, können aber durchaus Spannung hervorrufen.
Neben den Kämpfen sind Rätsel ein immer wiederkehrendes Spielelement. Es gilt Kletterpassagen zu meistern, Hebel zu betätigen oder Vorrichtungen zu verschieben, um Trico das Weiterkommen zu ermöglichen. Da das Tier schnell erschöpft ist, müssen auch immer wieder Fässer gefunden werden, um Trico zu füttern. Gerade die Kletterpassagen können hierbei oft knifflig sein, die Steuerung wird aber zu Beginn ausreichend erklärt. Sollte man in die Tiefe stürzen, kann man die Passage auch direkt nochmal probieren, da regelmäßig automatisch gespeichert wird. 

Atmosphärische Gestaltung
Die moderne HD-Technologie kann grafisch mehr leisten, als es bei The Last Guardian der Fall ist. Doch auch wenn die Grafik nicht auf dem neusten Stand ist, so sieht sie dennoch sehr schön aus. Die Gräser, Lichteffekte und Strukturen tragen zu der atmosphärischen Dichte des Spiels bei. Allgemein wirkt alles ein wenig geheimnisvoll und man kommt sich vor, wie in einem fantastischen Märchenland. Mit sehr viel Liebe zum Detail wurde Trico gestaltet. Die Bewegungen des Körpers sind realistisch animiert und auch das Fell-Federkleid wirkt authentisch, wenn der Wind hindurchfährt. Zudem trägt der Sound zu der märchenhaften und leicht melancholischen Atmosphäre bei.

Fazit:
Fans von ruhigen und geheimnisvollen Spielen kommen hier auf ihre Kosten. Das Spiel lebt einerseits von der Narrativität, auch wenn um die eigentliche Geschichte meist ein Geheimnis gemacht und diese nur sehr langsam weitererzählt wird. Andererseits ist es aber die besondere Beziehung und Freundschaft, die sich zwischen dem Jungen und dem Fabelwesen entwickelt, die im Fokus des Abenteurs steht. Zwar gibt es auch spannende Passagen, die meiste Zeit ist das Spieltempo jedoch eher ruhig. Actionfans kommen hier weniger auf ihre Kosten. Daher eignet sich das Spiel für geduldige Spieler_innen ab 12 Jahren. Wird das Spiel so akzeptiert, wie es ist, eröffnet sich eine atmosphärische und liebevolle Geschichte von der Freundschaft zweier Kameraden.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass