
Star Wars: Battlefront II
Umstrittener Nachfolger der Shooter-Serie mit kurzweiliger Story und unterhaltsamem Mehrspielermodi.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
USK Alterskennzeichen
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Die Star Wars: Battlefront-Serie wurde 2015 neu aufgesetzt und zwei Jahre später erschien nun die Fortsetzung des beliebten Franchises. Im Kern handelt es sich um einen klassischen Mehrspielershooter. Zwei Parteien kämpfen in actiongeladenen Gefechten um die Vorherrschaft verschiedener Level. Dabei gibt es außerdem effektreiche Raumschlachten und Fahrzeugduelle zu Boden – alles vor bekannter Star Wars-Kulisse. Die Spielenden übernehmen die Rolle einzelner Soldaten, die sie dann in die Schlacht führen. Daneben gibt es auch eine kurzweilige Einzelspielerkampagne, bei der man die Rolle einer imperialen Soldatin übernimmt.
Bereits nach den ersten Spielminuten merken Fans der Reihe die ersten Unterschiede zum Vorgänger. Die Atmosphäre ist noch dichter, der epochale Soundtrack noch stimmiger und druckvoller. Wie beim Thema Star Wars üblich, wird man hier direkt mit den altbekannten Fanfaren begrüßt und einer kinoreifen Grafik verwöhnt. Kurzum, man befindet sich in einer Galaxie weit weit entfernt.
Nun gilt es herauszufinden, ob das Spiel hält, was es am Anfang verspricht. Hierzu wurde aus jeder möglichen Spieloption ein Beispiel näher beschrieben.
Pädagogische Beurteilung
„Euer Hoheit. Ich fürchte, dies ist eine Schlacht, die wir nicht gewinnen können.“ – Galaktischer Angriff –
Der 20 vs. 20 Player-Modus führt die Spieler*innen an unterschiedliche Orte, bspw. auf das Schlachtfeld von Naboos Hauptstadt Theed. In mehreren Spielabschnitten muss man entweder mit einem Droiden der Separatisten den Königspalast einnehmen oder ihn als Klonsoldat verteidigen. Die Abschnitte sind gut und stimmig durchdacht und auch die Aufgaben sind schnell zu erfassen. So muss man als Droide verhindern, dass die Klonsoldaten an Waffen gelangen, um Kampfpanzer zu stoppen, deren Aufgabe es ist, die Tore des Palastes zu zerstören. Im Laufe des Gefechts erhält man durch das Töten von Gegnern und das Lösen von Abschnitten Kampfpunkte. Diese Kampfpunkte ermöglichen den Spielenden stärkere Einheiten oder sogar Helden und Fahrzeuge in die Schlacht zu werfen.
Die Steuerung ist wie bei Shootern üblich durch die WASD-Tasten sowie 3 Tasten für Zusatzfähigkeiten. Der Modus macht viel Spaß, die Geschwindigkeit ist hoch und die Karten bzw. Orte des Geschehens sind stimmungsvoll inszeniert.
„It´s a trap!“ – Sternenjäger-Angriff –
Beim 12 vs. 12 Modus Sternenjäger Angriff auf Fondor versucht man mit Hilfe seiner rebellischen Teamkollegen einen imperialen Sternenzerstörer über dem Planeten Fondor zu zerstören oder verteidigt auf der imperialen Gegenseite. Hier haben die Spieler*innen auch die Chance, die neuen Sternenjäger-Klassen von Star Wars: Battlefront II zu erleben. Ebenso kann man sich in das Cockpit verschiedener Heldenschiffe der Prequel-, Original- und neuen Trilogie setzen. Dieser Modus sticht im Vergleich zu den Weltraumschlachten des Vorgängers durch einen enormen Spielspaß, bessere Spielauffassung und Steuerung heraus. Die Steuerung ist wie gehabt auch für alle Neulinge leicht zu erlernen.
„Achtet auf das Abwehrfeuer!“ – Angriff –
Der 8 vs. 8 Multiplayermodus gibt die Möglichkeit, auf Seiten des Widerstandes oder der Ersten Ordnung um Maz Kanatas Kastell zu kämpfen, z.B. auf der neuen Takodana-Karte. „Angriff” ist ein klassenbasierter Modus, in dem keine bekannten Helden zum Einsatz kommen. Stattdessen müssen sich die Spieler*innen auf die einzigartigen Fähigkeiten der Klassen Schwer, Assault, Offizier und Spezialist und 2 weiterer Spezieleinheiten verlassen, um als Team die Einsatzziele zu erreichen. Die Einsatzziele sind hier klar und einfach umrissen, die eine Seite greift an, die andere Seite verteidigt.
„Kaum bin ich kurz außer Gefecht gesetzt, werden alle größenwahnsinnig!“ – Gefecht –
Der 20 Spieler Gefechtsmodus spielt auf mehr als 12 Maps und ist ein rasantes Team-Deathmatch. Es gilt für das Team, in möglichst kurzer Zeit mehr gegnerische Spieler*innen zu eliminieren, weitere Ziele gibt es nicht. Hier kommt das altbekannte Kampfpunktesystem zum Einsatz, um mit starken Helden aufwarten zu können. Das Team gewinnt, das zuerst die vorgegebene Anzahl an Gegnern ausschalten konnte.
„Erzähl mir nicht wie meine Chancen stehen!“ – Helden vs. Schurken –
Im Helden-Modus treten jeweils vier Spieler*innen gegeneinander an. Die Schauplätze dieser Begegnungen, die über alle drei Epochen verteilt sind, sind rundum stimmungsvoll inszeniert. Der Todesstern bietet hier wie alle anderen Maps genügend Platz, um sich nicht sofort zu begegnen, aber auch nicht zu viel, sodass die Spieler*innen lange nach Gegnern suchen müssen.
Auf jeder Seite, Held oder Schurke, wird eine Person als Ziel markiert, das es auszuschalten gilt. Die anderen Spieler*innen übernehmen die Aufgabe des Bodyguards oder versuchen das gegnerische Ziel zu töten. Der Modus ist stimmig aufgezogen und die Runden entscheiden sich schnell, wodurch keine Langeweile aufkommt.
„Immer zu zweit sie sind. Keiner mehr, keiner weniger. Ein Meister und ein Schüler.“ – Arcade –
Zum Schluss hat man noch die Möglichkeit, im Arcade-Modus zu spielen. Eine*r oder zwei Spieler*innen treten hierbei gegen Gruppen von KI-Gegnern an. Hierbei tehen zwei Arcade-Optionen zur Verfügung: ein Teamkampf mit KI-Verbündeten und -Gegnern sowie ein Einer gegen Viele-Szenario. Gerade das zweite Szenario zeigt, wie ein schnelles stimmungsvolles Singleplayer Match aussehen kann.
Sternenkarten und das Desaster mit den Lootboxen
Spieler*innen haben die Möglichkeit, aus über 300 Sternenkarten ihre liebsten Charaktere zu boosten und ihnen Fähigkeiten mitzugeben, die das Spiel noch einmal grundlegend ändern können. Ebenso gibt es viele kosmetische Anpassungsmöglichkeiten, welche mit diesen Sternenkarten freigeschaltet werden können. Die Karten werden über Lootboxen gesammelt oder durch Fertigungsteile hergestellt, welche ebenfalls in Lootboxen enthalten sind. Boxen werden über Credits gekauft, welche durch Spielen von Star Wars: Battlefront II gewonnen werden. Ebenso können diese Lootboxen jedoch auch als Mikrotranksaktion gegen Echtgeld erworben werden.
Die Aufwertungsmöglichkeiten durch diese Sternenkarten sind sehr stark und so hat es nicht gewundert, dass sich viele Spieler*innen nach der Veröffentlichung über die Pay-to-Win Mechanik beschwerten. Gibt man kein echtes Geld aus, muss man viele Stunden spielen, um genug Credits verdienen zu können. Der Aufschrei in der Community war so groß, dass die Firma Disney einschritt und eine Überarbeitung des Systems forderte, um ein mögliches PR-Desaster für den anlaufenden Star Wars Film zu vermeiden. Das Bezahlsystem ist derzeit nicht aktiv und Creditkosten sowie Herstellungskosten für Lootboxen und Sternenkarten wurden massiv gesenkt.
Fazit
Besonders interessant ist Star Wars: Battlefront II für jugendliche und erwachsene Star Wars-Fans ab 16 Jahren. Die Neuerungen und die dichte Atmosphäre sorgen für Spielspaß und tragen zur Langzeitmotivation bei. Als Negativpunkte fielen allerdings besonders die Lootboxen ins Gewicht, die für Echtgeld gekauft werden konnten und einen handfesten spielerischen Vorteil brachten. Auf Grund der immensen Kritik seitens der Community wurde dies jedoch aus dem Spiel entfernt. Zudem ist ein gutes Zeitmanagment wichtig, ansonsten können schnell ein paar Spielstunden zusammenkommen.
Obwohl der Titel als Shooter mit entsprechender kämpferischen Auseinandersetzung aufwartet, wurde hier auf besonders explizite Darstellungen verzichtet. Der Gewaltgrad ist an die bekannten Star Wars-Filme angelehnt. Dennoch könnten vor allem die hektischen und effektgeladenen Gefechte und das kriegerische Szenario jüngere Spieler*innen überfordern und verschrecken.