FIFA Football 06

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2005.09
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, GameCube, Playstation Portable, Nintendo DS, Gameboy Advance
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
wenig neues im Vergleich zur Vorgängerversion
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Beschreibung des Spiels:

Die Version „Fifa 06“ unterscheidet sich kaum vom Vorgänger „Fifa Football 2005“. Wieder geht es darum, durch gutes Fußballspiel und geschicktes Management Turniermeister, Saisonmeister oder Weltmeister zu werden. Der Spieler macht einen kleinen Exkurs in die Steuerung von Managementprozessen. Organisatorisches ist eingebettet in ein spielerisches, sportliches Umfeld. Während die Vorgängerversionen dieser Fußballsimulation sich dadurch auszeichneten, dass sie zunehmend komplexer wurden, hat man sich in dieser Ausgabe wieder mehr dem eigentlichen Spielspaß gewidmet und auf einige Taktik- und Steuerungselemente verzichtet. Dies ermöglicht auch Neulingen und besonders jüngeren Spielern einen schnellen Einstieg.


Die Handlungsmöglichkeiten sind im Vergleich zum Vorgänger die gleichen, lediglich der Karrieremodus wurde um ein paar Funktionen erweitert: Die Preise der weltweit eingekauften Spieler nähern sich denen der Wirklichkeit und die Rolle des Vereinsmanagers wird gestärkt. Er kann nun Talentsucher, Fitnesstrainer oder Stadionmanager einstellen, um den Erfolg der Mannschaft zu erhöhen. Neu ist auch die Möglichkeit, Videos von legendären Fußballtoren freizuspielen oder ein Interview mit einigen Fußballstars anzusehen.

Pädagogische Beurteilung:

Wie bei allen Spielen der Fifa-Reihe geht es auch hier wieder um Sportgeist, Fairplay und Realitätsnähe. Spielerisch kann man sich als Manager ausprobieren und über die Geschicke des Vereins entscheiden. Doch wo kommen eigentlich die Gelder her? Der Spieler erfährt nebenbei, welche Rolle das Kapital eines Vereins spielt und wie groß der Druck zu gewinnen sein kann: Die Zuneigung der Sponsoren hängt davon ab, die Fans fordern gute Platzierungen in der Liga und auch die Teamchemie sollte stimmen. Der junge Manager muss die Vorgaben des Vorstands erfüllen, mit dem vorhandenen Budget neue Spieler einkaufen, eigene verleihen oder weiter verkaufen. Selbst die Höhe der Ticketpreise hat Einfluss auf den Spielerfolg. Sollte man sich zu ungeschickt anstellen, riskiert man, entlassen zu werden. Diese und ähnliche Sportspiele könnten als Anlass genommen werden, um mit den Kindern und Jugendlichen über die Rolle und Bedeutung der Medien für den Erfolg eines Vereins, eines Managers oder über den Sport an sich zu reden. Inwieweit stellt ein solches Spiel ein Abbild der Wirklichkeit dar und welches Interesse könnte ein Unternehmen, wie die Fifa daran haben, solche Spieleangebote zu unterstützen?


Die Vermarktungsidee jedenfalls ist eindeutig: Das Merchandisingprodukt richtet sich an Fußballfans, die ohnehin schon begeistert in den Stadien und vor dem Fernseher mitfiebern und konzentriert die Sportbegeisterung weiterhin auf Fußball und die Institution Fifa. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch das Interesse unserer jungen Tester an dem Medienereignis Fußball groß ist. Viele von ihnen spielen selber und haben ihre Lieblingsspieler und -vereine in der Bundesliga. Dem entsprechend erlebten sie jede Menge Spaß im virtuellen Spiel. Den eigenen, favorisierten Verein zum Erfolg führen und sich dabei als erfolgreicher Manager und Trainer zu empfinden, gab ihnen ein gutes Gefühl und stärkte ihr Selbstbewusstsein.


Die Bandbreite an Fußballspielen für PC und Konsolen erweitert sich auf Grund ihrer Beliebtheit gerade im Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland immens. Einige konzentrieren sich auf das reine Spielen und das reaktionsschnelle Ausführen von Tricks („Fifa Street“-Reihe), andere legen einen Schwerpunkt auf das strategische Planen (Fußballmanager). „Fifa 06“ bedient beide Optionen und stellt die Kinder und Jugendlichen sowohl in ihren sensumotorischen Fähigkeiten, als auch kognitiven Leistungen auf die Probe. „Bei Fifa kann man fast genauso viel machen, wie bei 'Fußballmanager', man kann aber zusätzlich noch selber spielen.“ (Florian, 13 Jahre)
Im Spielmodus müssen sie reaktionsschnell handeln, dabei stets ein Auge auf Gegner und freistehende Mitspieler haben, schnelle Entscheidungen treffen und diese möglichst situationsgerecht an das Spielgeschehen anpassen.


Die Fußballsimulation kann von einem bis zu acht Spielern gespielt werden und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, an Online-Turnieren mit Spielern aus aller Welt teilzunehmen. War für Kinder und Jugendliche viele Jahre die Fifa-Reihe die Nummer eins unter den Fußballsimulationen, so sehen dies viele heute nicht mehr so und favorisieren eher die Spiele der „Pro Evolution Soccer“-Reihe. Die Fans der Fifa-Reihe begründen ihre Wahl u. a. damit, dass man nur hier die Original Club- und Spielernamen der deutschen Fußballliga nutzen kann, womit sie sicherlich Recht haben. Dennoch sollten sie wissen, dass eine solche Spielausstattung auch seinen Preis hat. Oder sollte die realitätsnahe Werbung auf Banden und für die Originalausstatter der Teams im Spiel nur zufällig sein? Da sich beide Spiele in puncto Grafik, Sound und Spielspaß nur unwesentlich unterscheiden, wollen wir den Kult-Streit den jungen Spielern selbst überlassen.


Eltern, die ihrem Kind dieses Spiel schenken möchten, sollten wissen, dass man getrost auch zum preiswerteren Vorgängerspiel greifen kann, da die Spielmöglichkeiten, wie erwähnt, sich in beiden Versionen nur unwesentlich unterscheiden.