Spielbeurteilung

Firefighting Simulator: Ignite

Grafisch aufwendige Simulation mit spannenden Einblicken in die Arbeit der Feuerwehr.

4
5

Allgemeines

Vertrieb: astragon Entertainment
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 9. September 2025
Genres:

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

USK ab 12
USK ab 12 freigegeben

Kosten:

Spielmodi:

  • max. 4 Spieler*innen
  • Miteinander
  • Online

Zusatzinfos:

Pädagogische Altersempfehlung

12
spielbar ab 12 Jahren

Spielbeschreibung

In Firefighting Simulator: Ignite vom Wiesbadener Entwicklungsstudio weltenbauer übernehmen wir die Rolle einer Feuerwehreinheit und müssen in einzelnen Einsätzen verschiedene Arten von Bränden löschen und dabei auch Opfer bergen. Die Missionen spielen in einer fiktiven amerikanischen Stadt und Fahrzeuge oder Ausrüstung sind der amerikanischen Feuerwehr entsprechend nachempfunden. In ausführlichen Tutorials lernen wir die einzelnen Stationen während eines Einsatzes kennen und welche Aufgaben wir im Team erledigen müssen. Es kann alleine oder zusammen mit bis zu vier Begleitern*innen online gespielt werden. Ansonsten kann man computergesteuerten Charakteren Befehle erteilen, die dann zuverlässig ausgeführt werden. Mit jeder Mission, welche man besser oder schlechter absolvieren kann, erhält man Punkte, die für Verbesserungen genutzt werden können. Zudem werden regelmäßig neue Fahrzeuge und neue Funktionen freigeschaltet, welche dann zentrale Elemente der nächsten Missionen sind. Dadurch steigen Komplexität sowie die Herausforderungen stetig. Nach mehreren Dutzenden Missionen können weitere DLCs dazugekauft oder neue Missionen aus der Online-Community heruntergeladen werden.

Pädagogische Beurteilung

Die Welt der Feuerwehr als Simulation

Mutige Menschen helfen bei Bränden und anderen lebensgefährlichen Situationen, um Opfer sicher zu bergen oder ein noch größeres Feuer zu verhindern. Feuerwehrleute stürzen sich dazu inmitten eines Brandes, um das Schlimmste zu verhindern oder einzudämpfen. Doch wie genau dieser Beruf funktioniert, zeigen Medien meist nur bedingt, da es auch oftmals um die Geschichte dahinter geht, wir den eigentlichen Einsatz nur in Auszügen mitbekommen und die Action oft für das Publikum an erster Stelle steht. Neben der enormen körperlichen Anstrengung sind die richtigen Abläufe wichtig, um keine Fehler zu machen und möglichst schnell helfen zu können. Zudem steht die eigene Gesundheit ebenfalls an oberer Stelle und waghalsiger Heldentum findet man eigentlich nur in Filmen oder Serien. Dabei kann die realistische Darstellung genauso spannend und interessant sein. Die genauen Abläufe in tatsächlich möglichen Szenarien zeigt Firefighting Simulator: Ignite Schritt für Schritt in simulierten Missionen.

Zu Beginn erlernen wir sehr ausführlich die einzelnen Schritte eines Feuerwehreinsatzes, beginnend damit, wie man überhaupt mit dem richtigen Werkzeug eine Tür aufreißt. Allein an dieser Funktionsweise erkennt man, dass es hier um eine möglichst realitätsnahe Spielerfahrung geht. Mit jedem weiteren Schritt erlernen wir neue wichtige Abläufe, was zuerst zu tun ist und wer in einem 4er-Team welche Aufgaben erledigt. Allein um Wasser aus dem Schlauch zu bekommen, erfordert es mehrere genaue Schritte mit diversen Geräten und Utensilien. Und technische Geräte wie Kräne müssen erstmal bereit gemacht werden, um sie dann in realer Geschwindigkeit nutzen zu können.

Im Team löscht es sich besser

Während sich also ein Teammitglied (entweder als Spieler*in oder computergesteuerte Figur) zuerst um das Wasser kümmert, werden von den anderen Teammitgliedern notwendige Türen aufgebrochen, um mögliche Opfer zu finden und in Sicherheit zu bringen. Teilweise sollen oder können wir Wände aufbrechen oder klettern über einen Kran auf das Dach eines Hochhauses, um Menschen vom Dach in Sicherheit zu bringen. Das Spiel berücksichtigt hierbei mehrere Arten von Situationen sowie Bränden und wie diese am besten zu löschen sind. Es kann allein mehrere spannende Momente dauern, bis man beispielsweise den elektrischen Sicherungskasten gefunden hat, um bestimmte neue Brände nicht durch elektrische Entzündungen erneut anzufachen. Oder wir müssen schnell Gasbehälter in Sicherheit bringen, bevor diese explodieren und einen noch schlimmeren Brand erzeugen. Und auch wir können uns verletzen, wenn wir den Flammen zu nahe kommen.

