007: First Light
Atmosphärisch filmreifer Agententhriller mit vielen abwechslungsreichen Herausforderungen und Möglichkeiten.
Allgemeines
Im Test sorgten einige gravierende Bugs (Spielfehler) dafür, dass ein Neustart erforderlich war und Spielfortschritt verlorenging.
Jugendschutz & Altersempfehlung
Kosten:
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Im Agentenspiel 007: First Light erleben wir die Anfänge von James Bond, wie er beim britischen Geheimdienst MI6 anheuert und trainiert wird, um dann auf gefährliche Missionen zu gehen. Wir spielen alle Level linear hintereinander durch. Diese werden durch viele Zwischensequenzen begleitet, in denen wir sämtliche wichtigen Charaktere kennenlernen. Kenner der James-Bond-Reihe werden viele bekannte Elemente auch aus älteren Filmen wiedererkennen, aber auch neue Erfindungen oder Figuren, welche den Charme der Reihe wiederspiegeln. Auch die atmosphärische Musik verstärkt den filmischen Charakter.
In den vielen verschiedenen Leveln müssen wir getarnt in eine Festung gelangen oder uns auf eine Party einschleusen, Leuten heimlich zuhören oder Türen und andere technische Geräte manipulieren, um an den jeweiligen Wachen vorbeizuschleichen. Oder wir schalten diese im günstigen Zeitpunkt mit Hilfsmitteln aus oder nutzen rohe Gewalt. Eskaliert eine Situation, auch im Rahmen der Geschichte, wechselt das Spiel in eine Autoverfolgungsjagd und wir müssen uns unseren Weg mit Schusswaffen freischießen. Dies geschieht im Laufe der Handlung immer wieder, bis wir das Ende erreicht haben. Anschließend oder währenddessen kann man sich auch an zusätzlichen Herausforderungen und Szenarien ausprobieren und die Bestzeiten online teilen.
Pädagogische Beurteilung
Bond, James Bond
Seit mittlerweile über 70 Jahren (1953 als Roman-Reihe und seit 1962 als Kinofilm-Reihe mit 25 Spielfilmen) rettet James Bond als britischer Geheimdienstagent (mit der Lizenz zu töten) mehr und weniger die gesamte Welt, tötet viele Gegner, nutzt alle technischen Erfindungen des Geheimdienstes, agiert gleichzeitig eiskalt und charmant, ist dem Alkohol nicht abgeneigt und hat meistens einen lockeren Spruch auf den Lippen. Während die Kinofilm-Reihe für längere Zeit pausiert und mittlerweile der Konzern Amazon die Rechte gekauft hat, erscheint nun mit 007: First Light ein neuer Ableger der Reihe als Computerspiel. Während das letzte James-Bond-Spiel 007 Legends von 2012 vergangenen Filmen nachempfunden war, erzählt 007: First Light eine neue Handlung um den 26-jährigen James Bond, der nach dem Prolog beim britischen Geheimdienst MI6 anheuert und sich erst den Status als Doppelnull-Agent verdienen muss.
Im Auftrag ihrer Majestät
Während der ersten Spielstunden und auf cineastisch hohem Niveau werden wir mit allen Funktionen und Herausforderungen vertraut gemacht. Wir lernen das Fahren mit schnellen Autos, wie wir unsere Uhr mit den zusätzlichen Funktionen nutzen können, bluffen und schmeicheln Charakteren, um unsere ersten Missionen zu erfüllen oder wir erkunden das Techniklabor des MI6 und freunden uns mit weiteren NPCs aus der Welt von James Bond an. Je nach Herausforderung und um Informationen zu bekommen, können wir in einem Techno Club Personen belauschen, um uns damit Zugang zu gesicherten Bereichen zu verschaffen, wo wir die Zielperson beschatten oder hacken, um die Mission letztendlich beenden zu können. Oder wir schleichen uns einfach an den Wachen vorbei, klettern an Mauern entlang und über Rohre hinauf in das jeweilige Zimmer, um dort die passenden Klamotten anzuziehen, damit wir uns in eine exklusive Partygesellschaft einschleusen können.
In 007: First Light werden wir Stück für Stück durch Miniziele durch die Handlung und das Szenario gelenkt und auch durch den Geheimdienst passend gelotst und geleitet. Diese lineare Spielweise wird dadurch aufgelockert, dass wir im jeweiligen Szenario selber die Lösung herbeiführen können und wir immer mehrere Möglichkeiten haben, um ans Ziel zu kommen. Selbst durch Gespräche können wir an relevante Informationen gelangen und ein erstes Scheitern bedeutet noch nicht das sofortige Spielende und somit das Zurücksetzen an den Anfang der jeweiligen Mission.
Keine Zeit zum Sterben
Das Spielprinzip erinnert sehr stark an die Hitman-Reihe, welche ebenfalls von IOI Interactive produziert wurde. Dort müssen wir auf geschickte Weise in einem Szenario eine Zielperson eliminieren. Je besser wir dies dort erledigen und je unauffälliger wir uns anstellen, desto erfolgreicher wird unser Auftrag bewertet. Während es bei Hitman gezielt um das Töten von Zielpersonen geht, ist die Prämisse hier eine etwas andere. Wir können uns zwar auch durchschießen und möglichst viele Personen ausschalten. Je nach Schwierigkeitsgrad ist dies jedoch deutlich schwieriger, da wir als Einzelfigur gegen eine Übermacht antreten müssen. Werden wir in bestimmten Missionen außer Gefecht gesetzt, müssen wir die Mission neu laden. In vielen Szenarien haben wir auch keine Waffe zur Hand und sollten uns unauffällig verhalten. Das Spiel unterbindet in bestimmten Situationen eine gewaltreiche Verhaltensweise, da unsere Tarnung sonst auffliegen würde.
