
Die Sims 4
Komplexer Bau-, Einrichtungs- und Lebenssimulator mit zahlreichen kostenpflichtigen Zusatzpaketen.
Allgemeines
Seit Oktober 2022 ist das Grundspiel kostenlos.
Jugendschutz & Altersempfehlung
USK Alterskennzeichen
Kosten:
- Free2Play
- In-Game-Käufe
- Kostenpflichtige DLCs erhältlich, die das Spiel um Inhalte erweitern
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Zusatzinfos:
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Die Sims-Reihe blickt mittlerweile auf eine lange Traditionsgeschichte zurück. Der erste Teil kam im Jahr 2000 auf den Markt und verkaufte sich laut eigenen Angaben rund 175 Millionen Mal. Aktuell gibt es 4 Hauptspiele der Reihe, verschiedene Erweiterungen und zahlreiche weitere Ableger, wie z.B. Die Sims Mittelalter, MySims oder SimAnimals. Den großen Erfolg bringt das einfache Spielprinzip: man erstellt einen oder mehrere individuelle Sims, baut oder kauft ein Haus, richtet dieses nach den eigenen Vorlieben ein und lenkt das Leben der Sims nach den eigenen Vorstellungen. Mit jedem neuen Titel erweitern sich die Möglichkeiten und die Grafik sowie die Steuerung werden modernisiert.
Seit Oktober 2022 steht das Basisspiel kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung, die zahlreichen Erweiterungspacks sind weiterhin kostenpflichtig. Ergänzend zum Basisspiel gibt es von neuen Accessoires bis hin zu zusätzlichen Spielmodi und Gebieten in verschiedenem Umfang für jedes Interesse ein passendes Paket, z.B. Highschool-Jahre oder Reich der Magie. Zudem werden regelmäßig neue Erweiterungsmöglichkeiten mit verschiedenen Themenschwerpunkten veröffentlicht, was jedoch schnell kostspielig werden kann.
Pädagogische Beurteilung
Individueller Spielspaß mit deinem Sim
Auch im vierten Teil der Reihe gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten, sich kreativ zu verwirklichen. Besonders im Modus „Erstelle einen Sim“, in dem von einzelnen Persönlichkeiten über Wohngemeinschaften bis hin zu großen Familienkonstellationen alles erstellt werden kann, hat sich im Vergleich zu den Vorgängern viel getan. Während man früher lediglich durch Regler oder katalogähnliche Auswahlmenüs das Aussehen des Sim gestalten konnte, kann man dies nun direkt am Körper tun. Möchte man beispielweise die Nase verändern, klickt man auf diese und zieht und schiebt so lange an den verschiedenen Bereichen der Nase herum, bis sie den Vorstellungen entspricht. Genauso lässt sich auch alles andere am Sim verändern. Durch diese detaillierten Gestaltungsmöglichkeiten sieht kein Sim aus wie der andere, was bei den Vorgängern häufig bemängelt wurde.
Natürlich kann man seinem Sim auch eine Persönlichkeit verleihen. Man kann nicht nur Gangart und Stimme, sondern auch verschiedene Persönlichkeitsmerkmale sowie ein Lebensziel auswählen. Vom Feinschmecker Bücherwurm, der gerne Staatsfeind Nummer 1 wäre, bis hin zur chaotischen Sportbegeisterten, die als Meisterköchin die Welt erobern will, ist so ziemlich alles dabei.
Neue Möglichkeiten im Bau-Modus
Auch im Bau-Modus hat sich viel getan. Es gibt zahlreiche neue Funktionen, die den Bau des Traumhauses noch vielfältiger machen. Besonders hervorzuheben ist hier die Inneneinrichtung. Möbel und andere Objekte können nun um 360 Grad gedreht und freier auf dem Boden oder an der Wand platziert werden.
Auch der Hausbau an sich gestaltet sich benutzerfreundlicher; man kann beispielsweise ganze Räume anwählen und frei verschieben. Wollte man dies bei einem Vorgänger tun, musste man den ganzen Raum abreißen und an der gewünschten Stelle wieder aufbauen. Generell war es stets umständlich, bereits gebaute Objekte wieder zu verändern, was bei Die Sims 4 jedoch einfach funktioniert. Leider ist der Bau-Modus trotz zahlreicher Erklärungen nach wie vor recht unübersichtlich. Dadurch, dass es so viele Möglichkeiten des freien Bauens gibt, verliert man leider auch schnell den Überblick über alle Funktionen. Besonders jüngere Kinder könnten hier Probleme haben, je länger man jedoch spielt, desto besser findet man sich zurecht.
Soziokulturelle Vielfalt und Genderaspekte
Jeder Sim kann alles sein, tun oder werden, was er möchte. Genauso spielt Rassismus keine Rolle. So können sämtliche Hautpigmentierungsgrade ausgewählt werden. Grundsätzlich sind die Möbel, die zur Auswahl stehen westlich geprägt, dies lässt sich jedoch durch Erweiterungen ändern. So wurde zum Beispiel zur Weihnachszeit ein kostenloses Erweiterungspack zum Download zur Verfügung gestellt, in dem neben christlichen Weihnachtsdekorationen auch jüdische Chanukka-Objekte enthalten waren.
Weiterhin gibt es keine Einschränkungen zwischen männlichen und weiblichen Sims. Durch ein umfassendes System können zahlreiche Einstellungen getroffen werden, die das Zwei-Geschlechter-System aushebeln. So können die Spielenden durch einen Klick entscheiden, welche Sims, unabhängig vom Geschlecht, schwanger werden oder andere Sims schwängern können. Zudem können weibliche Sims genauso muskulös sein, wie männliche Sims oder die gleichen Berufe einschlagen, in denen sie das gleiche Gehalt verdienen. Dasselbe gilt beim Thema sexuelle Neigungen, welche individuell angepasst und verändert werden können, ebenso wie die Pronomen der Sims, um den Aspekt der Diversity weiter hervorzuheben. Jedes Geschlecht kann zudem jedes Geschlecht ehelichen, wodurch die Simulation mühelos ermöglicht, was viele Länder bis heute nicht geschafft haben. Wird ein Kind geboren, kann sowohl der Vater des Kindes in Elternzeit als auch die Mutter. Viele Rollenkonzepte werden also ausgehebelt und können frei erprobt werden.
Auch Sims müssen sterben
Sims können genauso wie richtige Menschen sterben. An und für sich ist dies eine natürlich Sache, die zum Leben dazugehört und mit der sich auch Jüngere auseinandersetzen müssen. Problematisch sind jedoch die Arten, wie das Ableben geschehen kann. So können Sims verbrennen, verhungern, ertrinken oder sogar von einer fleischfressenden Pflanze verschlungen werden. Passiert dies, erscheint ein Sensenmann, der den verstorbenen Sim mit sich nimmt und lediglich eine Urne oder einen Grabstein zurücklässt. Dies kann für jüngere Kinder als gruselig empfunden werden, erfahrene Spieler*innen können diesen Aspekt ausreichend abstrahieren.
Fazit
Alles in allem ist Die Sims 4 eine Lebens- und Einrichtungssimulation, die in Sachen Gender sowie soziokultureller Aspekte vorbildlich gedacht ist und viele Möglichkeiten bietet, sich kreativ im virtuellen Raum auszuleben. Lediglich die dramatischen Todesarten sowie der Bau-Modus mit seinen zahlreichen Möglichkeiten können Jüngere eventuell überfordern. Die verschiedenen Zusatzpakete sind für Fans sehr verlockend, können jedoch schnell kostenspieleig werden.