Der Spielspaß entsteht im Absolvieren der Missionen mit anderen Spieler*innen und der Absprachen untereinander. Hier lernt man deutlich, was Teamwork und Absprachen in der Zusammenarbeit bedeuten können und die Jagd nach besten Ergebnissen motiviert deutlich, sich in die Spielmechaniken einzuarbeiten. Im Teamspiel fehlen leider aktuell noch interaktive Möglichkeiten in der Zentrale der Feuerwehrstation, um den Detailgrad an Simulation und Spielspaß zu erhöhen. Denn es ist einstellbar, ob man direkt zu Missionen springt oder diese per Zufall per Alarm live ausgelöst werden und dann ist es ein Highlight, wenn man zuvor am Billiardtisch stand, um dann zur Stange zu laufen und an dieser runterzurutschen, um schnell zum Feuerwehrauto zu kommen.

Spielerfahrung ab 12 Jahren

Simulationen zeichnen sich durch die Genauigkeit und Transparenz, wie umfangreich Aufgaben im realen Leben erledigt werden müssen, aus. Das Spiel hilft bei einigen Aspekten, etwa dem automatischen Ansetzen der richtigen Ausrüstung (wie Gasmasken), aber die zahlreichen Aufgaben und Möglichkeiten sowie das viele Lesen erfordern eine gewisse Geduld und Konzentration. Zusätzlich zu den spannenden Missionen, in denen man auch auf die Zeit achten muss, und den vielen Eingabemöglichkeiten, richtet sich das Spiel eher an erfahrene und geduldige, des Lesens willige Spieler*innen. Es gibt aber auch genügend Hilfestellungen und benötigte Tasten werden eingeblendet. Jüngere benötigen dennoch mehr Übung, um die vielen Knöpfe und Geräte richtig einsetzen zu können. Obwohl es sich um eine Simulation handelt, in der Opfer nicht wirklich sterben können, sind die Szenarien grafisch sehr realistisch dargestellt, was zusätzlich einen gewissen Abstraktionsgrad erfordert.

Das Spiel ist zu keinem Zeitpunkt unfair und motiviert, sich besonders anzustrengen und Missionen möglichst erfolgreich abzuschließen. Zudem können alle Funktionen auf einem Trainingsgelände ohne Gefahr separat geübt werden. Es ist zudem nicht möglich, das Spielegeschehen zu sabotieren oder eine chaotische Spielweise zu provozieren.

Realismus und Teamwork

Die Grafik von Spielen wird immer realistischer und es können beeindruckende Details an Fahrzeugen und Objekten aufgezeigt werden. Dies erfordert aber auch einen enormen Arbeitsaufwand von der Konsole oder dem Computer, um die Spielwelt möglichst detailliert darstellen zu können. Letztlich kann die gesamte Stadt befahren werden und wirkt je nach Grafikeinstellung sehr realistisch. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Missionen und weniger dem Drumherum.

Dank der Community und Fans werden mit der Zeit auch spezielle Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Dann können typische deutsche Fahrzeuge und Ausrüstungen im Spiel benutzt werden, obwohl wir uns in einer amerikanischen Stadt befinden. Weitere zusätzlich Inhalte sind per DLC oder saisonal erhältlich.

Fazit

Firefighting Simulator: Ignite liefert mit realistischer Grafik einen hohen Grad an Realismus, um sich wirklich als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau fühlen zu können. Die Missionen sind spannend und abwechslungsreich und besonders im Online-Modus mit Freund*innen wird viel Spielspaß erreicht. Es wird jedoch auch ein klareres Spielverhalten verlangt und man muss die vielen Funktionen durch Lesen und Üben erlernen, um die Simulation erfolgreich meistern zu können.

Bewertung der Spieletest-Gruppe

Bielefelder Jugendring

Bielefeld
Meinung der Tester*innen

Spieletestung – medienaktiv festival OWL 2026 – Firefighting Simulator ignite

Spielspaß:

Bewertung der Spieletest-Gruppe

Kinder- und Jugendhaus Brake

Bielefeld
Meinung der Tester*innen

Unsere Testung erfolgte online. Unser Fokus bestand darin, das Spiel im Multiplayer Modus auszuprobieren:

Am Besten spielt sich dieses Spiel mit Mitstreiter*innen, denn es ist eine einzigartige Team-Erfahrung als Einsatzgruppe der Feuerwehr zu agieren. Der einzige kleine Wermutstropfen meiner Meinung nach ist die Fahrten zu den Einsatzorten, da hier nur eine fahrende Person aktiv ist und die anderen daneben sitzen. Klar kann hier gesagt werden: “Das ist aber doch wie in der Realität…” Aber so etwas, wie den NPCs schonmal erste Erkundungsaufgaben zu geben: Leitern anstellen zu lassen oder die Anschlüsse der Einsatzfahrzeuge an die Hydranten zu übernehmen oder ähnliches, wäre schön. Trotz diesem kleinen Kritikpunkt ein tolles Spiel, welches Simulation und Spieleerfahrung wunderschön kombiniert.
Mario (DiggA – Digitale Jugendarbeit Kreis Herford)

Spielspaß: