Clair Obscur: Expedition 33
Rundenbasiertes Rollenspiel mit umfangreicher Story, ernsten Themen und emotionalen Wendungen.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Der Tag der Gommage in einem an Paris erinnernden, beschaulichen Städtchen. Die Menschen haben alles mit Rosen geschmückt und scheinen in freudiger Erwartung zu sein. Doch der Schein trügt. Über dem Geschehen schwebt eine bedrückende, melancholische und trostlose Stimmung. Nach dem anfänglichen Erkunden wird in der dramatischen Eröffnungssequenz die Ernsthaftigkeit der Lage deutlich. In der Ferne am Horizont erhebt sich der gigantische Koloss einer Frau, wischt die riesige Zahl 34 weg und übermalt sie durch eine 33 und besiegelt damit das Schicksal all derjenigen, die den 34sten Geburtstag bereits absolviert haben. In einem Farbenmeer lösen sich Eltern, Freund*innen und Geliebte wie in Luft auf. Ein Kreislauf des Todes, der sich jährlich wiederholt und als unheilvoller Countdown stetig herabzählt. Und die Gommage geht auch jährlich mit dem Aufbruch der Expedition einher – mutige Menschen, die gen Horizont in unbekannte Lande segeln, um die Geheimnisse um diesen furchtbaren Kreislauf zu erforschen und diesen endlich zu beenden.
Die Gommage und der darauffolgende Aufbruch der aktuellen Expedition 33 stellen den Beginn dieses umfangreichen Rollenspiel-Abenteuers dar. Spieler*innen schlüpfen in die Rolle von Gustave, um gemeinsam mit weiteren Expeditionsmitgliedern diese fantastische Welt zu erforschen, zahlreiche Kämpfe zu überstehen und eine epische Geschichte über Verlust, Trauer und Akzeptanz zu erleben.
Pädagogische Beurteilung
Auf Expedition
Zu Beginn werden nur wenige Hilfestellungen geboten, um sich in der fremden Welt zurechtzufinden. Das Spiel schafft es, die Stimmung einer Expedition, die sich in einer völlig unbekannten Umgebung befindet, zu vermitteln. Die Gegebenheiten dieser ungewöhnlichen Welt und ihrer grotesken Wesen sowie die teilweise labyrinthartigen Areale machen neugierig, werfen jedoch auch viele Fragen auf. Schnell hat man sich verlaufen, findet sich in einer Umgebung mit noch viel zu starken Monstern wieder oder stellt fest, dass feindlich anmutende Kreaturen doch freundlich gesinnt sind. Doch genau das macht auch den Reiz aus. Mit der Zeit gewöhnt man sich immer mehr an diese fremdartige Welt und versteht ihre Eigenarten. Zudem können im Laufe des Abenteuers immer mehr Orte der Welt frei erkundet werden und die Mitglieder vom Expedition 33 werden zunehmend stärker.
Strategie und Timing
Die Kämpfe gegen kleinere Gegner und mächtige Bosse laufen rundenbasiert ab. Das heißt, dass die verschiedenen Aktionen für jeden Charakter separat ausgewählt werden, wenn dieser an der Reihe ist. Hierbei kommt es auch teilweise auf strategisches Denken an, wann welche Charakter angreifen, heilen oder eine Spezialfähigkeit ausführen soll. Allerdings ist es damit nicht getan, denn es müssen ebenfalls im richtigen Moment bestimmte Tasten gedrückt werden, damit die Aktionen effektiver sind. Auch das Ausweichen feindlicher Angriffe erfordert genaues Timing und ist bei einigen Kämpfen essentiell. So entscheidet das Timing des Ausweichens oft darüber, ob man den Kampf gewinnt oder verliert. Durch zusätzliche Ausrüstungsgegenstände und verschiedene Waffen können die Attacken und Statuswerte der Charaktere zusätzlich aufgewertet werden. Dennoch ist Clair Obscur: Expedition 33 definitiv kein leichtes Spiel und das Lernen der gegnerischen Angriffsmuster ist nicht selten notwendig.
Keine leichte Kost
Die große Stärke des Spiels sind die authentisch dargestellten und individuellen Charaktere und ihr Schicksal in dieser grausamen Welt. Schnell kann man sich mit ihren Beweggründen identifizieren und lernt im Laufe der Geschichte immer mehr über sie, ihre Träume und ihre Schicksalsschläge in der Vergangenheit. Die Handlung beinhaltet allgemein viele ernste Themen und richtet sich an ein älteres Publikum. Und auch die Darstellungen sind teilweise explizit. Überall finden sich die Leichen der zahlreichen vergangenen Expeditionen und in den filmischen Zwischensequenzen gibt es durchaus gewalthaltige Szenen und die Darstellung von Blut, Leichen oder expliziten Inhalten. Zudem gibt es im Rahmen der Hintergrundgeschichte und auch der Spielhandlung durchaus dramatische Ereignisse, moralische Entscheidungen und tragische Vorfälle, die jüngere oder sensible Spieler*innen nachhaltig beschäftigen können.
Fazit
Das Abenteuer von Expedition 33 schafft es, Spieler*innen über viele Spielstunden in den Bann zu ziehen. Die Welt bietet zahlreiche Geheimnisse und zusätzliche Erkundungsreize weit über die Haupthandlung hinaus. Die audiovisuelle Inszenierung ist cineastisch und episch. Die Areale sehen wunderschön aus und die musikalische Untermalung ist dynamisch und orchestral und trägt gelungen zur Atmosphäre bei. Die Darstellung der Charaktere, ihre Gefühlswelt und ihre Beziehungen zueinander schaffen es, die Spieler*innen zu fesseln und Emotionen bei ihnen zu erzeugen. Dennoch richtet sich das Rollenspiel aufgrund der ernsten und erwachsenen Themen, der dramatischen und tragischen Ereignisse und der Darstellung von gewalthaltigen oder unheimlichen Inhalten an ältere Personen. Auch der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen und erfordert neben Taktik auch viel Timing und gute Reflexe.
