Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes
Umfangreiches und vielseitiges Rollenspiel für Genre-Fans.
Jugendschutz & Altersempfehlung
Kosten:
- Kostenpflichtige DLCs erhältlich, die das Spiel um Inhalte erweitern
Zeit:
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Das Galdeanische Reich sucht nach den sogenannten Runen-Linsen, um durch diese magischen Artefakte die eigene Macht zu vergrößern. Sie fallen in andere Nationen ein und verheerender Krieg entsteht. Im Mittelpunkt dieser komplexen Geschichte um politische Intrigen, Konflikte, Verrat und Freundschaften steht der junge Nowa, der durch verschiedene Ereignisse zum Anführer der Rebellion wird. Er muss Allianzen schmieden, eine Basis aufbauen und im Laufe des Abenteuers Verbündete sammeln, um das Imperium aufzuhalten. Hierzu müssen zahlreiche rundenbasierte Kämpfe bestritten werden, während die Geschichte durch textlastige Dialoge und Zwischensequenzen erzählt wird. Optional gibt es verschiedene zusätzliche Herausforderungen und Minispiele, die das Spielgeschehen auflockern und für Abwechslung sorgen, in die man sich jedoch auch verlieren kann.
Pädagogische Beurteilung
Kämpfe mit Strategie und Glück
Die eigene aktive Gruppe an Held*innen besteht stets aus sechs Personen. Während je nach aktuellem Fortschritt der Handlung auch immer einige Charaktere Teil der aktiven Gruppe sein müssen, können die übrigen Figuren frei gewählt werden. Allerdings können nicht alle rekrutierbaren Charaktere auch im Kampf genutzt werden. Die rundenbasierten Kämpfe erfordern Taktik und Strategie. Die eigenen Charaktere sowie die feindlichen Einheiten führen pro Zug jeweils eine Aktion in einer bestimmten Reihenfolge aus. Besonders ist, dass Spieler*innen zu Beginn jedes Zugs bereits die kompletten Aktionen für die eigene Gruppe wählen müssen, ohne zu wissen, wie die feindlichen Einheiten agieren werden. Dies erfordert Strategie und unterscheidet sich von ähnlichen Titeln, da hier nicht direkt auf eine Aktion vom Gegner reagiert werden kann. So weiß man beispielsweise nicht, welchen Charakter ein Gegner wie stark in dieser Runde attackiert, um direkt darauf zu reagieren und zu heilen. Man hat also keine Möglichkeit auf Attacken von Gegner direkt zu reagieren und muss berücksichtigen, wie die Feinde wohl agieren werden. Es kann auch der automatische Kampf ausgewählt werden, wodurch die Aktionen vom eigenen Team automatisch ausgewählt werden.
120 Held*innen sollt ihr sein
Als Anführer des Widerstands ist es Nowas Hauptaufgabe, Verbündete zu akquirieren. Hierzu wird die komplette Welt bereist und an den entlegensten Winkeln finden sich Charaktere, die sich der Rebellion anschließen wollen. Die Beweggründe sind stets unterschiedlich und auch die Voraussetzungen, um die Held*innen erfolgreich zu rekrutieren. Manche müssen im Kampf besiegt werden, andere verlangen bestimmte Gegenstände und wieder andere schließen sich nur an, wenn bestimmte andere Charaktere bereits angeworben wurden und Teil des aktiven Teams sind. Insgesamt gibt es 120 rekrutierbare Charaktere, wobei sich einige im Laufe der Handlung automatisch anschließen, der Großteil aber optional ist. Es müssen nicht alle Charaktere gefunden werden, allerdings kann dann nicht das beste Ende erreicht werden.
Im Zentrum der Rebellen-Allianz steht die eigene Basis, in die man immer wieder zurückkehrt und die nach und nach immer weiter ausgebaut werden kann. Um die Basis auszubauen braucht es jedoch auch gewisse Gegenstände oder bestimmte Charaktere, die angeworben werden müssen. Nach der Rekrutierung leiten diese dann beispielsweise vor Ort ein bestimmtes Geschäft, in dem neue Ausrüstung erworben werden kann, oder kochen hilfreiche Gerichte im Restaurant.
Zahlreiche Zusatzaufgaben
Die Hauptstory ist relativ umfangreich und komplex. Nicht nur aufgrund der zahlreichen Charaktere und Namen von Gebieten oder Personen kann hier schnell die Übersicht verloren gehen. Allerdings macht dies nur einen vergleichsweise geringen Teil des Spielumfangs aus, denn es gibt unzählige zusätzliche und optionale Nebenaufgaben. Diese hängen oft mit dem Rekrutieren bestimmter Charaktere zusammen. So müssen beispielsweise zig Runden einer Koch-Challenge absolviert oder unzählige Charaktere in einem Kreisel-Minispiel besiegt werden, um jeweils eine weitere Person akquirieren zu können. Daneben gibt es auch noch ein Sandrennen, in dem man ein Schiff durch einen Wüsten-Parcours steuert, ein Kartenspiel oder Angeln. Außerdem kann man auch Kreaturen züchten, um diese in Rennen gegeneinander antreten zu lassen oder verschiedene Held*innen in Theaterstücken auftreten lassen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und abwechslungsreich, allerdings kann hierbei die Hauptgeschichte schnell aus dem Fokus geraten. Und möchte man alle Erfolge und Errungenschaften erlangen, kann sehr viel Zeit in verschiedene Nebenaufgaben investiert werden.
Fazit
Das umfangreiche Rollenspiel bietet ein ungewöhnliches Kampfsystem, welches nicht unbedingt allen Fans des Genres gefällt, eine komplexe Geschichte, eine riesige Gruppe an Held*innen sowie zahlreiche Minispiele und Zusatzaufgaben. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat, jedoch gab es im Test einige Bugs (Spielfehler). Dass die meisten Charaktere verschiedene teilweise einzigartige Fähigkeiten mitbringen, erhöht die Komplexität in den Kämpfen, weshalb sich das Spiel eher an Spieler*innen richtet, die Erfahrung mit dem Genre haben. Die vielen unterschiedlichen Figuren und ihre Geschichten machen einen großen Teil der Geschichte aus und schnell hat man seine liebsten Charaktere gefunden. Möchte man das perfekte Ende erreichen muss jedoch viel unnötige Zeit in einigen Nebenaufgaben investiert werden, um alle Held*innen anzuwerben.
