Spielbeurteilung

Star Trek: Legends

Rundenbasiertes Strategie-Rollenspiel aus dem Star Trek-Universum.

4
5

Allgemeines

Vertrieb: Tilting Point/QubicGames
Erschienen: 2. April 2021

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

Icon USK 12
USK ab 12 freigegeben (getestet im IARC Verfahren)

Kosten:

Spielmodi:

  • nur alleine spielbar

Pädagogische Altersempfehlung

14
spielbar ab 14 Jahren

Spielbeschreibung

Die Figuren aus den verschiedenen Star Trek-Serien werden in den Nexus entführt, ein Ort, in dem Zeit und Raum außer Kraft gesetzt sind. Gemeinsam versuchen die unterschiedlichen Crew-Mitglieder einen Weg zurück in ihre eigene Zeitlinie zu finden. Dabei gehen sie auf Missionen, tragen rundenbasierte Kämpfe aus und stärken ihr Raumschiff, die U.S.S Artemis.

Pädagogische Beurteilung

UMUK – Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

Star Trek steht seit seinen Anfängen in den 1960er-Jahren für fortschrittliches Denken, wichtige Fragen über das gemeinschaftliche Zusammenleben, spannende Weltraum-Kämpfe und eine Prise schrägen Humor. In Star Trek: Legends spiegelt sich dieser Kern wider. Von Captain Kirk und Captain Picard, Spock, Michael Burnham, den Borgs und den Klingonen sind sowohl befeindete wie auch befreundete Charaktere aus allen Generationen von Star Trek dabei. Trotz ihrer Unterschiede verbünden sie sich und gehen auf Missionen – das Herzstück des Spiels.

Das Spielprinzip

Die acht Missionen erzählen kapitelweise die Geschichte des Spiels. Nach kurzen Dialogen geht es über in die rundenbasierten Kämpfe. Vier Figuren treten dabei ebenso vielen Gegnern entgegen. Spielende wählen aus den individuellen Attacken und Fähigkeiten der Crew-Mitglieder aus und greifen an. Danach ist die feindliche Seite am Zug. Das geht so lange weiter, bis alle Figuren von einer Seite besiegt wurden. Während der Missionen können Ressourcen eingesammelt, mit denen die Crew-Mitglieder anschließend gestärkt werden können, und Entscheidungen getroffen werden. Diese Entscheidungen beeinflussen selten die Handlung, schalten aber unterschiedliche Pfade frei, auf denen neue Kämpfe ausgetragen oder Ressourcen gesammelt werden.

Gewalt und Schwierigkeitsgrad

Oftmals steht nicht die Gewalt im Mittelpunkt, sondern Diplomatie und friedliches Problemlösen, wie es das Ursprungskonzept von Star Trek vorsieht. Manchmal sind Kämpfe jedoch unvermeidlich. Die Kämpfe sind jedoch mehr Action als blutiges Gemetzel. Verletzungen werden nicht explizit dargestellt und besiegte Crew-Mitglieder lösen sich in einem Lichtstrahl auf, statt tot umzufallen. Dennoch gibt es Gewaltdarstellungen, die weniger cartoonartig sind und dadurch heftiger auf Kinder wirken können.

Zu Beginn sind die Kämpfe überaus leicht, ohne dass die Charaktere viel aufgelevelt und gestärkt werden müssen. Doch im späteren Verlauf nimmt der Schwierigkeitsgrad immens zu, wodurch eine ordentliche Strategie und eine gute Team-Aufstellung von Nöten sind. Teils wirken die Kämpfe nicht ausbalanciert: Sie sind entweder nicht herausfordernd genug, oder so schwierig, dass sie zu Frustration führen können. Dennoch macht es Spaß, die verschiedenen Charaktere interagieren zu sehen und durch die vielen Speicherpunkte ist der Verlust bei einer Niederlage nicht allzu groß.

In-Game-Käufe und Gacha-Mechanik

Bei Star Trek: Legends handelt es sich ursprünglich um ein Handyspiel, welches später für PC und Spielkonsolen erschienen ist. Diesen Ursprung wird dem Spiel angemerkt. Zwar wurden die Mikrotransaktionen entfernt, dennoch gibt es tägliche Aufgaben und Ereignisse, die zeitlich begrenzt sind und damit auffordern, immer wieder in das Spiel hineinzuschauen. Jedoch entsteht kein Gefühl, etwas zu verpassen, da alle Items und Charaktere auch im regulären Spielverlauf erhältlich sind.

Das Spiel verfügt zudem über eine Gacha-Mechanik, bei der zufällige Crew-Mitglieder im Austausch von In-Game-Währung wie bei einem Verkaufsautomaten gezogen werden können. Da jedoch die Mikrotransaktionen wegfallen und In-Game-Währung weitreichend zur Verfügung steht, besteht nicht das Risiko, das echtes Geld ausgegeben wird, um die Lieblingsfigur zu erhalten. Das Spiel hat außerdem mehrere DLCs, also zusätzlich herunterladbare Inhalte, die jedoch überwiegend kosmetischer Natur sind und neue Charaktere freischalten.

Fazit

Bei Star Trek: Legends handelt es sich um ein solides rundenbasiertes Strategie-Rollenspiel mit einigen kleineren Mängeln und wechselhaftem Schwierigkeitsgrad. Es greift die Grundprinzipien von Star Trek auf und bietet vertraute Charaktere in spannenden, neuen Szenarien, in denen die Welt nicht immer nur durch Gewalt, sondern auch durch Verhandlungen, Mut und gemeinsame Ideale gerettet wird. Das Spiel richtet sich zwar eher an Trekkies, also die Fans des Star Trek-Universums, die Figuren und die Geschichte sind jedoch so universell, dass sie sich für alle eignen, die rundenbasierte Strategie-Rollenspiele mögen oder in das Genre einsteigen wollen. Um in den vollen Genuss der Story und der Charaktere zu kommen, braucht es dennoch Kenntnisse über das Star Trek-Universum, da immer wieder direkte Ereignisse aus diesem aufgegriffen werden. Aufgrund der Gewaltdarstellungen, der Gacha-Mechanik und der Elemente, die immer wieder zum Spielen auffordern, richtet sich der Titel eher an Jugendliche ab 14 Jahren.