
Final Fantasy XIII-2
Rollenspiel für Fans der Serie, aber zu komplex für Einsteiger*innen.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
USK Alterskennzeichen
Kosten:
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Die Geschichte von Final Fantasy XIII-2 schließt, wie sollte es auch anders sein, inhaltlich an XIII an. Da aber ein wesentlicher Aspekt der Faszination des Spiels durch seine Charaktere und deren Abenteuer ausgemacht wird, soll an dieser Stelle nicht detailliert darauf eingegangen werden. Nur so viel: im Spiel trifft man im Vergleich zum Vorgänger wieder auf alte Bekannte, aber auch neue Gesichter. Gesteuert werden können aber nur zwei dieser Charaktere, anders als im Vorgänger, in dem den Spielenden noch sechs Spielfiguren zur Verfügung standen. Überhaupt muss sich das Spiel natürlich den Vergleich mit Final Fantasy XIII gefallen lassen, der im Folgenden detaillierter gezogen wird.
Pädagogische Beurteilung
Verwirrend für Einsteiger der Final Fantasy-Reihe
Grundsätzlich sollte ein Videospiel, das alle Videospieler*innen adressiert, auch für alle gleichermaßen nachvollziehbar sein. Hierauf wird aber bei Final Fantasy XIII-2 – vermutlich bewusst – verzichtet. Die Geschichte bezieht sich teilweise stark auf Final Fantasy XIII. Dies ist logisch und wird natürlich auch durch den Namenszusatz XIII-2 angedeutet. Dennoch wäre es schön und wünschenswert, auch für Neulinge einen etwas sanfteren Einstieg in die Geschichte und die Spielwelt zu bieten. Die Tester*innen, die sich bisher nicht mit dem Vorgängertitel beziehungsweise der Spieleserie auseinandergesetzt hatten, äußerten einige Fragen und Verständnisschwierigkeiten. Diese geminderte Nachvollziehbarkeit der Handlung gaben sie als wesentlichen Frustfaktor an. Bevor also Final Fantasy XIII-2 im Laufwerk der Konsole landet, sollten sich Spieler*innen über den Vorgängertitel informiert oder ihn idealerweise selbst gespielt haben. Final Fantasy XIII läuft im Vergleich auch wesentlich linearer ab – auch wenn dies ansonsten als Kritikpunkt angesehen wird, kann sich dieser Aspekt für Einsteiger durchaus als hilfreich erweisen.
Sehr langwieriges Spiel
Das Spiel ist – und das ist durchaus positiv gemeint – sehr langwierig. Laut Entwickler Square Enix liegt die durchschnittliche Spielzeit bei über 30 Stunden. Auch hier zeigt sich wieder, wie unterschiedlich die Spieletester*innen diesen Aspekt bewerten. Während die Fans des Spiels die lange Spielzeit als einen tollen Aspekt bezeichnen, durch den sie lange Zeit in die Spielwelt eintauchen können, bemerken die Kritiker des Spiels, dass sich die Aufgaben an den Spieler schnell ähneln. Auch das Kampfsystem wird von ihnen kritisiert, da dieses wenig Abwechslung biete. Erneut zeigt sich also: Final Fantasy XIII-2 ist ein Titel, den man entweder wie gebannt durchspielen wird oder schon nach kurzer Zeit gelangweilt ins Regal stellt. Besonders an diesem Spiel ist, dass es nicht ein im Vorfeld festgelegtes Ende gibt, sondern dass der*di Spielende es durch sein Handeln beeinflusst. Nimmt man die Spielzeit mit der vom direkten Vorgänger zusammen, taucht der*die Spielende wirklich ziemlich lange in diese Fantasywelt ein und kann sich toll mit den Inhalten auseinandersetzen und die Geschichte miterleben – Identifizierung mit den Charakteren eingeschlossen.
Leider nur in englischer Sprache, wenn auch mit deutschen Untertiteln
Wie auch beim Vorgängertitel gibt es erneut keine deutsche Tonspur. Das Spiel ist lediglich in Englisch und Japanisch verfügbar. Für Spielende, die keine der beiden Sprachen ausreichend beherrschen, gibt es deutsche Untertitel. Diese zu lesen ist auf Dauer aber nervig und stört ziemlich den Spielfluss. Hier hätten die Entwickler durchaus ein wenig mehr Arbeit investieren können, um den Nutzern das Spielerlebnis zu verschönern.
Zusätzliche Kosten durch Erweiterungen
Ein Aspekt, den Erwachsene definitiv im Blick haben sollten, wenn ihre Kinder den hier getesteten Titel spielen, ist der Aspekt der zusätzlichen Erweiterungen. Rollenspiele wie dieses leben in erhöhtem Maße von den Individualisierungsmöglichkeiten. Durch ein individuelles Spielerlebnis fällt es Spieler*innen leicht, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Er kann sich so selber einen Helden erschaffen. Individualisierungsmöglichkeiten können zum Beispiel verschiedene Ausrüstungen oder Kleidungsstücke sein. In den meisten Videospielen spielt der*die Spielende diese mit fortschreitender Spielzeit Stück für Stück frei. Bei Final Fantasy XIII-2 gibt es aber einige Bonusinhalte, die nicht freigespielt werden können. Stattdessen sind sie kostenpflichtig über das Internet erwerbbar. Die Preise bewegen sich hierfür in der Regel im niedrigen einstelligen Eurobereich. Dennoch sollten Eltern hierauf achten, da Kinder schnell unbewusst in eine solche Kostenfalle tappen können.
Fazit
Final Fantasy ist offenkundig eine sehr erfolgreiche Rollenspiel-Reihe. Es gibt nicht viele Videospiele, die dermaßen oft in Serie gingen. Dennoch scheint zumindest der Titel Final Fantasy XIII-2 nur bedingt für Einsteiger der Serie geeignet zu sein. In der Testgruppe entstand eine interessante Diskussion über die Faszination des Spiels, die nicht für alle Testenden nachvollziehbar war. Die Testenden, die bereits mit dem Spiel beziehungsweise anderen Titeln der Reihe vertraut waren, verteidigten das Spiel hingegen sehr vehement. Festzuhalten bleibt also: taucht der*die Spieler*in erst einmal in die Spielwelt ein, kann es durchaus passieren, dass er*sie sich in ihr verliert. Allerdings kann es auch passieren, dass er*sie schon nach ein paar Minuten spielen abgeschreckt wird. Wie es im Endeffekt aussieht, wird nur der Selbstversuch zeigen. Aufpassen sollten Erwachsene nur, dass Kinder nicht in die Kostenfalle der kostenpflichtigen Erweiterungen tappen. Ansonsten können sicherlich auch Spieler*innen ab 12 Jahren ihre Freude an dem Spiel haben.