Da wir im Verlauf des Spiels auch die Lizenz zum Töten erhalten, dürfen wir in bestimmten Missionen auch zur Schusswaffe greifen und unsere Feinde ausschalten. Überwiegend kämpfen wir allerdings im Nahkampf, was lautloser ist und weniger Gegner auf uns aufmerksam macht. Die Kampfsequenzen sind detailliert, abwechslungsreich und mit Wucht inszeniert. Der Gewaltgrad richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Allerdings können und sollten auch meist lautlose und elegantere Lösungen gefunden werden.
Highscore-Jagd im Anzug
In einem futuristischen Holodeck können vergangene Missionen nachgespielt werden, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Man kann somit die eigenen Funktionen und Hilfsmittel gezielt trainieren und freigeschaltete Optionen und Geräte für eine möglichst hohe Punktzahl nutzen, die dann online geteilt werden kann. Es können auch Skins wie Anzüge und andere Kleidung freigeschaltet werden. Das Spiel bietet zudem über eine mit Echtgeld kaufbare Deluxe-Erweiterung exklusive Skins an, die aber keine spielerischen Vorteile bringen. Es sollen zudem weitere kostenpflichtige und auch kostenfreie Szenarien veröffentlicht werden. Dadurch erhöht sich die Spielzeit neben der Haupthandlung nochmals.
Fazit
007: First Light fängt den Charme der Filmreihe gut ein und erzählt eine spannende Handlung mit Entwicklung unseres Charakters zu eben jenem finalen Superagenten. Die Nahkämpfe sind mit Wucht inszeniert und auch die Schusswaffenwechsel zeigen, dass sich das Spiel sich eher an Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren richtet. Im Vordergrund stehen die filmreife Inszenierung und die abwechslungsreichen Missionen. In vielen Leveln müssen wir lautlos und geschickt eine Lösung zu unserem eigentlichen Ziel finden. Zudem bekommen wir viele Hilfsmittel und können mehrere Strategien nutzen.
Bewertung der Spieletest-Gruppe
Kinder- und Jugendhaus Brake
BielefeldWährend der Testung im Stream traten in der Episode in Aleph, Mauretanien gravierende Bugs auf, sodass das Kapitel neu geladen werden musste und der gesamte Fortschritt zurückgesetzt wurde, was mehrere Stunden bedeuten kann. Die Bugs waren nach einem Monat der Veröffentlichung noch nicht behoben.
Hier eine genaue Erklärung der Situationen:
Während der Mission in Mauretanien müssen kleine Aufgaben erledigt werden, um genug Geld zu sammeln, damit wir an einer Auktion teilnehmen können. In diesem Kapitel agieren wir überwiegend als Undercover-Spion und verhalten uns im Hauptgebiet der Mission unauffällig. Wir gehen zwischen den Menschen, können einzelne Gespräche führen und können mit unseren technischen Gadgets an Geld kommen. Müssen wir bestimmte Sperrbezirke betreten, wechselt das Spiel in Schleich- und Kampfpassagen (ohne Waffen). Wir können Gegner unauffällig außer Gefecht setzen oder an diesen vorbeischleichen. Werden wir entdeckt, können wir bluffen und diese Personen für einen kurzen Moment ablenken oder wir gehen sofort in einen Nahkampf über. Theoretisch beinhalten diese Sperrbezirke auch Möglichkeiten zu klettern.
Das Spiel zeigt im Gelände die jeweiligen Tastenmöglichkeiten an und wechselt somit je nach Art des Gebiets. Aufgrund der vielen Tastenkombinationen entstehen an fehlerhaft programmierten Stellen Überlappungen oder es werden nur bestimmte Tasten angezeigt. Oder es fehlen diese Tasten, obwohl wir uns in einem Areal befinden, wo wir bestimmte Tasten benötigen, um z.B. aus genau diesem Areal wieder herauszuklettern.
Aufgrund von diesen Anzeigefehlern entstehen eigenartige Situationen. Es werden Leitern angezeigt, diese können aber nicht genutzt werden. Dadurch sind alternative Wege blockiert. Unspielbar werden dann einzelne Momente, wenn unser Charakter sich an einer Stelle hängen lässt, aber wir nicht mehr loslassen können, da nur die Bluffen-Taste angezeigt wird. Aufgrund solcher spielerischer Sackgassen bleibt nur ein Neustart von einem vorigen Checkpoint, was ein kompletter Neustart der Mission bedeuten kann.
Gravierend wird dann die Minimission, sich durch Faustkämpfe viel Geld zu erkämpfen. Dazu wechselt das Spielgeschehen zu einem begrenzten Bereich in eine Kampfarena. Dort absolviert man mehrere Kämpfe, um sich den Hauptgewinn abholen zu können. Jedoch wechselt das Spiel nicht aus diesem bisherigen Kampfmodus heraus und die Funktion auf Kisten zu klettern bleibt abgeschaltet, sodass wir in diesem Kampfareal gefangen bleiben. Sogar ein Neustart behebt dieses Problem nicht und der Fehler wird reproduziert.
Trotz mehrerer Updates und mehrerer Berichte dieser Bugs bleibt diese Kampfpassage unspielbar und sollte unbedingt vermieden werden. Diese Bugs zerstören gravierend den Spielfluss sowie die Immersion. Bis diese Stellen noch nicht behoben wurden, bleibt eine eingeschränkte Bewertung von 4 Sternen erhalten.


