Spielbeurteilung

Hide the Corpse

Makabres, albernes Versteckspiel, in dem man unter Zeitdruck eine Leiche vor der Polizei verstecken muss.

4
5

Allgemeines

Vertrieb: HyperVR Games
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 17. Mai 2024
Genres:
Plattformen:

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

Icon USK 16
USK ab 16 freigegeben (getestet im IARC Verfahren)

Kosten:

  • Kostenpflichtiger DLC erhältlich, der das Spiel um Inhalte erweitert

Spielmodi:

  • nur alleine spielbar

Pädagogische Altersempfehlung

16
spielbar ab 16 Jahren

Spielbeschreibung

In Hide the Corpse vom französischem Studio realcast müssen wir in teilweise abgefahrenen Räumen innerhalb von 8 Minuten die Leiche Gus verschwinden lassen, während draußen langsam die Polizei anrückt und nach Ablauf der Zeit das Gebäude stürmt, um genau nach dieser Leiche zu suchen. Haben wir Gus versteckt, müssen wir zusätzlich all unsere Fingerabdrücke entfernen, die wir dabei hinterlassen haben sowie die sechs Gegenstände, die zu Gus gehören. Je besser wir uns anstellen, desto höher fällt die Punktzahl und die Note für die Mission aus. Waren wir erfolgreich, können wir die nächste Mission starten oder müssen das Szenario wiederholen.

Pädagogische Beurteilung

Immer Ärger mit Gus in VR

Wir wachen unschuldig nach einer durchgefeierten Nacht neben der Leiche von Gus auf und müssen diese so schnell es geht verstecken und alle Beweise verschwinden lassen. Allerdings bleibt die Geschichte zweitrangig und bereits das Tutorial zeigt auf, in welche Richtung dieses makabre Spiel geht: Die comichafte Leiche muss von uns auf umständliche Weise zu Kisten oder anderen Verstecken getragen und dort verstaut werden.

Anders als in der Realität, verhält sich der Körper von Gus wie ein Test-Dummy aus Gummi und muss dann mit Armen und Beinen passend verstaut werden, sodass bspw. auch Türen des Verstecks geschlossen werden können. Was zunächst morbide und gruselig wirkt, wird durch die Grafik und das kunterbunte Setting aus den 1970er Jahren aufgelockert und driftet immer weiter ins völlig Absurde ab, sodass man das Geschehen nicht ernstnehmen kann. Auch das Aussehen von Gus mit offenem Hemd mit Brusthaaren, Schnurbart und weißer Discohose nochmals verstärkt den albernen Charakter. Später können wir die Klamotten auch wechseln und Gus wird bspw. ein ein Vampir im passenden Kostüm. Zudem wirkt die Figur eher wie eine Puppe, da es keine Anzeichen von einem Verbrechen gibt, also weder Blut noch Verletzungen oder andere gewalthaltige Elemente. Es gibt auch keine Überraschungen oder Schreckmomente.

Gus im Weltall

Der alberne Charakter wird nochmals verstärkt, wenn wir der Polizei final die Tür öffnen und diese es auf abenteuerlichste Weise nicht schafft, Gus zu finden, obwohl dieser nur in einem Schrank liegt und wir nur noch schnell ein paar Koffer davorgestellt haben. Aber die Verstecke müssen richtig ausgewählt werden. Gus einfach in eine Mulde einer Autowerkstatt zu werfen und ein paar Kisten darauf fallenzulassen, reicht nicht aus. Es wird zudem immer absurder, weil wir Gus auch von einer Maschine einsaugen lassen können und dieser dann wie in einem Cartoon durch die Rohre weitergezogen wird, um dann hinter einer Wand zu verschwinden. Spätestens ab der dritten Mission kann man den morbiden Charakter nicht mehr ernstnehmen, wenn wir uns in einer Weltraumstation befinden und Gus in einer Kapsel verstecken müssen, um anschließend von zwei Polizisten mit Glasglocke als Weltraumhelm empfangen zu werden. Später werden die Missionen noch absurder und herausfordernder, wenn weitere Schwierigkeiten dazukommen und Gus bspw. ständig furzt, wir buttrige Finger haben oder alle Wände und der Boden aus Gummi bestehen.

8 Minuten sind nicht viel Zeit

Das Spiel bleibt durchgehend spannend, da es nicht einfach ist, Gus schnell zu verstecken. Wir sind teilweise minutenlang verzweifelt damit beschäftigt, Gus Arme irgendwie doch in das Versteck zu schieben, während wir bereits durch den Polizeifunk hören können, wie die Polizei vor der Tür steht und diese jeden Moment eintreten wird, obwohl wir noch fix die zahlreichen Fingerabdrücke wegwischen müssen. Je mehr Beweise wir am Ende hinterlassen, desto weniger Punkte erhalten wir und umso schlechter fällt die Bewertung aus. Eventuell müssen wir die Mission dann nochmals angehen. Oder wir wiederholen das Szenario freiwillig, um neue oder bessere Verstecke finden und nutzen zu können.

Sich mit Freund*innen zu duellieren, wer die nächste absurde Aufgabe schneller und besser schaffen kann, macht teilweise den größten Reiz aus. Denn die Zeit geht schneller um, als man zunächst denken mag und dann steigt auch die Anspannung, dass man es doch nicht mehr rechtzeitig schaffen wird, weil der eigene Plan nicht aufgeht und der gummiartige Körper einen Strich durch die Rechnung macht.

Kein Spiel für Kinder

Trotz der Albernheiten ist Hide the Corpse kein Kinderspiel und richtet sich an ältere Spieler*innen. Die VR-Optik ist trotz der kunterbunten Grafik realistisch und die seltsame Figur Gus kann unheimlich sein, wenn sein lebloser Körper direkt vor uns liegt. Allerdings gibt es keine Erschreckmomente oder andere gewalthaltigen Inhalte. Das Spiel ist zwar kurzweilig und gewollt albern komisch, bleibt mit seiner Idee und Ausführung dennoch makaber satirisch, was von Älteren verstanden und eingeordnet werden kann.

Fazit

Hide the Corpse ist ein ungewöhnlicher, aber kurzweiliger VR-Titel, welcher seinen Reiz und Humor aufgrund des Zeitdrucks entfaltet. Dies wird verstärkt, wenn man gemeinsam um die Wette spielt, wer die nächste absurde Mission schneller und besser beenden kann. Trotz des morbiden Settings wirken die Szenarien albern und sind durchaus abwechslungsreich. Das VR-Spiel richtet sich aber aufgrund der Spielidee und der Mechanik an Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren, sofern sie den schwarzen albernen Humor dahinter einordnen können.

Bewertung der Spieletest-Gruppe

Kinder- und Jugendhaus Brake

Bielefeld
Meinung der Tester*innen

Spielspaß: