Die beiden Hauptcharaktre, Leo und Mila, stehen sich diagonal gegenüber und schauen sich gegenseitig an.
Spielbeurteilung

THE FEED

Serious Game mit Fokus auf soziale Medien, Algorithmen und Überwachung.

Ein Post über mentale Gesundheit kann auf Milas Startseite übertragen werden.
Elif wird in Form einer Story vorgestellt, sie liebt Hunde und ist 14 Jahre alt.
Die Levelübersicht zeigt die ersten drei Kapitel des Spiels.
Werbung für Milas neue Merchandise Kollektion wird dem Nutzer angezeigt.
4
5

Allgemeines

Vertrieb: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Würtemberg
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 11. September 2024
Plattformen:

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

USK ab 12
USK ab 12 freigegeben

Kosten:

Spielmodi:

  • nur alleine spielbar

Pädagogische Altersempfehlung

12
spielbar ab 12 Jahren
L
Lernspiel

Spielbeschreibung

THE FEED wurde für den Unterricht an Schulen konzipiert und lässt Spieler*innen ein Praktikum in einem fiktiven Social-Media-Unternehmen absolvieren. Als Teil des Social Media Control Centers besteht die Aufgabe darin, einzelne Nutzer*innen der Plattform zu überwachen und deren Startseiten (Algorithmen) mit passenden Inhalten zu füttern, um die jeweiligen Personen lange an die Plattform zu binden und möglichst viele Informationen über diese zu sammeln. Hierbei steht Spielenden neben einer künstlichen Intelligenz, welche im Verlauf des Spiels nützliche Ratschläge geben kann, auch die Möglichkeit zur Verfügung, auf die Chats der Personen zuzugreifen, um kontinuierlich neue Informationen zu erhalten, welche zur Beeinflussung des Algorithmus genutzt werden können.

Pädagogische Beurteilung

Vier Leben – Eine Geschichte

Die Spielerfahrung besteht aus vier unterschiedlichen Kapiteln, die im Verlauf freigespielt werden. In jedem Kapitel steht das Profil einer anderen Person mit individuellen Vorlieben und Abneigungen im Fokus. Vor dem Start eines Kapitels wird die jeweilige Person kurz vorgestellt und es werden einzelne Themen (in Form von #hashtags) vorgegeben, welche die Aktivität und Stimmung der Person beeinflussen. Durch passend eingesetzte Beiträge können im Verlauf des Kapitels weitere Informationen gefunden werden, die das Nutzungsverhalten beeinflussen.

Die Hauptpersonen befinden sich alle in einer unterschiedlichen Lebenssituation und nutzen die App mit verschiedenen Motiven. Es werden aktuelle Themen unter Jugendlichen, wie Livestreaming oder Klimaschutz, aufgegriffen, was Raum zur Identifikation bieten kann. Ein Kapitel lässt sich in ungefähr 10 Minuten beenden, bietet durch die Möglichkeit, neue Vorlieben und Abneigungen zu entdecken aber auch einen hohen Wiederspielwert.

Keine Einarbeitung nötig

Das Gameplay findet durchgehend innerhalb der besagten Social-Media-App statt und besteht daraus, passende Beiträge, Stories oder Werbungen in die Startseiten (Feeds) der jeweiligen Zielperson zu schicken. Die Oberfläche dieser fiktiven App ist stark an reale Pendants angelehnt und orientiert sich an der Lebenswelt der Mehrheit der Jugendlichen. Der obere Teil des Bildschirms zeigt die Startseite der Zielperson und die Stimmungs-/Aktivitätsanzeige, während im unteren Teil des Bildschirms die Informationen zur Beeinflussung des Algorithmus zu finden sind. Spielende haben eine Auswahl von drei Karten, welche jeweils einen Beitrag darstellen. Diese können mit Hilfe einer Wischbewegung schnell im Feed der Zielperson untergebracht werden. Nach jedem genutzten Post werden die Karten neu gemischt und es stehen drei neue Beiträge zur Auswahl, von denen eine ausgesucht werden kann.

Sind es wirklich meine Daten?

Der inhaltliche Kern von THE FEED konzentriert sich über die gesamte Spielerfahrung auf die Themen Werbung, Überwachung und auch Privatsphäre im Netz. Innerhalb der Handlung werden aktuelle Themen wie z.B. Veröffentlichung der Adresse im Internet, Mobbing oder auch die Verbreitung falscher Anschuldigungen aufgegriffen und thematisiert. Die gesamte Geschichte und sämtliche Beiträge sind altersgerecht verfasst, illustriert und humorvoll inszeniert. Das Spiel ist nicht vertont, setzt somit eine fortgeschrittene Lesefähigkeit voraus und verlangt von Spielenden außerdem eine schnelle Reaktionsfähigkeit in zeitlichen Drucksituationen.

Fazit

Die Nutzung von sozialen Medien, konstanter Internetzugriff und das Vernetzen mit neuen Freund*innen ist für die meisten Jugendlichen kaum noch aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. THE FEED zeigt zwar stark vereinfacht, aber gut verständlich, die Funktion von Algorithmen und die Nutzung gezielter Werbung. Durch eine zusammenhängende Geschichte und Alltagsbezug regt das Spiel zur kritischen Reflexion des eigenen Medienkonsums an und bietet viel Raum zum Weiterdenken. Für die Nutzung im Unterricht ist auf der offiziellen Webseite zudem ein Zusatzheft zu finden, das die Erfahrung thematisch passend begleitet.