MOUSE: P.I. For Hire
Grafisch einzigartiger Ego-Shooter im Stile eines Micky Maus Zeichentrickfilms von vor 100 Jahren.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
In MOUSE: P.I. For Hire steuern wir Privatdetektiv Jack Pepper und lösen mysteriöse Fälle in seiner Heimatstadt Mouseburg. Über mehrere Geschichten und Level befragen wir Personen, erhalten Informationen über zwielichtige Gruppen und müssen dann in verzweigten 3D-Passagen mit unseren Waffen gegen viele Gegner kämpfen. Wir weichen Projektilen aus, überspringen Hindernisse und absolvieren Sprungpassagen über giftige Seen mit Hilfe von Sprungfedern an unseren Schuhen. Am Ende der Level erwarten uns unterschiedliche, ungewöhnlichen Bossgegner.
Die Steuerung erfolgt aus der Ego-Perspektive. Je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad kommt es zu häufigerem Ableben der Spielfigur und wir werden an den letzten Speicherpunkt zurückversetzt. Die Level und Örtlichkeiten wechseln häufig, wobei wir zu den einzelnen Orten mit unserem Fahrzeug über eine Oberweltkarte selbst fahren können. Dies ermöglicht auch, die einzelnen Passagen neu durchzuspielen. Zwischen den Leveln können wir neue Ausrüstung für die Einsätze kaufen oder ein Baseball-Kartenspiel als Abwechslung ausprobieren und unabhängig von der Handlung spielen. Das zunächst lineare Abenteuer öffnet sich durch weitere Handlungsstränge, wird im Laufe der Geschichte aber immer skurriler. So finden wir uns beispielsweise auch in einem Labor mit Okkultisten wieder oder landen in der Hölle. Die Sprache hat einen ernsten und rauen Ton und ist vollständig in Englisch vertont, wobei die Texte auf Deutsch umgestellt werden können.
Pädagogische Beurteilung
Am Anfang war Steamboat Willie
Mit diesem kurzen Zeichentrickfilm in Schwarz-Weiß entstand ein ikonischer Zeichentrickstil, welcher für mehrere Jahrzehnte prägend für die Optik westlicher Zeichentrickfilme wurde. Dort trat auch zum ersten Mal die Figur Micky Maus auf und bildet bis heute die Grundlage für den Erfolg von Walt Disney. Der Konzern hat sein Werk lange rechtlich schützen lassen, um Parodien oder Abwandlungen zu unterbinden. Seit dem 1. Januar 2024 ist Steamboat Willie aus dem Jahre 1928 nach Ablauf des Urheberrechts in den USA gemeinfrei geworden und eine Erlaubnis von Disney für die Verwendung dieses spezifischen Stils ist nicht mehr nötig. Nach einem ersten Teaser im Jahr 2023 wurde nun 2026 dieser Ego-Shooter mit Anlehnung an den unverwechselbaren Zeichentrickstil von vor 100 Jahren veröffentlicht.
Obwohl besonders die Figuren an Micky Maus erinnern, sind die Spielwelt und ihre Inhalte nicht mit dieser kindlichen Prämisse zu vergleichen. Die Welt von Mouseburg ist rau und düster, die Figuren dort haben so manche dunklen Geheimnisse und kritische Themen wie Fremdenhass, Drogenmissbrauch und -verkauf sind Teil der Spielwelt. Und auch wir heilen und boosten uns mit entsprechenden Produkten.
Spielbarer Comic im Noir-Stil
Als Privatdetektiv müssen wir in Mordfällen ermitteln, decken während der über 12 Stunden Spielzeit eine größere Verschwörung auf und vereiteln z.B. bereits früh einen direkten Anschlag auf den Bürgermeister der Stadt. Die Geschichte und Atmosphäre dieser schwarz-weiß gestalteten Comic-Welt erinnert an den Stil eines Film Noir. Diese Kriminalfilme aus den 40er- und 50er-Jahren zeichnen sich durch eine pessimistische und düstere Weltansicht sowie kontrastreiche Großstadtszenen und ambivalente Figuren aus. Heutzutage verbindet man damit meist einen rauchenden und trinkenden Privatdetektiv, der sich in nächtlichen Bars herumtreibt, um einen Fall aufzulösen, dabei meist düstere Machenschaften der Obrigkeit aufdeckt und umso mehr in Gefahr gerät.
Doom trifft Micky Maus
In regelmäßiger Abfolge wechselt das Spiel zwischen einer Erkundungsphase mit Befragungen von Figuren und Actionpassagen, in denen wir reichlich Gebrauch unserer verschiedenen Waffen machen müssen, um die Gegnerwellen abzuwehren und zu erledigen. Trotz des Comic-Stils ist der Gewaltgrad hoch, aber auch überzeichnet. Dabei orientiert sich das Gameplay an Klassikern wie bspw. Doom und erweitert diese durch ausgiebige Sprungpassagen. Je nach Geschichtsverlauf müssen wir zum Ende eines Levels Bossgegner bekämpfen, welche individuelle Lösungsstrategien erfordern. Da wir das gesamte Spiel aus der Ego-Perspektive steuern, sind Momente des Timings nicht immer gut erkennbar und wir nehmen auch aufgrund der Gegnerwellen spürbar oft Schaden, was das virtuelle Ableben bedeuten kann. Wir finden jedoch an vielen Stellen Verbandsmaterial und auch sehr viel Munition, welche wir ausgiebig nutzen müssen. Grundsätzlich ist geschicktes Vorgehen und das Erkennen der gegnerischen Strategien erfolgreicher, als einfach das gesamte Magazin blind abzufeuern.
Frustmomente können dadurch entstehen, dass Abstände bei Sprungpassagen nicht immer gut erkennbar sind und wir aufgrund der eingeschränkten Sicht der Ego-Perspektive in den verwinkelten Arealen manche Gegner zu spät bemerken. Ärgerlich ist es dann besonders, wenn die Spielfigur irgendwo steckenbleibt und getroffen wird, während man versucht, sich aus der Sackgasse zu befreien. Diese Momente sind jedoch selten und das Spiel bietet viele Momente der Regeneration, um sich neu zu orientieren.
Das Spiel bietet darüber hinaus viel Abwechslung innerhalb der vielen verschiedenen Level und Örtlichkeiten, welche äußerst skurril werden können. Auch aufgrund der einzigartigen Mischung aus Zeichentrickwelt und dynamischer Jazz- und Swing-Musik sowie den professionell vertonten englischen Dialogen will man stets der Handlung folgen und das Ende der Geschichte erleben. Die vielen Anspielungen aus Zeichentrick und anderen Medien belohnen zudem die Erkundungen.
Fazit
Das polnische Studio Fumi Games hat mit MOUSE: P.I. For Hire einen besonderen Ego-Shooter erschaffen, der klassische Genre-Elemente mit schwarz-weißer Cartoon-Grafik, comichaften Zeichnungen der Figuren und hervorragender Vertonung und Musik verbindet. Durch die abwechslungsreichen Level und die interessant erzählte Geschichte entsteht ein flüssiges Spielgefühl. Trotz der vielen satirischen Anspielungen und der Cartoon-Optik richtet sich der Titel an ältere und erfahrene Spielende ab 16 Jahren, welche den hohen Gewaltgrad, die raue Welt und die ernsten Themen besser einordnen können.
