Projekt Gecheckt! 24 Stunden Minecraft

Am letzten Novemberwochenende kamen begeisterte Minecraft-Fans zwischen 12-18 Jahren im Jugendzentrum Stockumer Schule in Voerde zusammen. Sie hatten 24 Stunden Zeit, eigene Projekte rund um das beliebte Computerspiel Minecraft zu verwirklichen, diese gegenseitig auszuprobieren und zu reflektieren. Ok, nicht ganz 24 Stunden, kurz geschlafen wurde auch.

Von Kathrin Schmidt und Philipp Dubberke

Obwohl das Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, sind Jugendliche von den vielfältigen Spielmöglichkeiten weiterhin begeistert. Um daher einen Einblick in die unterschiedlichen Interessengebiete der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu bekommen, sammelten alle zunächst mögliche Ideen, die sie sich vorstellen konnten mit Minecraft umzusetzen und ordneten sich jeweils einer zu. Entstanden sind dabei unterschiedliche Projekte wie der Bau einer Mittelalterstadt, die Entwicklung verschiedener PVP-Varianten (engl. Für „Player versus Player“ also der Wettkampf gegen andere SpielerInnen) und das Erstellen von Skins. Außerdem kam der Wunsch auf, eines der andere Projekt als Let’s Play auch für die Außenwelt vorzustellen. Zusätzlich hatte das Team vom Projekt Gecheckt! die gerade erst veröffentlichte Virtual-Reality-Brille Playstation VR im Gepäck. Nach einigen Stunden Schlaf begann der nächste Tag mit einem ausgiebigen Frühstück, um die Projekte gestärkt erfolgreich zu beenden. Kurz vor Ablauf der 24 Stunden wurden alle Projekte untereinander vorgestellt, ausprobiert und schließlich reflektiert.

Die Mittelalterstadt:
Auch wenn kämpferische PVP-Elemente im Online-Spielen von Minecraft sehr beliebt sind, sind große, gemeinsame Bauprojekte immer noch reizvoll. Um die geplante Mittelalterstadt innerhalb der kurzen Zeit adäquat zu verwirklichen, entschied sich die entsprechende Projektgruppe im Kreativmodus, d.h. mit Zugriff auf alle möglichen Materialien, zu spielen. Sie spielten auf dem Online-Server mit der IP www.mc-dampfhammer.de, wodurch die Jugendlichen die Möglichkeit bekamen, auch nach Projektende ihre Bauprojekte mit ihren eigenen Accounts weiterzuführen und zu erweitern. Die Kreativwelt dieses Servers bietet dabei die Möglichkeit auf vorgefertigten quadratischen Grundstücken zu bauen. Die Grundstücke sind vor Fremdeinwirkung geschützt – d.h. nur der Grundstückbesitzer kann bestimmen, wer auf dem Grundstück bauen darf und kann die Baurechte gegebenenfalls wieder entziehen. Entstanden sind dabei kleine Bauerndörfer, die prachtvolle Kirche „des heiligen Baumes“, ein Bauernhof mit Windmühle, abgegrenzte Gebiete mit Stadtmauern und Zugbrücken, ein Flusszufahrtsweg, eine riesige detailgetreue Festung mit teilweise sichtbar lädierten Burgmauern inklusive einem Markt, einem Brunnen und einem Speisesaal mit Rittertafel.

PVP-Arena - Jeder gegen jeden:
Eine weitere Gruppe nahm sich zur Aufgabe, eine PVP-Arena zu entwickeln. Orientiert haben sie sich dabei an dem beliebten Spielmodus Minecraft Survival Games/Hunger Games. Dafür nutzten sie den Offline-Modus von Minecraft, damit sie selbst über die entsprechenden Administrator-Rechte verfügten. Das Ziel des Spiels ist ganz einfach: Die Person, die als letztes noch steht, gewinnt. Sie bauten eine abgeschlossene Arena, darin kleinere Gebäude und Bäume und mittig oberhalb der Arena eine Insel, wo auch die Startpunkte der einzelnen Spielerinnen und Spieler waren. Innerhalb der Arena haben sie verschiedene Truhen verteilt, in denen die Projektleiter verschiedene Waffen und Rüstungsgegenstände ablegten und während des Spiels mit besseren Gegenständen wieder auffüllten. Das Spiel lief auf Zeit. Wenn nach Ablauf der Zeit immer noch kein Gewinner ermittelt wurde, sollten starke Monster von der oberen Insel in die Arena fallen, die den Schwierigkeitsgrad erheblich verstärkten.

PVP-Arena - 2 VS 2:
In der anderen PVP-Variante sollte in 2er Teams gegeneinander angetreten werden. Diese Arena war wesentlich kleiner, sodass es weniger Ausweichmöglichkeiten für die Spielerinnen und Spieler gab. Das Spielfeld war in 2 Hälften geteilt und in jeder Hälfte gab es ein Startgebäude pro Team. Zudem wurde jede/r Spieler_in mit einer Startausrüstung vom Spielleiter ausgestattet.

Skins:
Ein Teilnehmer stellte sich in der Vorstellungsrunde als Experte für das Erstellen von Minecraft-Skins vor – sog. Skins verändern das Aussehen der Spielfigur, ähnlich wie digitale Kleidungsstücke. Diese Expertise hat er anderen zur Verfügung gestellt und sehr anschaulich gezeigt, wie man sich selbst mit kostenloser Software die beliebten Figuren-Modifikationen basteln kann. Im Gegensatz zur Bearbeitung mit Grafik-Software wie dem kostenlosen GIMP ist diese Methode auf jedem Internetfähigen Computer einsetzbar.

Let’s Play:
Let’s Play-Videos, also das live kommentieren von Videospiel-Szenen, haben bei Gecheckt! bereits eine feste Tradition entwickelt. Sie bieten eine spannende Möglichkeit, erarbeitete Spielergebnisse (etwa in Minecraft) festzuhalten und zudem Ängste vor dem Mikrofon abzubauen. Der anschließende Schnitt, sowie das Hochladen auf Videoplattformen wie YouTube vermitteln eine ganze Bandbreite an technischen Kompetenzen.

Weitere Informationen zum Projekt Gecheckt! finden Sie in der offiziellen Dokumentation von 2016 sowie dem Kanaltrailer.